Infusion verwechselt: Krankenhaus-Panne in Cuxhaven empört Ehefrau des Patienten
Eine verwechselte Infusion, die eigentlich dem Bettnachbarn ihres Mannes gegolten habe, empört auch Tage danach eine Frau aus Cuxhaven-Lüdingworth. "Das hätte tödlich enden können ..." Zum Glück handelte es sich aber um eine harmlose Substanz.
Sabine A. (der Name ist der Redaktion bekannt) ist auch nach Tagen die Empörung anzumerken. Ihrem Mann - einem Herzpatienten - wurde vor kurzem in der Helios-Klinik in Cuxhaven eine Infusion verabreicht, die nicht für ihn, sondern für den sterbenskranken Bettnachbarn gedacht war. Für die Frau aus Cuxhaven-Lüdingworth bleibt dies "ein schreckliches Erlebnis, das tödlich hätte enden können". Schließlich hätte es sich auch um ein anderes Medikament handeln können. Glücklicherweise wurde ihrem 68-jährigen Mann "nur" Natriumchlorid, also Kochsalzlösung, gegeben. Ihr Mann hatte bemerkt, dass nicht sein Name auf dem Beutel stand. Für ihn sei gar keine Infusion vorgesehen, erfuhr er von der Pflegekraft. Auf eine Entschuldigung vonseiten der betreffenden Schwester wartet der Mann allerdings bisher vergeblich - das Ausbleiben einer Reaktion empört seine Frau am meisten. Eine Entschuldigung sei aber einige Tage später vom Chefarzt erfolgt. An der medizinischen Behandlung hat das Ehepaar nichts zu kritisieren, der Eingriff mit Herzkatheter und an den Stents sei erfolgreich verlaufen.
Unstimmigkeiten bereits beim Transport
Bereits der Transport wegen Verdachts auf Herzinfarkt zur Helios-Klinik verlief nicht ohne Unstimmigkeiten. Der gerufene Rettungsdienst entsprach nicht dem ausdrücklichen Wunsch der Lüdingworther, die näher gelegene Klinik Otterndorf anzufahren, sondern insistierte, nach Cuxhaven zu fahren. "Im Nachhinein habe ich erfahren, dass das in Ordnung war, weil es in Otterndorf keine Kardiologie gibt, das wusste ich nicht", relativiert Sabina A., die diese und weitere Kritikpunkte zuerst auf Facebook verbreitete und sich darüber hinaus auch an unser Medienhaus gewandt hatte.
Es hat gute Gründe, dass Patienten mit beispielsweise Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik nach Cuxhaven gefahren werden, selbst wenn sie oder Angehörige insistieren, vom Rettungsdienst in ein anderes Krankenhaus transportiert zu werden. Dazu teilt Katharina Recht, Sprecherin der Helios-Klinik, auf Nachfrage von CNV-Medien mit: "Grundsätzlich gilt, dass der Rettungsdienst gesetzlich angehalten ist, Patientinnen und Patienten in das nächstgelegene Krankenhaus zu fahren, welches zur Verdachtsdiagnose und dem entsprechenden medizinischen Leistungsprofil des Krankenhauses passt."
Klinik äußert sich nicht zu den konkreten Vorwürfen
Ob es allerdings Konsequenzen nach sich zieht, wenn falsche Medikamente verabreicht werden, die nicht für den betreffenden Patienten gedacht sind, und wie die Helios-Klinik in einem solchen Fall reagiert, blieb trotz allgemeiner Nachfrage unseres Medienhauses unbeantwortet. Von der Kliniksprecherin heißt es dazu: "Darüber hinaus bitten wir um Verständnis, dass wir unter anderem aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht und in diesem Rahmen keine Angaben zu konkreten medizinischen Sachverhalten machen." Den Patienten und deren Angehörigen stünde man selbstverständlich jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung, in dem offene Fragen gemeinsam erörtert werden können, heißt es aus der Helios-Klinik.
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