Die nebenstehende Animation des Dünendeichs in Sahlenburg zeigt ein Stück des oberen Deichweges mit Blick auf den geplanten Wernerwaldplatz mit Rettungsstation.
Die nebenstehende Animation des Dünendeichs in Sahlenburg zeigt ein Stück des oberen Deichweges mit Blick auf den geplanten Wernerwaldplatz mit Rettungsstation.
Grünes Licht im Bauausschuss

Sahlenburg rüstet sich gegen Sturmfluten: Dünendeich-Projekt auf dem Weg

von Jens Potschka | 29.05.2025

Ein neuer Dünendeich soll nicht nur Sahlenburg vor Fluten schützen, sondern auch als naturnahe Dünenlandschaft punkten. Doch können die ambitionierten Pläne den Spagat zwischen Küstenschutz und Naturerhalt wirklich schaffen?

Der Fachausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität, Bau und Demografie hat auf seiner jüngsten Sitzung der überarbeiteten Entwurfsplanung für den Deichbau in der Wolskermarsch einstimmig zugestimmt. Damit ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des ambitionierten Küstenschutzprojekts erreicht. Wenn die Beschlussvorlage auch im Rat der Stadt Zustimmung erfährt, wird die Planung unverzüglich dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zur Einarbeitung in die Planfeststellungsunterlagen übergeben.

"Die Planungen der Stadtverwaltung stellen fast einen Optimalzustand für den neuen Dünendeich in Sahlenburg dar", lobte Ausschussvorsitzender Enak Ferlemann (CDU). "Wenn das alles so klappt, wie vorgestellt, dann wäre es ideal."

Landschaftsschutz und Aufenthaltsqualität

Die Planung sieht nicht nur die Erhöhung der Deichlinie auf etwa 8,80 Meter vor - mithilfe technischer Rauheitselemente wird dabei verhindert, dass der Sandstrand in nennenswertem Umfang verloren geht. Auch landschaftspflegerische Aspekte wurden in die Konzeption integriert. Der Deich soll in großen Teilen als naturnahe Dünenlandschaft gestaltet werden und sich harmonisch in das Küstenbild einfügen.

Wichtige Infrastrukturmaßnahmen flankieren das Vorhaben: Dazu gehören neue Promenadenbereiche, Aufenthalts- und Veranstaltungsflächen, ein modernes Sanitärgebäude sowie eine erhöhte Rettungsstation mit Blick über das Strandgeschehen.

Barrierefreiheit als zentrales Anliegen

Lob gab es auch von Andreas Wichmann (SPD), der die geplanten barrierefreien Übergänge über den Deich hervorhob. Diese waren zuvor von Anja Stute von der Stadtverwaltung anhand der Pläne noch einmal vorgestellt worden. Die fünf Meter breite Deichverteidigungsstraße soll künftig nicht nur von der Strandbahn genutzt werden, sondern auch Radfahrern und Fußgängern offenstehen - mit einer gelblichen Asphaltbeschichtung in Sandoptik.

Die Beschlussvorlage Nr. 98/2025 ist Ergebnis eines intensiven, mehrjährigen Abstimmungsprozesses zwischen Stadtverwaltung, Planungsbüros, Umweltbehörden und dem Deichverband. Sie stellt die Grundlage für das Planfeststellungsverfahren dar, das voraussichtlich bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Mit dem Baustart wird frühestens 2027 gerechnet.

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