Döser Speeldeel reist zurück in die Zukunft: Die Überraschungen der neuen Saison
Cuxhaven erwartet ein spektakuläres Theaterjahr, denn die Döser Speeldeel feiert ihren 100. Geburtstag. Für die Saison 2024/2025 hat die traditionsreiche Bühne ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das die Fans begeistern wird.
Die Döser Speeldeel feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Natürlich haben sich die vielen aktiven Mitglieder der Traditionsbühne wieder einiges einfallen lassen. Schließlich soll auch die Jubiläumsspielzeit 2024/2025 den vielen Freunden des plattdeutschen Theaters in Cuxhaven und umzu einige unvergessliche Bühnenmomente bescheren.
Ursprünglich wollte die Bühnenleiterin Marlies Lampe deshalb ein großes Stück mit dreizehn Darstellern auf die Bretter bringen. "Die Reise nach Helgoland" sollte als Komödie mit Musik im Stadttheater gegeben werden. Doch in Ermangelung eines Hauptdarstellers, der im Stück einen jungen Mann verkörpern sollte, musste die Speeldeel-Chefin kurzfristig umdisponieren.
Nostalgische Komödie mit besonderem Clou
"Ich habe dann noch einmal viele Kataloge gewälzt und bin schließlich auf einen schönen Stoff gestoßen, der unseres Jubiläums würdig ist", ist sich Marlies Lampe sicher. So dürfen sich die Freunde des niederdeutschen Theaters auf die Aufführung der nostalgischen Komödie "Mit Vullgas in de 80er" freuen. Das originelle Stück stammt aus der Feder von Winnie Abel. Die Übersetzung ins Niederdeutsche hat Heino Buerhoop realisiert.
Damit das Eröffnungsstück auch ein Erfolg wird, hat die Niederdeutsche Bühne Cuxhaven mit Philip Lüsebrink als Gastregisseur einen echten Theaterprofi engagiert. Als ausgebildeter Opernsänger wird der Regisseur, der in den zurückliegenden zehn Jahren schon an die hundert Stücke erfolgreich in Szene gesetzt hat, auch sein neuestes Baby mit Musik versehen, wie er jetzt beim Speeldeel-Pressegespräch im Theater-Foyer verriet. "Wir haben bereits Anfang Juli mit den Proben begonnen", sagt der Regisseur und kommt sogleich auf den Clou der Geschichte zu sprechen, in deren Mittelpunkt eine Zeitmaschine steht, mit der das Speeldeel-Ensemble problemlos vom Jahr 2024 zurück ins Jahr 1989 reisen kann.
Kurz zum Inhalt: "Blödsinn, Zeitmaschinen gibt es nicht?!", das denken Sabine und Holger auch, bis sie feststellen müssen, dass die Erfindung ihres Vaters tatsächlich funktioniert. Völlig unerwartet landen die beiden Erwachsenen in ihrer eigenen Jugend. Als plötzlich ihre Mutter in der Tür steht und die beiden sich kurzerhand als Verwandte aus der DDR ausgeben müssen, nimmt ein turbulentes Verwechslungsspiel seinen Lauf. Während sie bei dem Versuch zu vertuschen, dass sie der Zukunft kommen, von einem lustigen Fettnäpfchen ins nächste treten, stolpert Sabine auch noch über ihre große Liebe - und nimmt sie spontan mit zurück in die Zukunft. Ob das so eine gute Idee war?

Als Darsteller werden Andrea Hinke, Gerhard Bucka, Marion Schossig, Sigi Koperschmidt und Heike Bartel live im Stadttheater zu erleben sein. Anlässlich des 100. Geburtstages gibt es am Sonnabend, 21. September, um 19 Uhr eine Festaufführung, die als Vorpremiere überwiegend für geladene Gäste gegeben wird. Die offizielle Premierenvorstellung geht dann am Donnerstag, 26. September, über die Bühne des Stadttheaters, wo die Komödie bis einschließlich 11. Oktober gespielt wird.
Volker Kästner inszeniert "Rosas Revolver"
Das zweite Stück der neuen Spielzeit realisiert Volker Kästner. Wegen der ursprünglichen Planungen, mit dem Mammut-Stück zu Beginn der Spielzeit, musste sich der Spielleiter nach einem Stück mit kleiner Besetzung umsehen. "Ich habe von unseren Fachverlagen 18 Bücher für Vierpersonenstücke bekommen. Zwölf davon habe ich gleich zur Seite gepackt, weil auch hier ein junger Mann als Darsteller nötig gewesen wäre. Letztendlich blieben zwei Stücke übrig", berichtet Volker Kästner, dessen Wahl auf die Krimikomödie "Rosas Revolver" aus der Feder von Chris Arnold fiel. Die plattdeutsche Übersetzung des humorvollen Krimis besorgte Gerd Meier.
Die Handlung ist schnell umrissen: "Kuddel ahnt noch nichts von den Verstrickungen, in die er hineinstolpern wird, als der sympathisch-trottelige Einbrecher in Rosas Haus einsteigt. Dass sie - mit einem Revolver in der Hand - eigentlich nicht auf ihn gewartet hat, wird ihm auch erst deutlich später bewusst. Bis dahin hüpft er fleißig von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen und sorgt damit besonders bei Käthe, Rosas Nachbarin und bester Freundin für fröhliche Grundstimmung. Die hält ihn nämlich für einen Engel, der erschienen ist, um Rosas tristes Leben ein wenig aufzuhellen. Käthes Nichte Sissy ist da zunächst anderer Meinung. Warum sollte ausgerechnet ein Engel bei Rosa einbrechen? Und was hat das alles mit Käthes Esoterik-Guru zu tun?

Die Krimikomödie wird von Bernd Döscher, Irene Oeltermann, Dagmar Hille, Maike Bruns und Wolfgang Habercorn einstudiert. Die Premiere ist auf den 16. Januar 2025 terminiert. Das Stück wird bis einschließlich 2. Februar 2025 im Stadttheater live zu erleben sein.
"Wellenbreker" gastieren im Stadttheater
Weil die Döser Speeldeel aus den eingangs erwähnten Gründen in ihrer Jubiläumsspielzeit bewusst auf ein drittes Stück verzichtet hat, sei an dieser Stelle auf das kommende Gastspiel der "Wellenbreker" - dem Jugend-Tourneetheater-Projekt des Landschaftsverbandes Stade - hingewiesen: Am Sonnabend, 7. September, spielen die jungen Leute 20 Uhr im Stadttheater Cuxhaven ihr neues Stück "Klunkers op Krüüzfohrt" von Bodo Schirmer.
Das Jubiläumsspielzeit 2024/2025 endet dann mit der beliebten Veranstaltungsreihe "Weltliteratur op platt" am Gründonnerstag, 17. April 2025, um 19.30 Uhr im Schloss Ritzebüttel. In den historischen Schlossmauern dürfen sich die Freunde der plattdeutschen Sprache auf das Programm "B und B: Vom Bestseller zum Blockbuster" freuen.
Unter der Leitung von Volker Kästner lesen Mitglieder der Döser Speeldeel aus bekannten Büchern, die einst Leinwandgeschichte geschrieben haben. Einmal mehr zeichnet Reiner Frericks für die niederdeutsche Übersetzung der Stücke verantwortlich. Die Besucher dürfen sich auf ein "Wiederhören" von Klassikern wie "Von Mäusen und Menschen", "Wem die Stunde schlägt", "Huckleberry Finn", "Buddenbrooks", "Dschungelbuch" und "Im Westen nicht Neues" freuen.
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