Drohende Wassersperren in Cuxhaven: Aufschub bis zur nächsten Woche
Das Damoklesschwert der für diese Tage angekündigten Wassersperre schwebt noch über vielen Mietern im Stadtteil Süderwisch. Nachdem bis zur Mitte der kommenden Woche ein Aufschub gelungen ist, hoffen nicht nur sie auf eine nachhaltige Lösung.
Kommt noch Wasser aus der Leitung? Jeder Morgen beginnt mit dem bangen Griff zum Wasserhahn, denn das Damoklesschwert der für diese Woche angekündigten Sperre schwebt nach wie vor über vielen Mietern im Stadtteil Süderwisch. Zwischen dem 20. und 23. Januar sollte in verschiedenen Wohnhäusern der Zugang zur Trinkwasserversorgung abgedreht werden. Bis Mittwochmittag lief die Versorgung aber überall noch reibungslos.
Das war auch der Stand des Oberbürgermeisters Uwe Santjer, der sich persönlich in die Sache eingeschaltet hat und diesen Konflikt zwischen dem Versorger EWE Wasser und der K1 beziehungsweise ihren Vorgängergesellschaften am liebsten langfristig beigelegt sähe, damit die Mieterinnen und Mieter, die ordnungsgemäß ihre Zahlungen geleistet hätten, endlich von der Sorge um elementare Bedürfnisse befreit würden.
EWE Wasser lässt sich auf Aufschub ein
Stand der Dinge ist, dass die angekündigte Sperre - als Reaktion auf die Bitte der Stadtverwaltung - bis zur kommenden Woche ausgesetzt werden soll, und zwar, um die Ergebnisse eines Gesprächs zwischen der Stadt-Spitze und Führungskräften der K1 Holding beziehungsweise der Tochtergesellschaft Cux Residential Portfolio GmbH abzuwarten.
Die Vermietungsgesellschaft und die EWE Wasser sind sich offensichtlich uneinig über den Stand der Dinge bei der Bezahlung offener Wasserrechnungen. Der aktuelle Konflikt soll jedoch einen Austausch über Zuständigkeiten und Abläufe ausgelöst haben. EWE Wasser beharrte vorher auf ihren Forderungen; die K1 Holding verwahrte sich gegen den Vorwurf der säumigen Zahlung und wies darauf hin, dass die Rechnungen nicht bei ihr, sondern bei der bis zum Jahresende zuständigen Hausverwaltung gelandet seien.
Mineralwasser wird in die Häuser geschleppt
Wohin ihre Nebenkostenzahlungen nun tatsächlich geflossen sind, ist den meisten Mieterinnen schleierhaft; Tatsache ist aber, dass viele die nächsten Tage bange erwarten und begonnen haben, Mineralwasser als Vorrat zu bunkern. Vor weiteren Maßnahmen scheuen zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner jedoch zurück, weil sie Repressalien des Vermieters fürchten und um ihre Wohnung bangen.
Ähnlich gemischt ist die Reaktion auf den anhaltenden Renovierungsstau. Der beklagenswerte Zustand vieler Wohnhäuser und der Außenanlagen ist lange bekannt, unter anderem geht es um marode Leitungen, nasse Keller, aufsteigenden Schimmel sowie vernachlässigte Gemeinschafts- und Außenanlagen. Die Reaktion der Betroffenen variiert zwischen lautstarkem Aufmerken und Zurückhaltung aus Angst um das Dach über dem Kopf.
Große Hoffnung knüpft sich an den sich abzeichnenden Dialog zwischen Stadt und Vermietergesellschaft. Die Stadt hat für die Zeit danach eine weitere Einladung an die Mieterschaft angekündigt.