Wieder Aufregung in Cuxhaven: Mieter haben Angst vor angedrohter Wassersperre
Die EWE Netz spricht von unbezahlten Rechnungen und will bei der Unterbrechung der Wasserversorgung ernst machen; die K1 Holding weist die Vorwürfe vehement zurück und pocht auf Klärung: Unterdessen haben die betroffenen Mieter in Cuxhaven Angst.
Immer mehr Hinweisschilder tauchen seit Dienstag in den Eingangsbereichen der Mehrfamilienhäuser der K1 Holding in Cuxhaven auf. Darin kündigt die EWE Netz den Bewohnerinnen und Bewohnern für den 20. Januar, also den kommenden Dienstag, die Sperrung der Trinkwasserversorgung an. Die Sache sei ernst, versichert ein Sprecher der EWE Netz und gibt ausstehende Zahlungen der Vermietungsgesellschaft als Grund an. Ein Vorwurf, der die K 1 Holding vehement widerspricht. Inzwischen hat sich auch die Stadt eingeschaltet.
Es ist nicht zum ersten Mal, dass es im Matthias-Claudius-Weg, dem John-Brinckman-Weg oder den anderen Wohnungen des 281 Wohnungen umfassenden Bestands zur Androhung von Strom- oder Wassersperrungen kommt. Für die Anwohner mag sich dabei jedoch keine Routine einstellen. Die Aufregung hinter den Haustüren ist groß und die Angst vor der kommenden Woche wächst.

EWE-Netz-Sprecher Dietmar Bücker bestätigt den derzeitigen Stand der Dinge: Bislang sei die drohende Unterbrechung der Wasserversorgung für die Häuser Matthias-Claudius-Weg 18, 20, 22, 24, 37, 39, 41, und 41a ausgesprochen worden. Für weitere Objekte im John-Brinckman-Weg und der Straße Süderwisch kündigt der Sprecher für diese Woche denselben Schritt an.
Grund dafür seien Außenstände für Trinkwasserrechnungen im bereits fünfstelligen Euro-Bereich. EWE NETZ weist diese dem Vertragspartner CUX Residential Portfolio GmbH, der eigens für den Cuxhavener Bestand gegründeten Tochtergesellschaft der K1 Holding, zu. Diese wehrt sich.

Uneinig über den Zugang von Mahnungen
Dem Hinweis des EWE Netz-Sprechers, dass bereits zahlreiche Mahnungen ausgesprochen worden sein sollen, widerspricht Svenja Neumann von der K1 Holding (Leitung Asset Management). Vielmehr liege ihrem Unternehmen keine einzige Mahnung oder Zahlungsaufforderung der EWE Netz GmbH vor, wie die aktuelle Durchsicht ihrer Unterlagen und Kontobewegungen ergeben habe.
Im Laufe des Donnerstags habe sich nach Rücksprache mit der EWE Netz herausgestellt, dass sämtlicher Schriftverkehr ausnahmslos an die bis zum 31. Dezember 2025 beauftragte Hausverwaltung aus Cuxhaven versendet worden sei. "Vor diesem Hintergrund können wir die öffentlich geäußerten Vorwürfe angeblich horrender Zahlungsrückstände eindeutig entkräften", betont Svenja Neumann. Zudem sei der für den Monat Januar 2026 fällige Abschlag für die Wasserversorgung bereits beglichen worden.
Svenja Neumann kritisiert die Kommunikation der EWE Netz in einer noch ungeklärten Sache wie dieser als datenschutzrechtlich mindestens bedenklich. Der Versorger hatte gegenüber unserem Medienhaus die Cux Portfolio Residential GmbH als Verantwortliche genannt und sein Bedauern für die "äußerst unangenehme Lage" der Meter ausgedrückt. Diese Lage könne durch eine Begleichung der Außenstände beendet werden. Es gehe für die Bewohnerschaft in der Tat um die Trinkwasserversorgung in ihren Wohnungen, bestätigt Dietmar Bücker.

"Wir nehmen die entstandene Unruhe in der Mieterschaft sehr ernst und setzen alles daran, kurzfristig für Transparenz und Versorgungssicherheit zu sorgen", schreibt Svenja Neumann. Unabhängig davon arbeite ihr Unternehmen gemeinsam mit der seit dem 1. Januar 2026 zuständigen neuen Hausverwaltung, der Justus Grosse GmbH (Bremen), an einer vollständigen und belastbaren Aufarbeitung des Sachverhalts, um bestehende Unklarheiten zeitnah auszuräumen und eine Beeinträchtigung der Wasserversorgung auszuschließen.
Termin mit der Geschäftsführung steht
Unterdessen ist das Geschehen in der Stadtverwaltung nicht unbemerkt geblieben. Für das Ende des Monats ist unabhängig davon eine persönliche Unterredung mit der Geschäftsführung der Vermietergesellschaft in Cuxhaven vereinbart. Es sei inzwischen die Bitte an die EWE Netz gerichtet worden, bis zu diesem Zeitpunkt von der angekündigten Sperrung abzusehen, heißt es aus dem Rathaus. Die Entscheidung treffe aber der Versorger selbst.
Nach dem erfolgten Gespräch mit der Unternehmensspitze möchte die Stadt die Anwohner zu einem zweiten Austauschtreffen einladen.