Das Schulviertel mit dem Amandus-Abendroth-Gymnasium rückt aktuell in den Fokus, weil an die Schülerschaft des Gymnasiums eine Drohmail ging. Archivfoto: Schröder
Das Schulviertel mit dem Amandus-Abendroth-Gymnasium rückt aktuell in den Fokus, weil an die Schülerschaft des Gymnasiums eine Drohmail ging. Archivfoto: Schröder
Am Amandus-Abendroth-Gymnasium

Nach angedrohter Gewalttat am AAG Cuxhaven: Polizei gibt erste Erkenntnisse bekannt

von Märthe Werder | 29.04.2026

Nach der Drohung am Amandus-Abendroth-Gymnasium (AAG) in Cuxhaven laufen die Ermittlungen. Eine Rolle spielt auch "White Tiger". Inzwischen stehen erste Erkenntnisse fest - während mehrere Schülerinnen sich zu den Ereignissen äußern.

Die Bedrohung am Cuxhavener Amandus-Abendroth-Gymnasium (AAG) beschäftigt auch zwei Tage später noch Schülerinnen und Schüler sowie die Polizei Cuxhaven. Am Montagabend (27. April 2026) ging gegen 20 Uhr eine Rundmail über die schulinterne Kommunikationsplattform bei der Schulgemeinschaft ein. Vom Account eines Schülers wurde für Dienstag (28. April 2026) eine Gewalttat mit einer Waffe angedroht, teilte die Polizeiinspektion Cuxhaven mit.

Ermittlungen dauern an

"Die Ermittlungen laufen noch", sagt Pressesprecher Stephan Hertz am Mittwoch auf Nachfrage von cnv-medien.de. In einer Sache ist sich die Polizei aber bereits sicher: "Die Ermittlungen haben ergeben, dass der Inhaber des Accounts nicht der Absender der Nachricht ist."

Die Ermittler versuchen nun, herauszufinden, wer der eigentliche Absender ist. Die Ermittlungen seien umfangreicher, da es am Montag ebenfalls in Hildesheim und Delmenhorst zu ähnlichen Fällen gekommen ist, bestätigt Hertz.

Das Versenden der Nachricht fällt unter Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gemäß Paragraph 126 Strafgesetzbuch, gibt der Polizeisprecher auf CN/NEZ-Nachfrage bekannt. Dies wird mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.

Im Mailverteiler der AAG-Schülerschaft ging die Nachricht am Montagabend ein. Foto: Reese-Winne

Nachdem er sich bereits am Dienstag umfangreich geäußert hatte, wollte AAG-Schulleiter Wolfgang Deutschmann am Mittwoch keine weiteren Angaben zum Vorfall machen und verwies auf die laufenden Abiturprüfungen, wofür die Schülerinnen und Schüler ihre volle Aufmerksamkeit bräuchten. Die Schulverantwortlichen und Lehrer seien dabei, die Jugendlichen und Kinder zu beruhigen.

Nachricht: "Ich hasse euch alle"

Am Montagabend um 20.04 Uhr ging die Nachricht an den internen Mailverteiler der AAG-Schülerschaft. "Morgen werde ich mit einer Waffe kommen, mit welcher, werde ich nicht sagen, es ist eine Überraschung", heißt es in der E-Mail, die cnv-medien.de vorliegt. Weiter schrieb der Absender: "Danach werde ich mich selbst umbringen, ich hasse euch alle." Im letzten Absatz heißt es, dass "White Tiger" den Absender dazu gebracht habe und er behaupten werde, dass sein Account gehackt wurde.

Unter dem Pseudonym "White Tiger" soll ein 21-jähriger Hamburger Kinder und Jugendliche über das Internet zu schweren Selbstverletzungen, Suizidversuchen und in einem Fall zum Suizid überredet haben. Der Mann wurde im vergangenen Sommer festgenommen und steht seit Januar vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 204 Taten an über 30 Kindern und Jugendlichen vor.

Für die interne Kommunikation nutzt das AAG die Online-Plattform "I-Serv". Foto: dpa

Die 17-jährige AAG-Schülerin Mia hat über eine Jahrgangsgruppe von der Drohung erfahren. "Die E-Mail war komisch geschrieben. Ich dachte schnell, dass sie fake ist", sagt sie am Mittwoch im Gespräch mit der CN/NEZ-Redaktion.

Die 18-jährige Neva erzählt, dass am AAG alle Schüler über die Mail gesprochen hätten. "Es wurde spekuliert, wer der Hacker war", berichtet die Zwölftklässlerin. Die beiden fühlten sich nach eigenen Angaben nicht unwohl dabei, am Dienstag in die Schule zu gehen. "Ich habe aber mitbekommen, dass die jüngeren Schüler Angst hatten", erinnert sich Neva.

Mehrere Mitschüler von Nisha seien am Dienstag nicht zur Schule gekommen. "Die Drohung passt nicht zu dem Schüler", versichert sie. Dennoch seien sie und ihre Mitschüler nicht zur Schule gekommen. "Die Gefahr war trotzdem nicht wirklich weg", gibt die 17-Jährige zu bedenken.

+++ Hier bekommen Sie umgehend Hilfe: Wenn Sie depressiv sind oder Suizidgedanken haben, bleiben Sie damit nicht allein. Es gibt Menschen, die zuhören und helfen. In Deutschland erreichen Sie die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos unter Telefon 08 00 / 111 01 11 oder unter 08 00 / 111 02 22. Im Notfall können Sie sich jederzeit an die Feuerwehr (112) oder den Polizeinotruf (110) wenden. Hilfe zu suchen, ist ein wichtiger Schritt. +++

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Märthe Werder

Volontärin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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