Faszinierte sein Konzertpublikum erneut mit „Beethoven im Schloss“: das Busch-Trio mit dem Geiger Mathieu von Bellen (l.), dem Cellisten Ori Epstein (r.) und dem Pianisten Omri Epstein. Foto: Cordes
Faszinierte sein Konzertpublikum erneut mit „Beethoven im Schloss“: das Busch-Trio mit dem Geiger Mathieu von Bellen (l.), dem Cellisten Ori Epstein (r.) und dem Pianisten Omri Epstein. Foto: Cordes
Aus Amsterdam

Ein mitreißendes Klaviertrio: Busch-Trio begeistert im Cuxhavener Schloss Ritzebüttel

26.03.2026

Das Busch-Trio aus Amsterdam verzaubert mit seiner einzigartigen Beethoven-Interpretation das Publikum im Cuxhavener Schloss Ritzebüttel. Ein Konzertabend, der die Zuhörer restlos begeistert und neue Maßstäbe setzt.

Wenn das Busch-Trio aus Amsterdam "seinen" Beethoven spielt, ist die Begeisterung des Konzertpublikums angesichts der so uneingeschränkt mitreißenden Interpretation absolut garantiert. Das war bei der ersten Begegnung mit dem fantastischen Klaviertrio Anfang April 2025 so und nun, als es zum zweiten Mal "Beethoven im Schloss" hieß, um keinen Deut anders. Mit dem Unterschied vielleicht, dass die Begeisterung nun überhaupt keine Grenzen mehr kannte und das Konzert schon sehr früh ausverkauft gewesen war.

Die im Rahmen des städtischen Kulturangebots stattfindende und von Mathias Christian Kosel als künstlerischem Leiter "bestückte" Stadtklang-Reihe hat inzwischen ein Niveau erreicht, das sich ohne Frage mit dem seinerzeit so anspruchsvollen Kammermusik-Angebot des Cuxhavener Konzertvereins messen kann. Und wenn Kosel nun gleichfalls versucht, in der neuen Konzertreihe auf eine gewisse Kontinuität zu setzen, war das jüngste Busch-Trio-Konzert ein allerbestes Beispiel für ein Gelingen dieses Weges.

Das große Projekt des Busch-Trios ist bekanntlich die komplette Einspielung der Klaviertrios von Ludwig van Beethoven. Als Konzertpublikum die Chance zu haben, an einem solchen Entstehungsprozess live teilzunehmen, ist eine ausgesprochen spannende Angelegenheit. Vor allem dann, wenn es gerade diese drei so außergewöhnlichen Musiker vom Busch-Trio sind: der Geiger Mathieu van Bellen, der Cellist Ori Epstein und der Pianist Omri Epstein.

Und wie bei der zweiten Begegnung im Schloss Ritzebüttel festzustellen: Wiederum ist ihre Beethoven-Interpretation wie aus einem einzigen Guss. Alles fließt ineinander, alles stimmt "auf den Punkt", es gibt keine Schwankungen, keine Irritationen: Die Drei sprechen im wahrsten Sinne des Wortes eine Sprache. Und die ist eine ganz besondere. Auf dem Programm: Beethovens Variationen für Klaviertrio Es-Dur op. 44, das Klaviertrio c-Moll op. 1 Nr. 3 und das Klaviertrio D-Dur op. 70 Nr. 1. Alles drei Werke mit einem Höchstmaß an Kontur und Kontrast, mit dem Griff ins Düstere, Tragische und Dramatische. Und alles drei Werke, die von den Interpreten das Äußerste an Expressivität und Intensität verlangen.

Und genau das ist es, was das Busch-Trio wie kein anderes vor seinen Zuhörerinnen und Zuhörern bis ins allerkleinste Detail ausbreitet. Es ist das so kraftvolle, auf absolut klare Konturen ausgerichtete Spiel der drei Musiker, das einem manches Mal fast den Atem stocken lässt. Nicht zuletzt impliziert es eine Wildheit und Eindeutigkeit, die andere Interpretationen in der Ausschließlichkeit so nicht erkennen lassen.

Ohne Zweifel ist es ein bedingungsloses An-die-Grenzen-Gehen, was das Busch-Trio mit seinen Beethoven-Interpretationen unternimmt. Und das können eben nur Musiker, die so außergewöhnlich sind wie diese drei. Dass es ihnen bei allem unbedingten konturenklarem Spiel überhaupt nicht an einem ausgeprägten Sinn für die Feinheiten des jeweiligen Werkes mangelt, beweisen sie zudem in zahlreichen Passagen immer wieder: Omri Epstein mit seiner ausgefeilten Pianistik, Mathieu van Bellen mit seinem so ausdruckstarken und facettenreichen Geigenspiel und Ori Epstein an seinem einen ganzen Klangkosmos ausbreitenden Violoncello.

Wer im Schloss Beethovens Klaviertrios vom Busch-Trio gespielt gehört hat, wird sie vermutlich künftig anders hören - kraftvoller und wilder, so mitreißend wie faszinierend interpretiert. Das Publikum war zu Recht restlos begeistert und die Musiker bedankten sich für so viel Beifall mit zwei Zugaben.

Von Ilse Cordes

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