Elfen, Lavaströme und Geisterstadt: Oberschule Cuxhaven-Mitte begegnet Island
Eine Reise ins Unbekannte erlebten Schülerinnen und Schüler der Oberschule Cuxhaven-Mitte in Island. Gemeinsam mit ihren Austauschpartnern entwickelten sie Modelle für eine inklusive Schule. Gleichzeitig gab es spektakuläre Landschaften zu erkunden.
Fünf Tage lang waren zwölf Schülerinnen und Schüler der Schülervertretung der Oberschule Cuxhaven-Mitte zu Gast an der Ölduselsskóli in Reykjavik. Die Reise fand im Rahmen des europäischen Bildungsprogramms Erasmus+ statt, für das die Oberschule Cuxhaven-Mitte seit Kurzem akkreditiert ist. Unterstützt wurde das Projekt außerdem durch eine großzügige Spende des Partnerschaftsvereins Cuxhaven-Hafnarfjördur mit seinem Vorsitzenden Wilhelm Eitzen.

Für mehr als die Hälfte der Jugendlichen war es der erste Flug. Schon beim Landeanflug beeindruckten sie die landschaftlichen Unterschiede zu ihrer Heimat und die deutlich erkennbaren neuen Lavaströme.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die gemeinsame Arbeit der Schülervertretungen am Thema "Schule der Zukunft für alle". Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Inklusion. Drei Schultage lang diskutierten, planten, bauten und präsentierten die Cuxhavener gemeinsam mit den isländischen Jugendlichen ihre Ideen, wie eine Schule für alle aussehen könnte. Interessante Einblicke boten auch die Wahlen zur Schülervertretung: Alle Kandidatinnen und Kandidaten stellten sich und ihre Pläne für die Schule persönlich der Schülerschaft vor.
Graben zwischen den auseinanderdriftenden Erdplatten
Bei einem gemeinsamen Tagesausflug mit den Isländern besuchte die Gruppe den Nationalpark Thingvellir, die Wiege der isländischen Demokratie. Dort ist ein deutlich sichtbarer Graben zwischen den auseinanderdriftenden Erdplatten zu erkennen. Sehr eindrücklich und auch etwas beklemmend war der Besuch in Grindavik, das nach den jüngsten Vulkanausbrüchen teilweise zur Geisterstadt geworden ist. Wegen zahlreicher Erdrisse ist das Betreten bestimmter Bereiche dort nach wie vor sehr gefährlich.
Cuxhavens Partnerstadt erkundet
In der Partnerstadt Hafnarfjördur erkundeten die Jugendlichen den Hafen mit der Cuxhavengata und einer kleinen Kugelbake. Auf ihrem Spaziergang durch die hübsche Innenstadt bestaunten sie auch den Platz, an dem jedes Jahr der Weihnachtsbaum aufgestellt wird, der seit rund 30 Jahren per Schiff aus der Partnerstadt Cuxhaven kommt. Zum Abschluss konnten die Schülerinnen und Schüler im idyllischen Hellisgerdi-Park, einem kleinen, mystischen Lavagarten mitten im Zentrum der isländischen Hafenstadt, die Seele baumeln lassen. Er gilt als Heimat vieler Elfen.
Ein gemeinsames Abschlussfest in der Schule bot schließlich Gelegenheit, die ereignisreichen Tage zusammen ausklingen zu lassen und die neu entstandenen Freundschaften zu feiern. Und noch ein Souvenir gab es, nämlich eine Menge neu gewonnenes Selbstbewusstsein und Sprachkenntnisse: "In den drei Tagen hier in Island habe ich mehr Englisch gelernt als in der Schule in den Jahren davor", stellte Philipp Tafertshofer fest.
Großer Wunsch: Mehr daraus werden lassen
Vorbereitet wurde die Reise von Erasmus+-Koordinator Christian Kamps in Zusammenarbeit mit den SV-Lehrkräften der Oberschule Cuxhaven-Mitte Cathrin Dollak und Johannes Gabriel (gleichzeitig Schulsozialarbeiter) und der isländischen Schule. Mit dabei war auch Schulleiterin Clarissa Schröer - mit dem Wunsch im Gepäck, eine dauerhafte Schulpartnerschaft auf die Beine stellen zu können.
Die Oberschule hofft nun auf einen Gegenbesuch der Schülervertretung aus Reykjavik im kommenden Jahr. Die gemeinsame Arbeit an Ideen für eine Schule, die allen Anforderungen der Inklusion gerecht wird, soll dabei fortgesetzt werden. Außerdem freuen sich die Jugendlichen und ihre Begleitpersonen auf ein Wiedersehen mit den neu gewonnenen Freundinnen und Freunden aus Island.
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