Erfolg in Sicht: Zeitplan für Bau der neuen Gorch-Fock-Schule in Cuxhaven steht
Schluss mit Hin und Her: Die Stadt will endlich den entscheidenden Schritt für den Neubau der Gorch-Fock-Schule gehen. Im Schulausschuss musste Stadtrat Marcus Itjen schon abwinken angesichts all des Lobs, das ihm von allen Seiten entgegenschlug.
Der Status als Messias stehe ihm nicht zu, bemerkte er trocken, nachdem FDP-Ratsherr Günter Wichert ihn gar als "personifizierten Erlöser" bezeichnet hatte. Das alles, weil die Stadt Cuxhaven dem Neubau der Gorch-Fock-Schule näher ist denn je. Selbst das Fertigstellungsdatum steht.
Ehrliche Zeitplanung, pragmatische Lösungen für die Gorch-Fock-Schule und die Oberschule Cuxhaven-Mitte bis zur Fertigstellung, aber auch keine Abwege mehr: "Ich will jetzt ganz gern mal machen", signalisierte Cuxhavens Erster Stadtrat Marcus Itjen am Mittwoch im Schulausschuss. Spätestens Anfang 2030 soll die neue vierzügige Grundschule mit Doppel-Turnhalle stehen, damit dort spätestens zum Schuljahr 2030/31 400 Schulkinder einziehen können.

Die Etappen auf dem Weg dorthin hat Marcus Itjen bereits eingetütet. Er ist zuversichtlich, dass es diesmal klappt mit dem jüngsten Schulneubau der Stadt Cuxhaven - dem ersten nach der 2012 bezogenen Realschule an der Schulstraße. Selbst die letzte große Unbekannte soll den in Fahrt gesetzten Dampfer nicht mehr stoppen: wo genau denn nun der Neubau auf dem Gelände irgendwo zwischen Strichweg, Hermann-Allers- und Gorch-Fock-Straße platziert werden soll.

In einer "idealen Welt" wäre die Lösung klar
Hauptsache, die vierzügige Grundschule, Doppelturnhalle, Außengelände und Zuwegung passen erst mal auf das städtische Gelände zwischen dem früheren Schulhof und dem Bauteppich der Hermann-Allmers-Halle, die in dem Zuge abgerissen wird. Eine Option bleibt offen: Sollte der Rückkauf des ehemaligen Schulgebäudes (einst Kiautschou-Kaserne) doch noch gelingen, könnte der Neubau sogar an derselben Stelle entstehen, wo die Gorch-Fock-Schule bis vor zwölf Jahren zu Hause war. Marcus Itjen machte keinen Hehl daraus, dass das "in einer idealen Welt" seine favorisierte Lösung wäre.

Die Stadt befinde sich in Verhandlungen mit dem chinesischen Eigentümer; die preislichen Vorstellungen gingen jedoch weit auseinander. Damit die anhaltende Ungewissheit nicht die Schulplanung verzögerte, würden Planung und Ausführung bewusst getrennt voneinander ausgeschrieben, erläuterte Marcus Itjen: Hauptsache sei die Planung für ein grundstücksgerechtes Ensemble, das gleichzeitig den baurechtlichen Anforderungen im Wohngebiet gerecht werde.
Mit der Planungs-Ausschreibung ist eine externe Firma beauftragt worden. Schulleiterin Katja Arnold sei bei der Festlegung der Mindestkriterien einbezogen worden. Zu dem seit dem 25. Februar laufenden Teilnahmewettbewerb sind laut Itjen bereits in den ersten Tagen mehrere konkrete Bieteranfragen eingegangen. Voraussetzung für die Teilnahme ist Erfahrung im Schul- und Turnhallenbau.
Akteuren nochmal das Wort geben
Der Zuschlag soll Mitte/Ende September erteilt werden - aber nicht vor einer vorgeschalteten "Phase 0", einem Abstimmungsprozess des Schulträgers mit Eltern, Lehrkräften und Politik. Dieser Vorgang koste nur im ersten Moment mehr Zeit, beuge aber späteren Verzögerungen und Akzeptanzproblemen vor.
Schon während der Planungsausschreibung will die Stadt außerdem einen externen Projektsteuerer für das gesamte Vorhaben beauftragen. Auch hier war Schulbau-Erfahrung Voraussetzung. 24 Unternehmen haben sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist am vergangenen Mittwoch beworben; der Zuschlag ist für Ende Juni geplant.

Weiterhin veranlasst die Stadt bereits Baugrund- und Bodenuntersuchungen. Der Abriss der Hermann-Allmers-Halle soll allerdings nicht früher erfolgen als erforderlich, um den Engpass bei den Hallenzeiten so kurz wie möglich zu halten. Mit dem Planungsabschluss wird im ersten Quartal 2027 gerechnet, damit danach das festen Regeln folgende Genehmigungsverfahren beginnen kann. Mit der Ausführung soll anschließend ein Generalunternehmen beauftragt werden.
Die Ausschussmitglieder äußerten großes Vertrauen für das angeschobene Verfahren. Fragen löste lediglich der Verzicht auf den anfangs noch erwogenen Bau einer Kita im selben Gebäude aus. Sozialdezernentin Petra Wüst berichtete, dass dafür zurzeit kein Handlungsdruck bestehe und für einen Kita-Neubau gegebenenfalls alternative Grundstücke zur Verfügung stünden.
Sporthalle am liebsten direkt anschließen
Mit dem Wunsch, die Sporthalle katastrophenschutzgerecht zu planen, rannte die Politik offene Türen bei der Verwaltung ein, ebenso mit dem Rat, einen direkten Anschluss der Turnhalle an das Schulgebäude hinzubekommen, weil das dauerhaft Betriebskosten einzusparen verspreche.
In die mit rund 25 Millionen Euro veranschlagten Baukosten ist ein Beitrag des Landkreises für den Ankauf des Bleick-Max-Bleickenhauses in der Rathausstraße fest mit eingeplant. Marcus Itjen berichtete von konstruktiven Gesprächen mit dem Landrat. Die Kreispolitik warte laut Enak Ferlemann (CDU) nur auf eine Einigung; Mittel hierfür seien im Haushalt eingeplant.