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Vertreter der Baufirma, des Bauherren und der Stadt Cuxhaven nahmen in luftiger Höhe die Fassade des im Jahr 1935 errichteten Fischversandbahnhofs in Augenschein.
Vertreter der Baufirma, des Bauherren und der Stadt Cuxhaven nahmen in luftiger Höhe die Fassade des im Jahr 1935 errichteten Fischversandbahnhofs in Augenschein.
Nach Sanierung

Cuxhaven: Große Pläne für den historischen Fischversandbahnhof vorgestellt

von Kai Koppe | 19.06.2026 Zuletzt aktualisiert: 22.07.2026 12:20 Uhr

Der historische Fischversandbahnhof in Cuxhaven steht vor einer umfassenden Neubelebung: Bis 2027 sollen in der denkmalgeschützten Halle neue Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten entstehen.

An einer Indoor-Spielmöglichkeit fehlte es in Cuxhaven, ebenso an einer Nachnutzungsperspektive für weite Teile des ehemaligen Fischversandbahnhofs. Eine Immobiliengesellschaft aus Bremen, Eigentümerin des denkmalgeschützten Ensembles, möchte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ein Edutainment-Museum soll die historische Halle mit Leben füllen. Und weil die Fläche groß genug ist, wird unter demselben Dach auch ein Bahlsen-Outlet einziehen.

"Welches Kind mag keine Kekse?!", rief Daniel Jarackas seinen künftigen Nachbarn zu. Der Unternehmer aus der Gemeinde Wangerland ist Inhaber der Phänomania-Museen, die sich unter anderem in Büsum und in Carolinensiel etabliert haben. Ein vergleichbares Angebot, das naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten mit allen Sinnen erfahrbar macht, soll in Kürze auch in Cuxhaven entstehen.

Eröffnung im kommenden Jahr

"35 Exponate sind schon fertig", verriet Jarackas in Rahmen eines Lokaltermins Mitte der Woche. Bei Eröffnung im Sommer 2027 sollen kleine (und durchaus auch größere) Besucherinnen und Besucher an bis zu 200 Stationen Experimente aus Bereichen wie Optik oder Mechanik durchführen können. Spiegel-Spiele oder ein "Trabant-Heber" werden zu den Attraktionen  gehören; ein zweiter Teilbereich des Museums soll sich den menschlichen Sinnen widmen. "Dabei werden wir auf Monitore verzichten", sagte Jarackas, der auf Vermittlung von Cuxhavens Kurdirektor Olaf Raffel für den Standort gewonnen wurde.

Was man an Cuxhaven hat, ist der Bahlsen GmbH längst bewusst - ist der Kekshersteller aus Hannover doch seit Jahren vor Ort mit einem Outlet vertreten. Die Verkaufsstelle, die sich derzeit noch in der Kapitän-Alexander-Straße befindet, soll im künftigen Domizil (Fischversandbahnhof) angekommen zum bundesweit größten Bahlsen-Outlet anwachsen. "Da gibt es dann alles", versprach Oliver Jansen, Leiter der Outlet-Sparte innerhalb der Bahlsen-Gruppe mit Blick auf das Gebäck- und Konfiserie-Sortiment.  

Bevor gespielt und geshoppt werden kann, soll die denkmalgeschützte Bausubstanz eine Frischzellenkur erhalten. Nach Angaben der Eigentümerin, der Buhlmann Immobilien GmbH aus Bremen, ist die hölzerne Sprengwerkskonstruktion, die das in 13 Meter Höhe befindliche Hallendach trägt, bereits im Jahr 2024 saniert worden. Arbeiten, die von der  Firma Züblin durchgeführt werden, konzentrieren sich aktuell auf die bereits eingerüstete Fischversandbahnhof-Fassade, an der Fugen erneuert, einzelne Klinker ausgetauscht und Mauern statisch ertüchtigt werden.

Bauherren, Planer und Nutzer des Areals in der historischen Halle. Unter Berücksichtigung von Denkmalschutzaspekten soll jene bin März 2027 saniert sein.

Bauherren hatten das Objekt vor fünf Jahren erworben

Die mit diesen Maßnahmen verbundene Bestandssicherung des Gebäudes ist aus Sicht des Oberbürgermeisters ein wichtiger Schritt. "Wenn man von Zentrum der Cuxhavens spricht, gehört dieser Standort definitiv dazu", sagte Uwe Santjer, auf die Bedeutungs des Fischversandbahnhofs für die Wirtschaftsgeschichte Cuxhavens anspielend. Die von den Planern vorgelegte Konzeption sei "die beste, die wir haben können", fuhr er in Richtung der aus Bremen angereisten Bauherren fort. Deren Gesllschaft hatte das1935 erbaute Objekt vor circa fünf Jahren von der Firma Dahlhoff erworben. "Seitdem wurden verschiede Nutzungskonzepte untersucht, um für das historische Gebäude eine Perspektive zu finden", hieß es in einer Erklärung. Für einen zum Ensemble gehörenden ehemaligen Verwaltungstrakt hatte sich eine solche Lösung bekanntlich schon in der Vergangenheit gefunden: Dort ist seit 2017 ein Lokal untergebracht.

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Kai Koppe

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