Um das NPorts-Verwaltungsgebäude (Bild) mit Fernwärme zu versorgen, müssen die Betreiber des Holzheizkraftwerks parallel zur Konrad-Adenauer-Allee Rohre verlegen. Aus gutem Grund sollen die Leitungen unterirdisch verlaufen. Foto: Koppe
Um das NPorts-Verwaltungsgebäude (Bild) mit Fernwärme zu versorgen, müssen die Betreiber des Holzheizkraftwerks parallel zur Konrad-Adenauer-Allee Rohre verlegen. Aus gutem Grund sollen die Leitungen unterirdisch verlaufen. Foto: Koppe
Anbindung des NPorts-Baus

Fernwärmeleitung soll in Cuxhaven nicht den Blick verstellen

von Kai Koppe | 26.06.2024

Bezüglich einer zur Anbindung des NPorts-Verwaltungsgebäudes gedachten Fernwärmeleitung wünscht die Ratspolitik einen Gedankenaustausch auf Gremienebene. Aus SPD-Sicht ist die Sach- und Interessenlage gleichwohl klar.

Indem sie einen fraktionsübergreifend unterstützten Heranziehungsbeschluss beantragte, hob die aus SPD/Grünen und der Fraktion Die Cuxhavener bestehende Mehrheitskooperation die Angelegenheit auf die Tagesordnung des am 12. August tagenden Bauausschusses.

Um ein kleines, auf kommunalem Grund verlaufendes Leitungsstück wird es in besagter Sitzung nach der politischen Sommerpause gehen. Um das Gelände der Niedersachsen Ports GmbH zu erreichen, benötigen die Betreiber des im Neuen Fischereihafen entstandenen Holzheizkraftwerk eine Leitungstrasse im Bereich des aus der Nutzung gefallenen Deiches an der Konrad-Adenauer-Allee.

Anbindung führt über städtischen Grund

Dass die Politik mitreden will, wenn es um das "Wie" und das "Wo" geht, darf niemanden überraschen: In der jüngsten Ratssitzung erinnerte der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Gunnar Wegener daran, dass man sich schon im Jahr 2022 darauf verständigt habe, alle Angelegenheiten, die mit Holzheizkraftwerk zusammenhängen, dem Rat zur Kenntnis zu geben. Das gelte insbesondere für Fernwärmeleitungen, die (wie im vorliegenden Fall) auf städtischem Grund und Boden verlegt werden sollen.

Auf Nachfrage hin schloss Wegener am Dienstag nicht aus, dass im August noch einmal kontrovers über die Leitung diskutiert werden könnte. "Für uns als SPD ist das Thema klar", bekräftigte er allerdings. Vor wenigen Tagen hatte er sich dem Rat gegenüber zuversichtlich gezeigt, dass man dem Vorhaben "nach den Maßgaben der Sitzungsvorlage 101/2024" zustimmen wird.

Der Verweis auf das Verwaltungspapier ist insofern wichtig, als dass daraus hervorgeht, wie die 40 Zentimeter starken Leitungen an der Konrad-Adenauer-Allee verlegt werden sollen: Im Deichkörper, und zwar unterhalb des Straßenniveaus, soll das passieren - eine Festlegung, die aus Sicht von Wegeners Fraktionskollegen Michael Stobbe in jedem Fall Sinn macht.

Deichfenster als "Durchguck" geplant

"Wir wollen uns das künftige Deichfenster ja nicht durch oberirdisch verlaufende Rohre kaputtmachen lassen", gab Stobbe, an das Stadtentwicklungsprojekt "Deichband" erinnernd, zu bedenken. Wie berichtet ist im "Deichband"-Kontext eine Öffnung des früheren Flutschutzbollwerks geplant: Ein "Deichfenster" soll von Richtung Innenstadt her den Blick auf  Schleusenpriel und Hafen erlauben und gleichzeitig einen Aufenthaltspunkt schaffen.

Insofern sei es der richtige Weg, die Rohre im Deich versteckt zu verlegen, ergänzte der SPD-Ratsherr, der die Anbindung des NPorts-Gebäudes ans Fernwärmenetz ebenfalls als sinnvoll bezeichnete. Gleichwohl gilt für die Sozialdemokraten die Devise "Bis hierhin und nicht weiter". Fraktionsvorsitzender Wegener wies in diesem Zusammenhang unter anderem auf eine den Kraftwerksbetreibern erteilte Genehmigung hin, nach welcher der Radius zur Verlegung solcher Leitungen auf maximal fünf Kilometer begrenzt worden sei. "Angenommen, dass die Betreiber etwas anderes wollen: Dann wären sie ersteinmal in der Bringschuld", argumentierte Wegener auf Nachfrage hin: Sie müssten darlegen wie solch ein Netz technisch zu realisieren sei und was es im Endeffekt koste.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
MOIN CUXHAVEN

Der Genitiv hat doch noch eine Lobby

von Kai Koppe

Seit Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserschaft der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe-Zeitung. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung. Heute geht es um Fragen des Falls.

Zweite Amtszeit

Kommunalwahl 2026 in Cuxhaven: Uwe Santjer bleibt Oberbürgermeister - ohne Stichwahl

von Kai Koppe

Uwe Santjer bleibt Oberbürgermeister von Cuxhaven. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2026 gegen seine Herausforderer durch und sicherte sich eine zweite Amtszeit. Die Entscheidung zeichnete sich am Sonntagabend unerwartet schnell ab. Alle Infos.

Eine Hürde blaibt noch zu nehmen

Kita-Neubau in Lüdingworth: Jetzt muss nur noch das Land "Ja" sagen

von Kai Koppe

Mit einem Ratsbeschluss zum Finanzierungsmodell in der Tasche will die Stadt an die Kommunalaufsicht herantreten.

 Interkulturelle Woche

So schmeckt Vielfalt in Cuxhaven: 13 Apfelkuchen und ganz viel Demokratie 

von Bengta Brettschneider

Cuxhaven feiert bei Tante Emma die Interkulturelle Woche: Flamenco, Zumba & internationales Essen treffen auf gelebte Vielfalt. Zwischen Musik, Begegnungen und 13 Apfelkuchen zeigt sich, wie bunt Nachbarschaft und gemeinsames Miteinander sein können.