Förderverein Kriminalprävention in Cuxhaven vertritt bei Cannabis eine klare Position
Vor nicht allzu langer Zeit leitete er noch das Präventionsteam der Cuxhavener Polizei, nun hat Uwe Sandrock den Vorsitz beim Förderverein Kriminalprävention übernommen. Der Verein will jetzt verstärkt öffentlich auftreten.
Von Maren Reese-Winne
Cuxhaven. Der Förderverein Kriminalprävention in Cuxhaven plant Großes zu seinem 25-jährigen Bestehen im kommenden Jahr: Dann will er in einem würdigen Rahmen Preise für Zivilcourage und außergewöhnliches soziales Engagement verleihen. Während der Verein bisher in der Hauptsache andere Veranstaltungen unterstützt habe, wolle er künftig auch stärker selbst Themen setzen, erklärt der neue Vorsitzende Uwe Sandrock.
Der pensionierte Kriminalbeamte und frühere Leiter des Präventionsteams der Polizeiinspektion Cuxhaven hat im vergangenen Jahr Rüdiger Kurmann als Vorsitzenden abgelöst. Der neu formierte Vorstand - mit Christina Haas als stellvertretender Vorsitzenden, Gabriele Hoffmann als Beisitzerin, Volker Kosch als Kassenwart und Daniela Sandrock als Schriftführerin - stimmte in der vergangenen Woche bei der Hauptversammlung mit den Mitgliedern zukünftige Pläne ab.
Soziales Engagement bedeutet auch Vorbeugung
Frühprävention beginne schon mit der Förderung sozialen Engagements. "Natürlich unterstützen wir auch künftig Vereine, Jugendinstitutionen, Schulen und Veranstaltungen mit solchen Anliegen", kündigen Uwe Sandrock und Christina Haas an. Anträge könnten unbürokratisch und niedrigschwellig gestellt werden. Wer den Verein dabei unterstützen möchte: Spenden auf das Konto DE89 2415 0001 0000 1225 23 (Stadtsparkasse Cuxhaven) sind willkommen.
"Wir haben noch mal sehr gründlich den Begriff Prävention erkundet", verrät Christina Haas. "Uns ist dabei aufgefallen, dass oftmals erst im Nachhinein große Beträge für die Heilung in die Hand genommen werden." Prävention im Bereich Sicherheit und Gesellschaft sei jedoch gewollt und notwendig.
Der Verein ist ebenso wie seine einzelnen Mitglieder eng vernetzt, zum Beispiel im Kommunalen Präventionsrat, dem Begleitausschuss für das Bundesprogramm "Demokratie Leben!" und - über eine ehemalige Kriminalbeamtin aus Hannover - dem Landespräventionsrat. Christina Haas und Uwe Sandrock kennen sich aus dem Arbeitskreis "Schule im Dialog", der jahrelang in Cuxhaven Mobbingpräventionstage veranstaltete.
Rauchen in der Schule: "Wie in den 70ern"
Bei dem Stichwort Prävention muss in diesen Tagen auch die Frage nach der Cannabis-Legalisierung gestellt werden. Beide Vorstandsmitglieder reagieren mit einer klaren persönlichen Position: "Verfügbarkeit macht abhängig", sagt Uwe Sandrock. Die Sichtbarkeit von Cannabiskonsum im öffentlichen Raum verleite auch Jugendliche. Dabei werde gerade bereits in den 7. und 8. Klassen schon jetzt wieder geraucht "wie in den 70ern".
Oder besser "gevapt", so nennt sich das Verdampfen von E-Zigaretten. Aber das Vapen habe auch Nebenwirkungen und die E-Zigaretten enthielten oft Nikotin und andere gesundheitsschädigende Stoffe, so Sandrock.
Diskussion um Umgang mit der Freigabe beginnt erst
Seines Erachtens nach ist der künftige Umgang mit Cannabis "nicht kontrollierbar": "eine gefühlte Vollfreigabe." Das Gesetz stufen Lehrerin Christina Haas und Uwe Sandrock "nicht als Jugendschutz-, sondern als Cannabis-fördernd" ein. Umso wichtiger sei die kritische Begleitung durch Information und Veranstaltungen: "Prävention beginnt im Alltag und soll Orientierung verleihen." Dazu gehöre auch, der viel verbreiteten Ich-Bezogenheit etwas entgegenzusetzen.
Weitere Grundlagen zu den Themen Kriminalität und Cannabisfreigabe verspricht die Sitzung des Kommunalen Präventionsrats am Mittwoch, 24. April, zu liefern. Die Sitzung im Haus der Jugend beginnt um 15.30 Uhr und ist öffentlich. Mitglied in dem vom Rat der Stadt gebildeten Gremium ist auch der Förderverein Kriminalprävention.
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