Fracht von Cuxhaven nach Helgoland verteuert sich deutlich
Die Hochseeinsel Helgoland ist von der Versorgung vom Festland abhängig und damit vom Frachtschiff aus Cuxhaven. Und hier droht eine massive Verteuerung durch Fehlkalkulationen. Ein Großhändler hat seine Kundschaft jetzt schriftlich informiert.
Die Versorgung der Hochseeinsel Helgoland ist abhängig vom Frachtschiff aus Cuxhaven. Und hier droht eine deutliche Verteuerung durch massive Erhöhung der Kosten. Ein Großhändler hat seine Kundschaft jetzt schriftlich informiert.
Ohnehin sind die Lebenshaltungskosten auf Helgoland teurer als auf dem Festland. Jede Rolle Klopapier, jede Apfelsine, jeder Joghurtbecher muss über die Nordsee geschippert werden. Das macht Einkaufen auf Helgoland - trotz Zollfreiheit - in vielen Bereichen zu einer teureren Angelegenheit. Schließlich kann kein Mensch nur von günstigem Schnaps und zollfreien Zigaretten überleben.
Das Gros wird über das Helgoland Fracht-Kontor abgewickelt. Es gehört zur Karl-Meyer-Gruppe in Wischhafen, die seit 2025 zum Unternehmen Nehlsen gehört. Regelmäßig - wenn nicht wie gegenwärtig durch den Ostwind ausgebremst - nimmt der Frachter "Lun" des Unternehmens ab Cuxhaven mit Frachtgut Kurs Helgoland und verlässt die Insel mit Abfall. Der Versorger ist gleichzeitig auch Entsorger. Auch MS "Helgoland" kann zwar Fracht und Frischware mitnehmen, allerdings nicht in diesem Ausmaß.
Andere Modalitäten der Berechnung
Mit einem Schreiben hat sich die Firma Engel jetzt an ihre Kundschaft auf Helgoland gewandt. Der Großhändler und Schiffsversorger auf der Insel hat darin kommuniziert, dass neue, gestiegene Frachtpreise ab 1. Februar massive Auswirkungen auf die Preispolitik ihres Unternehmens haben - besonders bei Kühl- und Tiefkühlwaren sowie Getränkekisten.
Firmenchef Claas Engel schreibt: "Wir bitten Sie um Ihr Verständnis, dass wir unter diesen Gegebenheiten nicht umhinkommen, leider auch unsere Preise entsprechend anzupassen. Wir führen zurzeit mit Nachdruck viele Gespräche, um diese Situation langfristig und stabil zu verbessern. Seien Sie versichert, dass wir eine Preisentlastung an Sie umgehend weitergeben werden, sofern wir Entsprechendes erreicht haben."
Gegenüber unserem CNV-Medienhaus macht der Geschäftsmann deutlich, dass die genaue Erhöhung zurzeit allerdings noch nicht genau beziffert werden könne, weil sich die Abrechnungsmodalitäten verändert haben. Vorher habe es einen Festpreis pro Kilo gegeben, nun gebe es unterschiedliche Positionen. Er setzt aktuell auf Verhandlungen mit dem Versorger.
Unternehmen und Gemeinde sind im Dialog
Lars Koch, Unternehmenssprecher der Firma Karl Meyer, bestätigt im Gespräch mit CNV-Medien gestiegene Frachtpreise nach und von Helgoland. Grundlage sei, dass es in diesem Bereich einen Verlust von mehr als einer Million Euro gegeben habe. "Grund waren falsche Kalkulationen in den letzten Jahren." Nachdem die ehemaligen abgeschriebenen Frachtschiffe "Björn M." und "Helgoland" nicht mehr eingesetzt wurden, habe die Kalkulation nicht mehr funktioniert, das hätten Überprüfungen ergeben, so Koch. Und daraus zog der Ver- und Entsorger Konsequenzen: Im ersten Schritt habe man daraufhin die Abläufe und Prozesse optimiert, und im zweiten die Preise angepasst. "Wir sind auf das Verursacherprinzip umgestiegen. Insgesamt seien die Frachtpreise im Helgoland-Verkehr um 29 Prozent gestiegen, wobei der Lebensmittelbereich lediglich einen geringen Anteil ausmache. Mit der Gemeinde Helgoland sei man im Gespräch, verdeutlicht Lars Koch. Das bestätigt auch der Bürgervorsteher Gunther Nagel. Mit dem Unternehmen Nehlsen sei man seit dem 18. Dezember mündlich und schriftlich im ständigen Dialog.