Rotes Cuxhaven-"X" soll das "Wir"-Gefühl stärken
"Frisch und visuell ansprechend": So beschreibt die Stadt ihre inzwischen rechtlich geschützte Bildmarke, die seit geraumer Zeit verstärkt zum Einsatz kommt. Bekannte Sympathieträger soll das "X" dennoch nicht verdrängen.
Im deutschen Alphabet gehört das "X" den seltensten Lettern. Andererseits ist es so einprägsam wie kaum ein anderes Zeichen. Aus dem werbewirksamen Glücksfall, diesen Buchstaben im Namen zu tragen, schlägt die Stadt Cuxhaven seit einigen Monaten mehr Kapital: Ein stilisiertes "X" in Signalrot kam zwar auch schon in Vorjahren zum Einsatz. Als Logo hat es aktuell jedoch an Bedeutung gewonnen.
Das Zeichen sei keine Neuerfindung, betont Christian Somnitz (Stadt Cuxhaven) auf Nachfrage. Ursprünglich im Wirtschaftsbereich Hafen eingesetzt, habe sich die Verwendung des roten "X" auch in anderen Bereichen etabliert. Dass man gezielter darauf zugreift als bisher, ist trotzdem kein Zufall: Es geht darum, die Außendarstellung Cuxhavens zu vereinheitlichen, aber auch darum, strategische Blickfänge zu setzen. "Frisch und visuell ansprechend" soll die Bildmarke wirken - so, wie sich Cuxhaven nach Verwaltungsaussagen im Jahr 2026 präsentieren will.
Das Logo soll dabei offenbar nicht nur von öffentlichen Stellen genutzt, sondern auch von heimischen Firmen verbreitet werden. "Wir sind in Gesprächen mit Cuxhavener Unternehmen, damit diese durch die Nutzung des roten X einerseits auf den Standort einzahlen und andererseits sich selbst mit dem Standort identifizieren", erläutert Somnitz. Als Sinnbild für den Aufwärtstrend Cuxhavens verspreche die Nutzung des Zeichens auch für die Privatwirtschaft einen Mehrwert.
Zeichen ist eingetragen und somit geschützt
In private Firmenschriftzüge allerdings soll das Symbol nicht integriert werden. Zudem müssen sich Betriebe - ebenso wie andere potenzielle Nutzer - eine Verwendung des markenrechtlich geschützten roten "X" genehmigen lassen. Zuständigist die städtische Agentur für Wirtschaftsförderung, die auch über den Verwendungskontext wacht und als Ansprechpartner für Fragen rund um das Markenzeichen fungiert.
Ungeachtet des Genehmigungsvorbehalts unterstützen Stadt und Wirtschaftsförderung eine breite Verwendung der Bildmarke. Sie soll auch anderen Akteuren, etwa Einzelhändlern, Vereinen oder Gastgebern als Identifikationssymbol zur Verfügung stehen. Nach Somnitz' Worten ist es dafür gedacht, ein "Wir-Gefühl" zu stiften und letzteres gemeinsam nach außen zu tragen.
Auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt, hat man im Rathaus eine Reihe von Slogans entwickelt, die in einem Manual festgehalten wurden und insofern verbindlich sind. Die Slogans sollen das Gestaltungselement "X" flankieren und thematisch passende Botschaften transportieren. So wird sich die Verwaltung im Rahmen ihrer Eigendarstellung mit dem Claim "Starke Stadt. Starke Zukunft" präsentieren. Vereine oder Gewerbetreibende könnten mit dem Credo "Mit dem Herz am Meer" auf sich aufmerksam machen. Im Tourismusbereich wird das rote "X" von der Aufzählung "Einzigartig. Vielfältig" begleitet. Der (scheinbare) Kontrast erzeugt hier die werbewirksame Spannung.
"Jan Cux" geht laut Stadt nicht in Rente
Doch was bedeutet der stylische Auftritt für vorhandene Identifikationsfiguren? Über mehr als 50 Jahre hinweg war das Maskottchen "Jan Cux" unangefochtener Cuxhaven-Botschafter, zumindest, wenn es um Kundenwerbung im Tourismusbereich ging. Spekulationen, dass man die Figur mit der blauen Pudelmütze im Austausch gegen das rote "X" in Rente zu schicken gedenke, trat die Stadtverwaltung entgegen: Prägende Motive wie die Kugelbake und die Figur "Jan Cux" würden durch die Bildmarke nicht an Bedeutung verlieren. "Im Gegenteil", betonte der stellvertretende Referatsleiter auf Nachfrage der CN-Redaktion. "Beide bleiben auch künftig wichtige touristische Markenbotschafter für das Nordseeheilbad Cuxhaven und sind fest in der emotionalen Wahrnehmung und im touristischen Profil verankert."