"Baby 100" verkünden silberne Luftballons an der Fassade des Geburtshauses in Cuxhaven. Foto: Kramp
"Baby 100" verkünden silberne Luftballons an der Fassade des Geburtshauses in Cuxhaven. Foto: Kramp
Herzlichen Glückwunsch

Adventswunder mit Jubiläumsmütze: Das 100. Baby im Geburtshaus Cuxhaven ist da

von Wiebke Kramp | 29.11.2024

Herzlichen Glückwunsch in doppelter Hinsicht: Im Geburtshaus Cuxhaven gibt es Grund zu feiern. An der Fassade zeigen Luftballons, dass an der Altenwalder Chaussee das 100. Baby das Licht der Welt erblickt hat. Willkommen, kleiner Thore Emil.

Thore Emil ist ein ganz besonderes Baby. Für seine Eltern Merle Mushardt (26) und Björn Schmidt (33) ist er das sowieso. Aber auch für das Geburtshaus Cuxhaven. Der Neugeborene ist das 100. Baby, das im Geburtshaus an der Altenwalder Chaussee das Licht der Welt erblickt hat. Sehr zur Freude der beiden Hebammen Stephanie Keller und Dorothea Kruft. Denn es ist erst knapp über ein Jahr her, als die beiden sich mit der Eröffnung am 3. Oktober 2023 einen Traum verwirklicht und einen Ort des Vertrauens und der Geborgenheit geschaffen haben.

So sieht pures Glück aus. Thore Emil, 50 Zentimeter groß und 3430 Gramm schwer, liegt abwechselnd in den Armen von Mama und Papa. Ganz behutsam und vorsichtig gehen sie mit ihm um. Mit glänzenden Augen schauen sie auf dieses kleine Wunder, das sie vollbracht haben.

Die jungen Eltern Merle Mushardt und Björn Schmidt mit Thore Emil, hinter ihnen die Hebammen Dorothea Kruft (l). und Stephanie Keller. Foto: Kramp

Gerade erst ist ihr Sohn eingeschlafen und sie möchten ihn nicht aufwecken. Auf dem Köpfchen schützt das Neugeborene eine rot-weiße Mütze. "Alle Kinder, die in der Adventszeit geboren werden, bekommen solch ein Mützchen, Thore ist der erste", betrachtet Hebamme Steffi lächelnd das junge Familienglück.

Die elfeinhalb Stunden vom Blasensprung bis zur Geburt waren für Merle anstrengend. Aber alle Strapazen vergessen, als Thore Emil am 29. November um 7.20 Uhr auf der Welt war und mit seinem ersten Lebensschrei klarstellte, wer ab jetzt das Sagen in der jungen Familie hat. Der frischgebackene Papa Björn hat seine Frau nach besten Kräften unterstützt. Vier Stunden nach der Geburt und nach einem stärkenden Frühstück wird die junge Familie nach Hause entlassen in das neue Leben zu dritt.

Es ist dokumentiert: Thore Emil ist das 100. Baby, das im Geburtshaus in Cuxhaven das Licht der Welt erblickt hat. Foto: Kramp

Für die Otterndorferin Merle Mushardt war es genau die richtige Entscheidung, zur Entbindung ins Geburtshaus zu gehen. "Vom ersten Tag der Geburtsvorbereitung hatte ich hier das Rundum-Sorglos-Paket." Egal, ob sie während ihrer Schwangerschaft Rückenschmerzen hatte oder ein Stimmungstief, auf ihre individuellen Bedürfnisse wurde eingegangen. Dies sei bei der Behandlung und Betreuung immer berücksichtigt worden.

Das ist das Konzept. Im Geburtshaus sollen Frauen während der Schwangerschaft und bei der Geburt in einladender Atmosphäre Unterstützung und Betreuung finden, die ihren Bedürfnissen angepasst ist. Gedacht ist es für Eltern, die eine natürliche, selbstbestimmte und familienorientierte Geburtserfahrung suchen.

Die beiden Hebammen sind mit Herzblut dabei. "Wir lieben das, was wir hier tun und wollen die werdenden Eltern so früh wie möglich in der Schwangerschaft kennenlernen, damit wir wissen, was sie brauchen. Seitdem wir beide im Beruf sind, ist es genau das, was wir immer wollten", sagt Stephanie Keller. Und sie betont: "Es gibt für jede Familie den richtigen Geburtsort und wir verstehen uns als eine Alternative."

Warm, gemütlich, kuschelig ist es im Geburtshaus, das in der ersten Etage im ehemaligen Stadtarchiv untergebracht ist. Viele Naturfarben sind hier eingesetzt. Im großen Kursraum finden zahlreiche Kurse statt von Geburtsvorbereitung, Rückbildung, Yoga, Babymassage oder Erste-Hilfe am Kind.  Im eigentlichen Entbindungsbereich gibt es den Vorfreuderaum, zwei Entbindungsräume sowie eine große Wanne.

Jeden dritten Dienstag im Monat sind Interessierte eingeladen, unverbindlich vorbeizuschauen und sich von 19 bis 21 Uhr ein eigenes Bild zu verschaffen.

Ein Wiedersehen wird es auch für die Mutter Merle geben. Sie bleibt den Hebammen im Geburtshaus verbunden: "Steffi und Dorothea machen auch die Nachsorge."

 

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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