"Habe kein Verständnis": Was Nachbarn der Alten Liebe in Cuxhaven zum Umbau sagen
Die Diskussion um Umgestaltung und Sanierung der Touristenattraktion Alte Liebe in Cuxhaven durch den Hafenbetreiber NPorts reißt nicht ab. Nachbarn sehen die Pläne um das ikonische maritime Ausflugsziel kritisch.
Jetzt sind die Pläne für den Umbau der Alten Liebe bekannt. Die Aussichtsplattform, gleichzeitig ein Wahrzeichen Cuxhavens, soll umgestaltet werden. Das gab Hafenbetreiber NPorts auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche bekannt.
Katrin Mormann ist mit ihrem Mann Wilhelm Eigentümerin des benachbarten historischen Hamburger Leuchtturms. Auch sie lehnt die Abbaupläne des Aussichtsdecks an der Alten Liebe ab, teilt sie in einem Telefonat mit der CNV-Medien-Redaktion mit.

Für sie gestaltet sich das Vorgehen von NPorts wie bei der Demontage des historischen Kampnagel-Krans am Steubenhöfts. Man habe, wie die Kräne, auch die Alte Liebe herunterkommen lassen, um sie jetzt einzukürzen und zu verändern. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass dieser Anziehungspunkt nicht unter Denkmalschutz steht - und sehe den Leuchtturm, das Semaphor und die Alte Liebe als ein zusammengehörendes Ensemble, das geschützt werden muss." Katrin und Wilhelm Mormann haben mit viel Herzblut ihr historisch herausragendes Denkmal im März 2023 privat gekauft, und mit ihren umfangreichen Sanierungen und Renovierungen dem mehr als 220 Jahre alten Backsteinturm eine gesicherte Zukunft beschert. Seitdem wird der 1805 eingeweihte Hamburger Leuchtturm als Ferienwohnung vermietet.

Das Feuerschiff "Elbe 1" liegt direkt an der Alten Liebe. Bernd Petersen, Vorsitzender des "Elbe 1"-Vereins, habe erst auf direkte Nachfrage bei Knut Kokkelink, NPorts-Niederlassungsleiter in Cuxhaven, erfahren, dass es für das Museumsschiff auch während der Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten einen Liegeplatz geben soll. Weder der Hafenbetreiber noch die Stadt Cuxhaven als Eigentümerin des Schiffes seien in dieser Sache proaktiv an den Verein herangetreten.

Kapitän Petersen hegt große Befürchtungen, dass der Museumsbetrieb durch die Baumaßnahme stark beeinträchtigt werde. Dies könne zu erheblichen finanziellen Einbußen führen. Pro Monat, so rechnet der Vereinsvorsitzende vor, nehme man in der Saison von Ostern bis Ende Oktober rund 8000 Euro ein. "Wir benötigen dieses Geld als Verein." So sei geplant, in den nächsten zwei Jahren 400.000 Euro in dieses älteste Feuerschiff der Welt zu stecken, davon allein 200.000 Euro aus Vereinsmitteln. Petersen verdeutlicht: "Wir benötigen einen repräsentativen Liegeplatz in Cuxhaven." Der frühere Platz in der Citymarina sei wegen der schwierigen Zuwegung nicht so geeignet, da das Schiff dort zum Fest- und Losmachen kostenpflichtig Schlepperhilfe brauche.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt als Anrainer bei der Alten Liebe sehe die Umgestaltungspläne durch NPorts leidenschaftslos, wie Behördensprecher Kai Ewers auf CN/NEZ-Nachfrage mitteilte. Das WSA sei erst dann im Zuge der Anhörungsverfahren beteiligt, wenn während der Bauzeit die Schifffahrt betroffen sein sollte. "Bauliche Veränderungen gehen uns im Prinzip nichts an."