Die Alte Liebe soll saniert und in diesem Zuge umgestaltet werden. Eine zweigeschossige Plattform wird es künftig nicht geben, wenn es nach den Plänen der Hafengesellschaft Niedersachsen Ports geht. Foto: Schimmel
Die Alte Liebe soll saniert und in diesem Zuge umgestaltet werden. Eine zweigeschossige Plattform wird es künftig nicht geben, wenn es nach den Plänen der Hafengesellschaft Niedersachsen Ports geht. Foto: Schimmel
Wahrzeichen und Sehnsuchtsort

NPorts fällt Entscheidung zur Alten Liebe in Cuxhaven: Das Oberdeck kommt weg

von Christian Mangels | 12.02.2026

Nun liegen sie auf dem Tisch, die Pläne von NPorts zur Sanierung und Umgestaltung der Alten Liebe. Trotz großer Kritik bleibt die Hafengesellschaft bei ihrem Konzept: Ein Wiederaufbau des bisherigen Oberdecks sei aus statischen Gründen nicht möglich.

Das Thema sorgt seit Tagen für eine Welle an Emotionen: Die Alte Liebe, das Wahrzeichen der Stadt Cuxhaven und eines der bekanntesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Cuxland, soll saniert und in diesem Zuge umgestaltet werden. Eine zweigeschossige Plattform wird es künftig nicht geben, wenn es nach den Plänen der landeseigenen Hafengesellschaft Niedersachsen Ports geht. Eine Online-Petition der Cuxhavenerin Nicole Antons, die sich für den Erhalt des Oberdecks einsetzt, wurde bereits von rund 6000 Menschen unterzeichnet.

Die konkreten Pläne und Hintergründe für den Umbau der Alten Liebe hat NPorts jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Auslöser für die notwendige Sanierung sind "erhebliche statische Schäden an den tragenden Betonbauteilen", die bei Bauwerksprüfungen in den Jahren 2021 und 2024 festgestellt wurden, wie der Cuxhavener Niederlassungsleiter Knut Kokkelink erläuterte. "Rissbildungen, freiliegende und korrodierte Bewehrung beeinträchtigen die Dauerhaftigkeit", so Kokkelink. Und: "Eine sichere Nutzung ist nur noch eingeschränkt möglich."

Neue Alte Liebe wird einen Meter höher liegen

NPorts will die geschädigten Beton- und Holzkonstruktionen zurückbauen und oberhalb der bestehenden Stahlwasserbau-Gründung einen neuen, dauerhaft tragfähigen Überbau errichten. Die neue Alte Liebe wird, so der Plan, rund einen Meter höher liegen, um auf steigende Sturmflutwasserstände und langfristige Klimaveränderungen zu reagieren. "Gleichzeitig entsteht ein barrierefreier Zugang sowie ein offenes Areal, das Raum für Aufenthalt und Aussicht bietet", heißt es vonseiten der Hafengesellschaft. Die tragenden Stahlpfähle müssen nach Aussage der NPorts-Experten noch nicht erneuert werden. "Sie halten noch 40, 50 Jahre", erklärte Knut Kokkelink.

Die neue Alte Liebe wird, so die Pläne von NPorts, rund einen Meter höher liegen, um auf steigende Sturmflutwasserstände und langfristige Klimaveränderungen zu reagieren. Foto: NPorts

Die alles entscheidende Frage, ob die obere Plattform erhalten werden kann, wird von Nports mit Nein beantwortet. "Ein Wiederaufbau des bisherigen Oberdecks ist aus statischen Gründen nicht möglich, da zusätzliche Lasten die tragenden Stahlpfähle überlasten würden", sagte Kokkelink.

Aktuell plant NPorts mit Umbaukosten in Höhe von fünf Millionen Euro. Mit Oberdeck und neuen Pfählen würde die Sanierung doppelt so viel kosten, rechnet der Hafenbetreiber vor. "Wir haben nicht unendlich viel Geld", sagte Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG. 

"Die Alte Liebe war nie ein unveränderliches Bauwerk. Seit ihrem Entstehen wurde sie immer wieder technisch und gestalterisch weiterentwickelt", warb Banik für die Pläne. Jede Generation habe die Aussichtsplattform an neue Anforderungen angepasst. "Heute stehen wir vor Herausforderungen wie Sicherheit, Klimaanpassung und Barrierefreiheit. Wir nutzen die Chance, der Alten Liebe ein modernes und sicheres Gesicht zu geben."

Baubeginn für die Erneuerung der Alten Liebe soll bereits im Oktober sein. NPorts rechnet mit einer Bauzeit von acht Monaten. Der Zugang zum Feuerschiff "Elbe 1" soll nach den Umbaumaßnahmen weiterhin möglich sein. Außerdem wird im hinteren Bereich, auf der Innenseite der Plattform, ein Anleger für Ausflugsschiffe entstehen.

"Ein offenes Areal, das Raum für Aufenthalt und Aussicht bietet" - so stellt sich die Hafengesellschaft Niedersachsen Ports die Zukunft der Alten Liebe vor. Foto: NPorts

Zwei Herzen schlagen in Uwe Santjers Brust 

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, der der Pressekonferenz beiwohnte, machte keinen Hehl daraus, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen. Einerseits begrüßt er die Bereitschaft von NPorts, viel Geld für die Sanierung der Alten Liebe in die Hand zu nehmen. Er wünscht sich aber, dass einige Punkte noch nachgearbeitet werden. Ein Wind- und Regenschutz sei notwendig auf der Plattform. NPorts sicherte eine Lösung für einen Wetterschutz zu. 

Nicole Antons, Initiatorin der Petition zum Erhalt des Oberdecks, zeigte sich von der NPorts-Vorstellung "schwer enttäuscht". Sie rechnet mit einem "fatalen Imageschaden" für den Cuxhavener Tourismus, wenn die Pläne in dieser Form umgesetzt werden. Die Alte Liebe sei schließlich "das Wohnzimmer Cuxhavens".

Umfrage zur geplanten Sanierung der Alten Liebe

Unsere Redaktion hat zur geplanten Sanierung und Neugestaltung der Alten Liebe eine Umfrage auf cnv-medien.de gestartet. Auf die Frage "Wie stehen Sie zu möglichen Umbauplänen der Alten Liebe in Cuxhaven?" antworteten 84 Prozent der Umfrageteilnehmer mit "Die Alte Liebe sollte unverändert bleiben" und 13 Prozent mit "Ich bin grundsätzlich offen für Veränderungen". Nur drei Prozent sagten: "Das ist mir egal." Eine Abstimmung auf unserem WhatsApp-Kanal gab ein ähnliches Bild: Die große Mehrheit der Teilnehmer, nämlich 69 Prozent, ist der Meinung, dass die zweite Ebene erhalten bleiben muss.

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Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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