Dann soll das neue Holzheizkraftwerk in Cuxhaven in Betrieb genommen werden
Die Arbeiten am im Bau befindlichen Holzheizkraftwerk in Cuxhaven schreiten voran. Die Geschäftsleitung benannte am Dienstag nicht nur den nächsten Meilenstein, sondern auch einen Termin, zu welchem die Anlage ans Netz gehen soll.
Die Corona-Pandemie und Engpässe, die teilweise mit der veränderten geopolitischen Lage zu tun haben, sind nicht spurlos am ursprünglichen Projekt-Zeitplan vorübergegangen. Gemessen an den gegenwärtigen Rahmenbedingungen sei man allerdings "nicht unzufrieden" mit dem Fortgang der Bauarbeiten: Das unterstrich Andreas Stillert, einer von zwei neu eingesetzten Geschäftsführern der Holzheizkraftwerke Cuxhaven GmbH (HHCA) am Dienstag in einem Telefonat mit unserem Medienhaus.
"Daran wollen wir uns messen lassen"
Tatsächlich lässt sich auch aus der Zaungast-Perspektive verfolgen, dass sich im abgesperrten Baustellenbereich im östlichen Teil des Cuxhavener Hafens in den vergangenen Wochen einiges getan hat. Stillert führt den Baufortschritt auf die Zusammenarbeit mit Firmen aus der Region zurück. "Mit diesen Partnern an unserer Seite fühlen wir uns gut aufgestellt", bilanzierte der HHCA-Geschäftsführer und trat im selben Atemzug Spekulationen entgegen, dass sich der eigentlich schon für das vergangene Jahr in Aussicht gestellte Abschlusstermin angesichts der eingangs erwähnten Gemengelage nach wie vor in unbestimmter Zukunft bewegen könnte. "Das Holzheizkraftwerk wird kein zweiter BER", versicherte er in Anspielung auf ein zum Synonym für Stillstand avanciertes Prestigeprojekt in der Hauptstadt: Noch im Laufe des bevorstehenden Sommers soll die Anlage ans Netz gehen, um den örtlichen Hafen und in der Nachbarschaft befindliche Betriebe mit Fernwärme und Elektrizität zu versorgen. Als angepeilten Termin für eine Inbetriebnahme nannte Andreas Stillert am Dienstag den 18. August. "Daran wollen wir uns messen lassen."
"Herzstück" der Anlage kommt auf dem Seeweg
Um einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung geht es, wenn Stillert in diesen Tagen sein Smartphone zückt, um Schiffsbewegungen zwischen Donau und Rhein zu kontrollieren. Auf dem Wasserweg nehmen nämlich aktuell zwei von drei Hochdruckdampfkesseln Kurs auf die Cuxhavener Baustelle. "Die Herzstücke der Anlage", bestätigt der HCCA-Geschäftsführer. Die Behälter sollen nach ihrer Installation im Kesselhaus einen Kreislauf speisen, durch den Wasserdampf mit einem Druck von circa 50 bar auf eine Turbine geleitet wird. Gefertigt werden besagte Kessel von einem in Österreich ansässigen Unternehmen - deswegen die Donau-Passage, nach welcher es weiter in Richtung Umschlagort Rotterdam geht. Vom dortigen Hafen aus sollen die beiden 16 Meter hohen Kessel (per Seeschiff) Kurs auf Cuxhaven nehmen, um dann vor Ort am Lübbertkai angelandet zu werden. Ein besonderer Moment, glaubt Stillert, der beruflich immerhin schon seit vielen Jahren mit dem Bau von Großanlagen zu tun hat. Seit exakt einem Monat vertreten er und sein Mitgeschäftsführer Thomas Schmid die Holzheizkraftwerke Cuxhaven GmbH auch nach außen hin.