In der Feuerwache der Berufsfeuerwehr an der Schulstraße starten die Fahrzeuge des Rettungsdienstes. Ab 2024 soll der Bereich deutlich aufgestockt werden - eine Reaktion auf ständig wachsende Einsatzzahlen. Foto: Reese-Winne
In der Feuerwache der Berufsfeuerwehr an der Schulstraße starten die Fahrzeuge des Rettungsdienstes. Ab 2024 soll der Bereich deutlich aufgestockt werden - eine Reaktion auf ständig wachsende Einsatzzahlen. Foto: Reese-Winne
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Immer mehr Einsätze: Cuxhavens Rettungsdienst wird gehörig aufgestockt

von Maren Reese-Winne | 20.11.2023

Weite Wege, eine wachsende und älter werdende Bevölkerung, blühender Tourismus - all das hat dazu geführt, dass beim städtischen Rettungsdienst in Cuxhaven deutlich zugelegt werden muss. Fuhrpark, Einsatzzeiten und Personalstärke sollen 2024 wachsen.

Die Stadt Cuxhaven muss auf die immer weiter steigenden Einsatzzahlen (und -dauern) ihres Rettungsdienstes  reagieren - das heißt: mehr Fahrzeuge vorhalten und Personal aufstocken. Die Weichen dafür wurden bereits Ende 2022 bei der Stellenplanung für 2023 und 2024 gestellt. Jetzt steht der neue ab 2024 geltende Rettungsdienstplan.

Drei RTW im 24-Stunden-Dienst

Er löst, wenn der Verwaltungsausschuss zustimmt, ab dem 1. Januar 2024 die Version von 2016 ab und erhöht die Zahl der so genannten Rettungsmittelvorhaltestunden von bislang 39.378 auf 49.300 jährlich. Statt bislang zwei Rettungswagen (RTW) und einem RTW im 16-Stunden-Betrieb sollen künftig drei RTW den 24-Stunden-Dienst versehen. Erhöht werden soll die Kapazität durch einen NKTW (Notfallkrankenwagen), der ganzjährig täglich 16 Stunden zwischen 7.30 und 23.30 Uhr im Dienst sein soll.

In Verhandlungen mit den Kostenträgern überzeugt

Die Stadt Cuxhaven ist auf ihrem Gebiet Trägerin des Rettungsdienstes (inklusive qualifiziertem Krankentransport) nach dem niedersächsischen Rettungsdienstgesetz und übernimmt damit auch die Aufstellung des entsprechenden Plans im Benehmen mit den Kostenträgern. Zugrunde gelegt wurden für die Neufassung die Einsatzzahlen des Jahres 2022. Wie Stefan Matthäus, Leiter des Referats Brandschutz und Rettungswesen, vergangene Woche im Ausschuss für Feuerwehr, Katastrophenschutz, Sicherheit und Ordnung berichtete, habe es bei den ausgiebigen Verhandlungen mit den Kostenträgern angesichts der deutlich nachvollziehbaren Daten verhältnismäßig wenig Widerstand gegeben.

Notfallkrankenwagen als neue Kategorie

Matthäus erklärte Hintergründe zum in Cuxhaven bislang noch nicht eingeführten Notfallkrankenwagen (NKTW), der - besetzt in der Regel durch zwei Rettungssanitäterinnen oder -sanitäter -  vorrangig für nicht dringliche Rettungsdiensteinsätze vorgesehen ist. Den Rettungsdienst komplettieren drei Krankentransportwagen (KTW), die montags bis freitags im Dienst für jeweils acht, zehn und zwölf Stunden sind, zwei KTW für den Dienst am Sonnabend (jeweils acht Stunden) sowie das 24 Stunden besetzte Notarzteinsatzfahrzeug. Insgesamt sind das 49.300 Fahrzeug- und fast 90.000 Personalstunden pro Jahr.

Verschiedene Qualifikationen erforderlich

Die Rettungswagen sind mit Beamtinnen und -beamten der Berufsfeuerwehr besetzt, von denen einer oder eine Notfallsanitäter sein muss, der Kollege mindestens Rettungssanitäter. Auch die Notarztbegleitung übernehmen Beamte der Berufsfeuerwehr (mindestens Rettungsassistent oder Notfallsanitäter). Sowohl Notfallkrankenwagen als auch Krankentransportwagen können als "First Responder" (Qualifizierte Ersthelfer) bei Einsätzen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder des Notarztes überbrücken.

Abstimmung mit dem Landkreis ist weiter vorgesehen

Ausschussvorsitzender  Michael Stobbe (SPD) bedankte sich für den Einsatz bei der Aufstellung des Plans und den Verhandlungen und erkundigte sich gleichzeitig nach den Gesprächen mit dem Landkreis Cuxhaven, der derzeit eine große Reform des Rettungsdienstes plant (wir berichteten; Thema wird dies auch am heutigen Dienstag bei der Sitzung des Ausschusses für Ordnungsangelegenheiten des Landkreises sein). Die Bedarfe wollen beide Träger auch künftig weiter miteinander abstimmen. Matthäus berichtete von der Kooperation im nördlichen Nordholz, die aktuell wieder in die Regie des Landkreises übernommen werde. 

Im Notfall zählt das nächste Fahrzeug

Im Bedarfsfall unterstützen Rettungswachen des Landkreises Cuxhaven den Rettungsdienst auf Stadtgebiet und umgekehrt ("Nächstes-Fahrzeug-Strategie"). Insbesondere seien einige Stadtteile wie Altenbruch-Osterende oder Lüdingworth-Osterende von der Rettungswache Otterndorf aus schneller zu erreichen.

Die Aufstockung des Personals um - laut Stellenplan - 16 Stellen soll für die Stadt kostenneutral gelingen, da die Kosten über die Krankenkassen sowie die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung abgerechnet werden. Mit Blick auf die Neustrukturierung im Landkreis und die Arbeitsbedingungen dort warnte Michael Stobbe davor, die Fachkräfte dorthin abwandern zu lassen.

Tourismus ist ein beachtlicher Faktor

Bei der Festlegung des Bedarfs ist das Gästeaufkommen mit zu beachten. Cuxhavens Einwohnerzahl (rund 49.900 im September 2022) ist im Jahresdurchschnitt um täglich rund 10.300 Personen erhöht.

 2022 wurden 5661 Fahrten im qualifizierten Krankentransport, 7903 Notfallrettungs- sowie 1781 Notarzteinsätze gezählt; insgesamt 15.345 Einsätze. 2012 lag diese Zahl noch bei knapp 11.300 Einsätzen.  Koordiniert werden diese durch die Feuerwehr-Einsatz- und Rettungsleitstelle in der Feuerwache (Schulstraße).

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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