Dass die Achse zwischen Schillerplatz und der Straße Am Seedeich immer wieder als "Hundeklo" missbraucht wird, ist keine ganz neue Erkenntnis. Anwohner in der Neuen Reihe haben offenbar schon vor längerer Zeit dieses Schild installiert. Foto: Koppe
Dass die Achse zwischen Schillerplatz und der Straße Am Seedeich immer wieder als "Hundeklo" missbraucht wird, ist keine ganz neue Erkenntnis. Anwohner in der Neuen Reihe haben offenbar schon vor längerer Zeit dieses Schild installiert. Foto: Koppe
Sauberkeit

30 Haufen auf wenigen Metern im Lotsenviertel: Hundekot-Ärger in Cuxhaven

von Kai Koppe | 26.01.2025

Im Cuxhavener Lotsenviertel spitzt sich der Ärger um herumliegenden Hundekot zu. Drohungen gegen Anwohner und eine mögliche "Müllpolizei" heizen die Debatte an. Wird der neue Vorstoß das Problem lösen?

In Cuxhaven wächst der Unmut über die zunehmende Hundekot-Belastung. Anwohner berichten von ignoranten Hundebesitzern. Bekommt die in Aussicht gestellte "Müllpolizei" das Problem in den Griff?

Anwohner-Berichten zufolge ist das Problem in den letzten Monaten größer geworden: Hundekot, der von Haltern einfach dort liegengelassen wird, wo sich der Vierbeiner "löst", stelle inzwischen ein echtes Ärgernis dar. Besonders ekelerregend, so heißt es, sei die Situation gegenwärtig in den Ausläufern des Lotsenviertels. Bereiche wie der Lotsengang stehen allerdings seit jeher in dem Ruf, als "Hundeklo" missbraucht zu werden.

Frau soll sogar gedroht worden sein

Eine Cuxhavenerin, die in einem Telefonat mit unserer Redaktion über die herumliegenden "Tretminen" klagte, mochte ihren Namen nicht in der Zeitung lesen: Zu oft schon sei sie von Hundebesitzern angegangen worden, als sie letztere freundlich darauf hingewiesen habe, die Hinterlassenschaften doch bitte aufzusammeln und zu entsorgen. "Einer hat sogar gedroht, seinen Hund auf mich zu hetzen", berichtet die Frau, die sich insofern als tierlieb beschreibt, als dass sie selbst einen Vierbeiner hält. Und sie hat die Patenschaft für einen Kotbeutelspender (nebst Abfalleimer) übernommen; nach eigenen Worten sogar regelrecht um dessen Installation gekämpft.

Auch in Cuxhaven stehen an einigen Orten Hundekotbeutelspender. Symbolfoto: Jens Kalaene/dpa

Zahl der Ignoranten in Cuxhaven offenbar gewachsen

Es gibt fraglos Halter, die dieses Angebot nutzen - auf der anderen Seite ist die Zielgruppe aber ganz offensichtlich nicht gerade arm an Ignoranten, die den Griff zum Beutel und die damit verbundene Mehrarbeit scheuen. Vor kurzem habe sie direkt unter dem Beutelspender einen Haufen gefunden, erzählt die Leserin, die einen Abschnitt zwischen Altem Deichweg und der Kreuzung Deichstraße/Konrad-Adenauer-Allee als besonders belastet beschreibt: An einem Tag habe dort sage und schreibe 30 Hinterlassenschaften gezählt.

Längst nicht alle Herrchen und Frauchen räumen die Hinterlassenschaften ihrer Hunde weg. Symbolfoto: Henning Kaiser/dpa

Nachfrage bei der Verwaltung: Hundekot sei ein leidiges Thema, antwortet Stadtsprecher Marcel Kolbenstetter, der nicht nur von einem ästhetischen, sondern einem hygienischen Problem warnt. "Es gibt, was das angeht, eine Eigenverantwortung von Bürgerinnen und Bürgern", betont Kolbenstetter. "Die Stadt kann nicht alles machen und hinter den Leuten herräumen." Insofern rufe die Verwaltung Hundehalterinnen und Hundehalter eindringlich dazu auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und Exkremente aufzusammeln und ordentlich zu entsorgen. Wer das nicht tut, kann nach Verwaltungsangaben bereits heute zur Kasse gebeten werden, wenngleich es im Bereich solcher Ordnungswidrigkeiten bis dato womöglich noch ein Vollzugsproblem gibt.

Nach seinem "Geschäft" nimmt diese Frau den Hundehaufen ihres Hundes auf. Das tun aber nicht alle Hundehalter. Foto: Rainer Jensen/dpa

Zwei zusätzliche Stellen im Etat

Das könnte sich ändern, wenn (vorbehaltlich der im Rathaus erwarteten Haushaltsgenehmigung durch das Land Niedersachsen) zwei zusätzliche Stellen eingerichtet werden: Die Fraktion "Die Cuxhavener" hatte sich während der zurückliegenden Beratungen zum Doppeletat 2025/26 dafür starkgemacht, eine "Müllpolizei" auf Streife zu schicken. Zwei entsprechend qualifizierte Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes sollen (zunächst auf eine Dauer von zwei Jahren befristet) gegen illegale Entsorgung von Abfällen im öffentlichen Raum vorgehen. "Es geht dabei aber nicht allein um Müll, sondern auch um Verschmutzung wie sie zum Beispiel durch Hundekot entsteht", sagte Kolbenstetter.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Sommerferien im Anmarsch

Cuxhavener Ferienpassaktion startet:  Ab Mittwoch ist das Programm freigegeben 

von Maren Reese-Winne

Die Ferienpassaktion 2026 in Cuxhaven verspricht sechs aufregende Wochen voller Abenteuer. Eltern und Kinder können aus 152 Angeboten wählen und unvergessliche Sommerferien erleben. Die Anmeldung startet am 10. Juni online.

Befreiungsschlag erforderlich 

Von zwei auf vier: Hoffnung auf die ersehnte Entlastung der Cuxland-Förderschulen   

von Maren Reese-Winne

Die Raumnöte der Schule am Meer in Cuxhaven und der Schule am Wiesendamm in Bad Bederkesa sollen nachhaltig gelöst werden: Daher streben Politik und Kreisverwaltung die Errichtung zweier neuer Standorte an. Das soll auch den Schulweg verkürzen. 

Unterschriften gegen Bauprojekt

Cuxhaven: 150 Anwohner wehren sich gegen Ferienwohnungsbau an der Prinzessinnentrift

von Jens Potschka

Im Kegelzentrum drängen sich 150 Bürger, um ihre Stimme gegen ein Bauprojekt zu erheben, das das historische Stadtbild bedroht. Die Diskussion nimmt Fahrt auf und die Verwaltung steht vor einer Herausforderung, die mehr als nur Baurecht betrifft.

Historischer Fund

Nordholzer Sturmgeschütz kommt ins Museum - aber es bleibt nicht in der Region

von Maren Reese-Winne

Am 30. April ist auf dem Marinefliegerstützpunkt in Nordholz (Kreis Cuxhaven) ein deutsches Sturmgeschütz Stug III  aus den letzten Kriegstagen gefunden worden. Ein Sensationsfund, der aber nicht in der Region bleiben wird. Wie es nun weitergeht.