Kommunalwahl 2026 in Cuxhaven: Uwe Santjer bleibt Oberbürgermeister - ohne Stichwahl
Uwe Santjer bleibt Oberbürgermeister von Cuxhaven. Er setzte sich bei der Kommunalwahl 2026 gegen seine Herausforderer durch und sicherte sich eine zweite Amtszeit. Die Entscheidung zeichnete sich am Sonntagabend unerwartet schnell ab. Alle Infos.
Uwe Santjer bleibt für weitere acht Jahre Stadtoberhaupt von Cuxhaven: Bei der Oberbürgermeisterwahl sicherte sich der Amtsinhaber am Sonntagabend eine absolute Mehrheit. Mit 58,9 Prozent aller Stimmen lag der 60-Jährige weit vor seinen Herausforderern:
CDU-Kandidat Thomas Brunken lag mit knapp 20 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Alexander Bremer, Bewerber der Wählergemeinschaft Die Cuxhavener landete einen Achtungserfolg, indem er ebenfalls zweistellig (12,6 Prozent) abschloss.
Auf der SPD-Wahlparty in der Gaststätte Unikat entspannte sich die Stimmung schlagartig, als die ersten Auszählungsergebnisse auf einer Leinwand sichtbar wurden.
Stichwahl-Szenario lag eigentlich nahe
Schon früh (die Meldungen aus den Wahllokalen trafen schneller ein als erwartet) zeichnete sich ab, dass Santjer womöglich bereits im ersten Wahlgang eine zweite Amtszeit fix machen würde können. Dabei hatte ein Stichwahl-Szenario durchaus im Bereich des Möglichen gelegen: Im Unterschied zur vorherigen Wahl vor sieben Jahren hatten nicht zwei, sondern mit Brunken (CDU), Günter Wichert (FDP), Axel Schneider (Die Demokraten) und Alexander Bremer (Die Cuxhavener) ganze vier Konkurrenten ihren Hut in den Ring geworfen. Auch hatte der Sozialdemokrat die erforderliche Mehrheit 2019 nur relativ knapp erzielt. Damals war er gegen den Parteilosen Harald Zahrte angetreten.
Das Bild, das sich im Laufe des Sonntagabends abzeichnete, deutete auf einen komfortablen Sieg hin, den viele Parteigenossen als Bestätigung ihrer (subjektiven) Wahlkampferfahrungen auffassten. "Man hat ja so ein Grundgefühl", sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Matthias Roßberg: Bei Auftritten auf Straßen und Plätzen und zuletzt beim Straßenfest "Op no Dös" habe er bereits den Eindruck gewonnen, dass sich die Sache für seinen Kandidaten entscheiden würde. Santjer war bei der anstehenden Oberbürgermeisterwahl nicht nur von der eigenen Partei, sondern auch von den Grünen unterstützt worden. "Dort ist die Stimmung ebenfalls gut", sagte der Genannte, der einen Abstecher zu den Bündnispartnern unternommen hatte, bevor er gegen 18.30 Uhr die Veranstaltung im Unikat erreichte. Als Santjer an der Seite seiner Frau Petra den Saal betrat, brandete Jubel auf. Ohne die Begeisterung schmälern zu wollen, rief der künftige OB zur Geduld auf - und wollte sich auch rund eine Stunde später nicht in Siegerpose ablichten lassen: Die Ergebnisse von 16 Wahllokalen standen zu diesem Zeitpunkt noch aus.
Herausforderer weit abgeschlagen
Klar schien jedoch, dass die beiden vermeintlich aussichtsreichsten Mitbewerber ihr Wahlziel nicht erreicht hatten: Nach der Stimmabgabe im Schützenhaus Köstersweg hatte der Christdemokrat Brunken davon gesprochen, mindestens eine Stichwahl erreichen zu wollen. "Alles andere wäre ein bisschen enttäuschend", sagte der Lüdingworther am Morgen des Wahlsonntags.
Günter Wichert, Ratsfraktionsvorsitzender der Freien Demokraten, hatte sich mit großem materiellen Aufwand und einer umfangreichen Social-Media-Kampagne als der bessere Bewerber für das Spitzenamt empfohlen. Er konnte diesen Einsatz am Ende allerdings kaum in Stimmenanteile ummünzen.
Nach SPD-Auffassung wird das deutliche Votum für Santjer parteiintern bis weit über die Kreisgrenzen hinaus Beachtung finden. Er sei zudem das erste Cuxhavener Stadtoberhaupt der neueren Geschichte, das eine zweite Amtszeit absolviere. Gleichzeitig sei das nicht von ihm alleine, sondern in Gemeinschaft erfochtene Resultat nicht erwartbar gewesen.
Santjer: "Menschen wollten keinen Wechsel im Rathaus"
"Ich bin glücklich über dieses Ergebnis, aber ich bin jetzt auch etwas erschöpft", räumte er mit Blick auf die zurückliegenden Wochen ein. "Cuxhaven hat gewonnen", resümierte er auf die Frage nach der Bedeutung des Ausgangs der Oberbürgermeisterwahl 2026. Mit so viel Rückenwind werde es gelingen, die Stadt weiter voranzubringen. Dabei werde die zweite Amtszeit sicher nicht minder fordernd als seine erste, erklärte der gelernte Diplom-Heilpädagoge. "Die Entscheidungen, die jetzt für Cuxhaven wichtig sind, sind anders als in vielen anderen Kommunen auch davon abhängig, was wir auf Landes- und Bundesebene entscheiden", gab er in einem Gespräch mit der CN/NEZ-Redaktion zu bedenken. Cuxhaven werde weiter über Kitas und Grundschulen oder auch Feuerwehrgerätehäuser entscheiden. Aber viele andere Entscheidungen - etwa im Energiebereich - hätten eben auch mit der großen Politik zu tun. Hier müsse man den Entscheidungsträgern in Berlin gegebenenfalls helfen, die Cuxhavener Ideen und Interessen besser zu verstehen, sagte Santjer, der die Gelegenheit nutzte, um seinen Wählern zu danken. "Die Menschen wollten keinen Wechsel, jedenfalls nicht im Rathaus."
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