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Kim Sennert, Leiterin der Volkshochschule Cuxhaven, betont die Bedeutung kontinuierlichen Lernens in der digitalen Welt und bietet mit den vhsQuickSteps praxisnahe Weiterbildung für den Alltag. Foto: Stadt Cuxhaven
Kim Sennert, Leiterin der Volkshochschule Cuxhaven, betont die Bedeutung kontinuierlichen Lernens in der digitalen Welt und bietet mit den vhsQuickSteps praxisnahe Weiterbildung für den Alltag. Foto: Stadt Cuxhaven
Interview mit Kim Sennert

"Lernen wird zur Daueraufgabe - aber sie darf Freude machen"

von Jens Potschka | 22.10.2026

In einer Welt, in der sich Arbeitsweisen ständig verändern, liegt der Schlüssel zum Erfolg in der kontinuierlichen Weiterbildung. Doch wie hält man Schritt, ohne den Anschluss zu verlieren? Ein innovatives 20-Minuten-Format bietet die Lösung.

Kaum ist ein KI-Werkzeug vertraut, steht schon das nächste vor der Tür. Kim Sennert, Leiterin der Volkshochschule der Stadt Cuxhaven, sieht darin keinen Grund zur Panik, wohl aber einen Auftrag. Im Gespräch erklärt sie, warum 20 Minuten am Tag mehr bewirken als Wissen auf Vorrat, wer die Verantwortung trägt, wenn die Maschine zuarbeitet, und weshalb beim Thema KI niemand abgehängt werden darf.

Frau Sennert, kaum hat man sich an ein KI-Werkzeug gewöhnt, gibt es schon das nächste. Leben wir in einer Zeit der Dauer-Disruption?

In gewisser Weise ja. Früher kam eine große Veränderung, man hat sich eingearbeitet, dann war eine Weile Ruhe. Heute verändern sich Werkzeuge und Arbeitsweisen laufend. Das kann verunsichern. Ich halte es aber für den falschen Schluss, deshalb abzuwarten, bis sich alles "gesetzt" hat. Das wird so schnell nicht passieren.

Was folgt daraus für Beschäftigte?

Dass Lernen zur Daueraufgabe wird, nicht zum Ausnahmezustand. Entscheidend ist dabei weniger, jede neue Funktion zu kennen, als die Grundprinzipien zu beherrschen: einen klaren Auftrag formulieren, Ergebnisse prüfen, mit Daten verantwortungsvoll umgehen. Diese Fähigkeiten veralten nicht, wenn sich die Oberfläche eines Programms ändert.

Warum ein Format mit 20 Minuten am Tag statt eines klassischen Kurses?

Weil es sich in den Arbeitsalltag einfügt, statt ihn zu unterbrechen. Wer täglich ein wenig übt und das Gelernte sofort anwendet, entwickelt eine Routine. Genau darum geht es: nicht um Wissen auf Vorrat, sondern um Kompetenz, die am nächsten Arbeitstag sichtbar wird.

Welche Rolle spielen Volkshochschulen in dieser Entwicklung?

Eine zentrale, finde ich. Volkshochschulen stehen für Bildung, die allen offensteht. Bei KI ist das besonders wichtig, denn niemand sollte abgehängt werden, nur weil ihm der Zugang zu teuren Schulungen fehlt. Mit den vhsQuickSteps arbeiten wir seit 2020 an kompakten, praxisnahen Formaten, gemeinsam mit Partnern aus ganz Deutschland. Dass KI seit zwei Semestern dazugehört, war nur folgerichtig.

Macht die KI den Menschen am Arbeitsplatz nicht irgendwann überflüssig?

Sie verändert Aufgaben, das ist unbestreitbar. Aber gerade die Challenge zeigt, wie viel menschliches Urteilsvermögen es braucht: Wer prüft die Fakten? Wer trägt die Verantwortung für eine Entscheidung? Wer kennt die Kundin, den Kontext, die Zwischentöne? Die KI kann zuarbeiten, verantworten kann sie nicht. Wer das verinnerlicht, geht gelassener mit dem Wandel um.

Was nehmen Teilnehmende nach den 20 Tagen mit?

Zunächst eine spürbar sicherere Arbeitsweise mit KI. Und dann ein umfassendes Kompendium mit allen Einheiten, Vorlagen und 100 erklärten Fachbegriffen. Darauf freue ich mich besonders, denn es begleitet einen weit über die Challenge hinaus: als Nachschlagewerk, wenn man eine Technik gerade braucht, und als Lernbegleiter, wenn man sein Wissen auffrischen möchte. Und das alles kostenfrei.

Für wen ist die Challenge gedacht?

Für alle, die KI im Beruf nutzen oder nutzen möchten, ganz ohne technische Vorkenntnisse. Wer schon Erfahrung hat, findet in den vertiefenden Aufgaben genug Stoff zum Weiterdenken. Mein Rat: einfach anfangen. Zwanzig Minuten am Tag sind eine überschaubare Investition, und die Erfahrung zeigt, dass man schon nach wenigen Tagen merkt, wie sich die eigene Arbeit verändert.

Was erwartet die Teilnehmenden zum Abschluss?

Ein 90-minütiges "Meet & Greet". Nach einer kurzen Präsentation können alle online und live ihre Fragen stellen. Außerdem möchten wir auf unsere zahlreichen regulären Kurse aufmerksam machen, die auf ganz unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. Sie richten sich an Privatpersonen ebenso wie an Mitarbeitende in Unternehmen und sollen beiden einen echten Mehrwert bieten. Alle Angebote finden sich unter  www.vhs-cuxhaven.de.

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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