CNV Medien

⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis

Aufgrund einer weltweiten PHP-Sicherheitslücke hat CNV-Medien den Anmeldeserver vorsorglich abgeschaltet.

Ein Login und neue Abonnements sind derzeit nicht möglich. Alle Artikel und das ePaper können vorübergehend ohne Anmeldung und kostenlos gelesen werden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!
Ihr CNV-Medien-Team

Laut BUND-Kreisgruppe Cuxhaven sollen die Bäume im Vordergrund vor dem Bau des neuen Regenrückhaltebeckens gefällt werden. Foto: BUND-KG Cuxhaven
Laut BUND-Kreisgruppe Cuxhaven sollen die Bäume im Vordergrund vor dem Bau des neuen Regenrückhaltebeckens gefällt werden. Foto: BUND-KG Cuxhaven
18.000 qm Wald erhalten

Cuxhaven: BUND will Zurück für geplantes  Regenrückhaltebecken Arnhausen erreichen 

von Maren Reese-Winne | 21.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 21.10.2026 18:05 Uhr

Der geplante Bau eines Regenrückhaltebeckens in Cuxhaven bedroht die Pionierwaldlandschaft Arnhausen. Der Ratsbeschluss steht; für die BUND-Kreisgruppe Cuxhaven ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Sie nennt Argumente. 

In letzter Sekunde vor der Konstitution des neuen Rats sollen der Ausschuss für Digitalisierung und technische Dienste und der Verwaltungsausschuss noch einen richtungsweisenden Beschluss für die Zukunft des Gebiets Arnhausen in Groden fassen. Ist die 186.000-Euro-Ausgabe für die Umsiedlung von Brutvögeln, Fledermäusen und Amphibien erst mal beschlossen, gibt es auch für den Bau eines betonierten Regenrückhaltebeckens - inklusive vorheriger Abholzung - kein Zurück mehr, fürchten die BUND-Kreisgruppe Cuxhaven und deren Initiative Stadtgrün.

Von Anfang an haben sie das Vorhaben "GrodEN 1" (Groden Entwässerung) der EWE Wasser kritisch begleitet und bis jetzt, inzwischen anwaltlich unterstützt, versucht, bei der Stadt ihre Bedenken zu platzieren. Bislang ohne Erfolg: Jetzt soll die erste Maßnahme in Gang kommen. Rund 185.500 Euro hat die EWE Wasser für sogenannte "vorgezogene Ausgleichs- und  Vermeidungsmaßnahmen" veranschlagt. 

Gemeint ist damit laut Sitzungsvorlage 171/2026 die Umsiedlung von Brutvögeln, Fledermäusen und Amphibien. Die Stadt will hierfür später jährlich rund 12.000 Euro mehr an die EWE Wasser zahlen und den Betrag auf die Oberflächenentwässerungsgebühren aufschlagen. Die gezielte Regenrückhaltung diene der Vorsorge gegen Starkregenereignisse, heißt es. Der Rat der Stadt hat den Bau des Beckens am 1. Juli 2025 beschlossen. 

Nach Ansicht des BUND wäre diese Sicherheit auch ohne das Opfern von 18.000 Quadratmetern Waldfläche auf dem ehemaligen repräsentativen Gehöft möglich. Gabriele Grubel und Norbert Welker weisen im Gespräch mit unserer Redaktion auf jüngste Entwicklungen beim Landkreis und sogar in der Stadt selbst hin, als erstes auf das  zurzeit entstehende Wassermengenmanagementkonzept des Landkreises, das auch das Stadtgebiet einbezieht. Dafür würden zurzeit Daten erhoben.

Offizieller Pegel wurde erst im Sommer installiert

Am Lehstrom in Arnhausen sei ein Pegel erst in diesem Sommer installiert worden - zu kurz für Erkenntnisse und  erst recht für einen nicht mehr rückgängig zu machenden Eingriff, finden die BUND-Gruppen. Sie selbst beobachten weitgehend niedrige Wasserspiegel. Selbst nach Starkregenereignissen sei der Wasserstand stets nach etwa vier Stunden wieder gesunken.

Norbert Welker und Gabriele Grubel bestreiten nicht, dass Starkregenschutz notwendig ist. Dies aber rechtfertige keine Acht-Millionen-Euro-Investition auf Kosten der Beitragszahler und die Preisgabe eines wertvollen Ökosystems - zumal es Alternativen gebe. Bekannte Überstaupunkte könnten auch durch Zisternen oder Rigolen entwässert werden, für die der Landkreis im Rahmen des Wassermengenmanagementkonzepts gerade sogar ein Förderprogramm ausgelobt habe.

Proteste begleiten die Planung für das Regenrückhaltebecken von Anfang an. Foto: Lütt

Weil auch aus fachlicher Sicht nicht jeder Austritt von Wasser auf die Straße schon gleich eine Überflutung darstelle, hält Norbert Welker die bisherige Anbindung an den Bereich Katastrophenschutz hinterfragenswert und regt stattdessen eine direkt ans Oberbürgermeisterbüro angeschlossene Stabsstelle Klimafolgenmanagement an. Im Übrigen diene das Großbauprojekt nicht etwa der Entschärfung der alle paar Jahre augenfälligen Überschwemmungen an der Grodener Chaussee oder Papenstraße, sondern solle lediglich einen Überlauf für den Lehstrom darstellen - wenn es sich jemals füllt", bemerkt Gabriele Grubel sarkastisch. 

Klimaanpassungskonzept fordert natürliche Rückhalteräume

Selbst das erst am 3. September 2026 durch den Rat beschlossene Klimaanpassungskonzept befinde sich im Widerspruch zu dem Projekt. Denn dort würden natürliche Rückhalteräume und die gezielte Wiederherstellung von Überflutungsflächen zur Entlastung der Entwässerungssysteme ausdrücklich gefordert. Diese "Schwammwirkung" könne das unberührte Gebiet Arnhausen sicherstellen, das außerdem vielfältige Aufgaben zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner übernehme. Denn der Grüngürtel schütze die Wohnhäuser auch vor Staub aus dem nahegelegenen Holzheizkraftwerk, dem Hafen mit seinen Autoabstellflächen und den Bauschuttablagerungen im nahen Gewerbegebiet. Gegen den Wert alter Baumbestände könne außerdem keine Nachpflanzung ankommen.    

Auf dieser Luftaufnahme (am oberen Bildrand der Kastanienweg) ist das verbliebene Grabensystem auf dem Gelände noch gut zu erkennen. Foto: BUND-Kreisgruppe Cuxhaven

Am Dienstag, 27. Oktober, tagt um 16 Uhr der Ausschuss für Digitalisierung und technische Dienste im Rathaus. Bis Ende Oktober sind seine Mitglieder noch im Amt. Der BUND bittet diese nun, die Abstimmung aufgrund der ungeklärten Fragen zu vertagen oder nicht an ihr teilzunehmen. Die Entscheidung über eine mögliche Rücknahme des alten Ratsbeschlusses solle vielmehr dem neuen Rat überlassen werden. Bisher ist vorgesehen, dass nach der Empfehlung des Fachausschusses der alte Verwaltungsausschuss am 5. November - und zwar unmittelbar vor der direkt danach stattfindenden konstituierenden Ratssitzung - eine Entscheidung trifft - nichtöffentlich.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Maren Reese-Winne
Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Joachim-Ringelnatz-Museum

Ringelnatz-Aquarell findet dank Sammlertipp heim nach Cuxhaven

"Concert for Peace"

Ukraine-Jugendsinfonieorchester in Cuxhaven: Warum die jungen Musiker beeindrucken

Ärztehaus Rohdestraße

"Unmenschlich und unüberlegt": Geplantes MVZ-Aus sorgt für Empörung in Cuxhaven

Bildung

Auch Cuxhavener Eltern erheben Stimme für mehr Personal an Förderschulen