Mit einem Lichtband zwischen Kugelbake und Fährhafen setzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zeichen für Demokratie und Menschenwürde. Foto: Koppe
Mit einem Lichtband zwischen Kugelbake und Fährhafen setzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zeichen für Demokratie und Menschenwürde. Foto: Koppe
Zwischen Döse und Fährhafen

Menschliche Lichterkette in Cuxhaven: 5000 Lichtpunkte in Grimmershörnbucht (Fotos)

von Kai Koppe | 30.11.2025

1000 Menschen erleuchteten mit Taschenlampen und Kerzen die Cuxhavener Grimmershörnbucht und setzten im November 2025 ein starkes Zeichen gegen Ausgrenzung und Hass. Die einzigartige Atmosphäre zog Teilnehmer aus allen Teilen der Stadt an.

In der Grimmershörnbucht haben am Sonnabend (29. November 2025) etwa 1000 Menschen ein weithin sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze gesetzt. Mit Taschenlampen, Kerzen und Fackeln bildeten sie auf der Deichkrone eine Lichterkette. "Unsere Bucht, unser Licht, unsere Demokratie" lautete das Motto der Veranstaltung, zu welcher das lokale Bündnis "Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde" aufgerufen hatte.

Auf der Deichkrone sammeln sich gegen 17.30 Uhr die Teilnehmer. Foto: Koppe

Wenn man so will, war es ein neues Format, welches das Bündnis (als lokale Dachorganisation verschiedener Gruppen und Initiativen) mit der Lichterkette in der Bucht testete: eine Veranstaltung, bei der man bewusst auf die sonst übliche Kundgebung verzichtete - zugunsten eines besonderen Ortes und der mit Lichterschein verbundenen Atmosphäre. 

Hauptsache, es leuchtet: Neben Fackeln und Windlichtern wie hier im Bild zählen auch schnöde Taschenlampen zu den Ausrüstungsgegenständen, Foto: Koppe

Aus ein paar "Irrlichtern" wurde eine Kette

Dass dieses Rezept funktionieren würde, schien zunächst nicht ausgemacht: Gegen 17 Uhr, eine halbe Stunde vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn, lag die Grimmershörnbucht weitgehend im Dunkeln; im Bereich des Bojenbads irrlichterten kaum mehr als ein Dutzend Leute durch die Finsternis. Umso überraschender, wie sehr sich das Bild binnen weniger Minuten wandelte: Mitorganisator Frank Struß, der per Fahrrad zwischen Kugelbake und Fährhafen pendelte, lotste versprengte Lichterketten-Teilnehmer vom Fahrweg auf die Deichkrone, die sich durch Zustrom aus den dahinterliegenden Vierteln immer mehr füllte. Auf diese Weise entstand tatsächlich ein Lichtband, das vielleicht nicht ganz bis zum Cuxhavener Wahrzeichen, aber von den "Seeterrassen" bis weit nach Döse hinein reichte. Kleinere Lücken blieben, doch die Veranstalter sprachen von 1000 Personen mit geschätzt 5000 Lichtpunkten.

In der Prinzessinnentrift gibt es im Anschluss unter anderem von den "Omas gegen Rechts" kredenzten Apfelpunsch. Foto: Koppe

Organisatoren ziehen positives Fazit

Gut war auch die Moral, trotz der Uhrzeit und der von manchen als frisch empfundenen Temperaturen. "Ich weiß, warum ich hier stehe", betonte ein Teilnehmer in Anspielung auf das politische Anliegen der Aktion. Ähnliche Stimmen waren an diesem Abend häufig zu hören. Für viele stand außer Frage, das heimische Sofa gegen einen Stehplatz auf dem Deich einzutauschen.

Abschluss der Aktion in der Prinzessinnentrift. Foto Koppe

"Es war toll zu sehen, wie viele Menschen mitgemacht haben. Mit der Resonanz sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden", zog Gunnar Wegener als einer der Initiatoren Bilanz. Lichterketten-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Prinzessinnentrift. Im Rahmen eines zwanglosen "Get-togethers" konnte man sich dort mit Bratwurst oder einem von den "Omas gegen Rechts" kredenzten Apfelpunsch stärken: Ein Hauch von Weihnachtsmarkt-Atmosphäre zum Ausklang der Veranstaltung.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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