Lichtband zwischen Döse und Fährhafen: Cuxhavener bilden Kette in der Bucht
Das Bündnis "Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde" mobilisierte nach eigenen Angaben rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
In der Grimmershörnbucht haben am Sonnabend etwa 1000 Menschen ein weithin sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze gesetzt. Mit Taschenlampen, Kerzen und Fackeln bildeten sie auf der Deichkrone eine Lichterkette. "Unsere Bucht, unser Licht, unsere Demokratie" lautete das Motto der Veranstaltung, zu welcher das lokale Bündnis "Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde" aufgerufen hatte.
Wenn man so will, war es ein neues Format, welches das Bündnis (als lokale Dachorganisation verschiedener Gruppen und Initiativen) mit der Lichterkette in der Bucht testete: eine Veranstaltung, bei man bewusst auf die sonst übliche Kundgebung verzichtete - zugunsten eines besonderen Ortes und der mit Lichterschein verbundenen Atmosphäre.
Aus ein paar "Irrlichtern" wurde eine Kette
Dass dieses Rezept funktionieren würde, schien zunächst nicht ausgemacht: Gegen 17 Uhr, eine halbe Stunde vor dem offiziellen Veranstaltungsbeginn, lag die Grimmershörnbucht weitgehend im Dunkeln; im Bereich des Bojenbads irrlichterten kaum mehr als ein Dutzend Leute durch die Finsternis. Umso überraschender, wie sehr sich das Bild binnen weniger Minuten wandelte: Mitorganisator Frank Struß, der per Fahrrad zwischen Kugelbake und Fährhafen pendelte, lotste versprengte Lichterketten-Teilnehmer vom Fahrweg auf die Deichkrone, die sich durch Zustrom aus den dahinterliegenden Vierteln immer mehr füllte. Auf diese Weise entstand tatsächlich ein Lichtband, das vielleicht nicht ganz bis zum Cuxhavener Wahrzeichen, aber von den "Seeterrassen" bis weit nach Döse hinein reichte. Kleinere Lücken blieben, doch die Veranstalter sprachen von 1000 Personen mit geschätzt 5000 Lichtpunkten.
Organisatoren ziehen positives Fazit
Gut war auch die Moral, trotz der Uhrzeit und der von manchen als frisch empfundenen Temperaturen. "Ich weiß, warum ich hier stehe", betonte ein Teilnehmer in Anspielung auf das politische Anliegen der Aktion. Ähnliche Stimmen waren an diesem Abend häufig zu hören. Für viele stand außer Frage, das heimische Sofa gegen einen Stehplatz auf dem Deich einzutauschen.
"Es war toll zu sehen, wie viele Menschen mitgemacht haben. Mit der Resonanz sind wir auf jeden Fall sehr zufrieden", zog Gunnar Wegener als einer der Initiatoren Bilanz. Lichterketten-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Prinzessinnentrift. Im Rahmen eines zwanglosen "Get-togethers" konnte man sich dort mit Bratwurst oder einem von den "Omas gegen Rechts" kredenzten Apfelpunsch stärken: Ein Hauch von Weihnachtsmarkt-Atmosphäre zum Ausklang der Veranstaltung.



