Mit dem "Kreuz ohne Haken" setzt sich Familie Brack aus Lüdingworth für Vielfalt und gegen Rechtsextremismus ein. Foto: Brack
Mit dem "Kreuz ohne Haken" setzt sich Familie Brack aus Lüdingworth für Vielfalt und gegen Rechtsextremismus ein. Foto: Brack
Zeichen gegen Rechts

Familie aus Lüdingworth stellt "Kreuz ohne Haken" auf - Diebstahl nach wenigen Tagen

von Maren Reese-Winne | 25.02.2025

Ein Symbol für Vielfalt und Menschlichkeit wurde aus dem Garten einer Familie im Cuxhavener Stadtteil Lüdingworth gestohlen. Der Diebstahl hält die Familie nicht davon ab, weiterhin ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.

Das "Kreuz ohne Haken" hängt auch im Kreis Cuxhaven an öffentlichen Gebäuden und in Privatgärten als Bekenntnis gegen Rechts sowie für Vielfalt und Menschlichkeit. Keine Woche blieb das Kreuz im Garten einer Lüdingworter Familie unbehelligt.

Erst am Vormittag des 19. Februars hatte Familie Brack das Kreuz an einem Baum ihres Grundstücks in der Jacobistraße 35 angebracht - etwa einen Meter von der Hecke entfernt, die an der Jacobistraße entlangführt. Am Freitag begleitete die stellvertretende Schulleiterin im Lichtenberg-Gymnasium eine Gedenkstunde zur Aufstellung des "Kreuzes ohne Haken" - und in der Nacht zum Montag wurde das Kreuz aus dem Garten der Familie gestohlen.

Ein politisch motivierter Diebstahl?

Für die Betroffenen handelt es sich um nichts anderes als einen dreisten und offensichtlich politisch motivierten Diebstahl von ihrem Grundstück. "Wir bekommen nur schockierte Rückmeldungen", berichtet Sabine Brack. Sie bittet mögliche Zeugen, sich bei ihrer Familie zu melden.

Der Diebstahl wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Im übrigen habe sie beim Landkreis Cuxhaven schon ein neues Kreuz beschafft und dieses werde auch wieder im Garten angebracht, kündigt sie an. Mitstreiterinnen und Mitstreiter seien willkommen.

"Kreuz ohne Haken", angebracht im Kreishaus Cuxhaven. Foto: Reese-Winne

Sieht aus wie ein Andreaskreuz

Das Andreaskreuz steht - wie vor einem Bahnübergang - als Symbol für Schutz und gleichzeitig als Zeichen des Zusammenhalts. Entstanden sind sie als Symbol des Widerstands gegen den Vormarsch völkischer Siedler zunächst im Landkreis Uelzen.

Völkische Siedler stellen eine rechtsextremistisch ausgerichtete Bewegung dar, die sich von der deutschen Staatsordnung befreien will, um in unabhängigen Zonen ihrer nationalsozialistischen Weltansicht nachzugehen und von dort aus die Gesellschaft zu unterwandern.

Der niedersächsische Verfassungsschutz stuft die völkischen Siedler als "gefestigte Rechtsextremisten" ein; ein Grund auch für Schulen im Kreis Cuxhaven, die Initiative "Kreuz ohne Haken" zu unterstützen. Ein Kreuz ohne Haken befindet sich auch im Kreishaus.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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