Jette war ein Straßenhund wie dieser (Symbolfoto). Eigentlich sollte ihr mit der Vermittlung nach Deutschland ein sicheres Leben vermittelt werden. Foto: Christine-Felice Röhrs
Jette war ein Straßenhund wie dieser (Symbolfoto). Eigentlich sollte ihr mit der Vermittlung nach Deutschland ein sicheres Leben vermittelt werden. Foto: Christine-Felice Röhrs
Einladung zur Teilnahme

Mahnwache für gequälte Hündin Jette auch in Cuxhaven: Tiere besser schützen

von Maren Reese-Winne | 14.07.2026

In Cuxhaven sind Menschen zur Teilnahme an einer Mahnwache zur Erinnerung an die grausam getötete Hündin Jette eingeladen. Die Demonstrierenden fordern eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes und härtere Strafen für Tierquäler.

Bundesweit formieren sich in diesen Tagen in vielen Städten Mahnwachen für die misshandelte und Ende 2025 grausam durch ihre Halter umgebrachte Hündin Jette. Die Demonstrierenden fordern Verschärfungen des Tierschutzgesetzes und härtere Strafen. Auch in Cuxhaven werden Menschen auf die Straße gehen.

Für Freitag, 17. August, 18 bis 20 Uhr, hat der Cuxhavener Patrick Petersen (Radio Cuxhaven) eine Mahnwache auf dem Kaemmerplatz (am Brunnen) angemeldet. Wer mag, möge dazu bitte eine Kerze mitbringen. 

Rückblick auf die Ereignisse

Der erst verspätet bekanntgewordene Fall erregt aufgrund der besonders grausamen Umstände die Gemüter. Folgende Ereignisse sind überliefert und sollen auch von der Halterin gestanden worden sein: Die Šarplaninac-Hündin (eine Hirtenhund-Rasse) war Ende 2024 durch eine Tierschutzorganisation an ihre Besitzerin und deren Lebensgefährten in Thüringen vermittelt worden. Über Monate soll sie gequält, getreten und bei Hitze im Auto eingesperrt und stundenlang in der Wohnung alleingelassen worden sein, bis sich die Besitzerin der Hündin vollends entledigen wollte.

Sie wählte nicht die Rückgabe an den Verein, sondern soll, offensichtlich unterstützt durch den Lebensgefährten, zahlreiche Tötungsversuche durch Gewalteinwirkung und Gift, unter anderem Spülmaschinentabs und Ibuprofen im Futter und Insulinspritzen, unternommen haben. Am Ende soll das Tier durch Strangulieren qualvoll zu Tode gekommen sein.

Erst Monate später kam das Geschehen unter anderem durch offengelegte Whatsapp-Chats ans Licht. Die Tierschutz-Organisation "Löwenherz" machte das Geschehen öffentlich und erstattete Anzeige. Die Polizei ließ die Leiche des Hundes exhumieren und fand alle Vorwürfe bestätigt. Die Besitzerin soll geständig sein. Seit Mitte 2026 soll der Fall bei der Staatsanwaltschaft Gera liegen, die über eine Anklageerhebung zu befinden hat.

Jette steht stellvertretend für alle gequälten Tiere

Der Fall wird weit über Thüringen hinaus mit Empörung betrachtet. Es wurde eine Facebookgruppe gegründet und eine Petition auf dem Portal "Open Petition" gestartet. Patrick Petersen: "Durch den Protest wollen wir eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes, härtere Strafen und frühere Tierhalteverbote erreichen." Jette stehe dabei stellvertretend für alle gequälten, vernachlässigten und getöteten Tiere, die vor dem Gesetz bislang immer noch als Gegenstände betrachtet würden. Da diese keine Stimme hätten, müssten stellvertretend für sie Menschen die Verantwortung ergreifen.

Auch der Tierschutz Cuxhaven unterstützt die Initiative des Cuxhaveners. 

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