Im Sommer 2025 begrüßten Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen (2.v.r.) und ihr Vorgänger Herbert Kihm (l.) Marcel Peisker für die ausgeschiedene Mandy Kaufmann als neues SPD-Mitglied im Ortsrat Sahlenburg. Jetzt schied Peisker auf eigenen Wunsch aus der SPD-Fraktion im Ortsrat aus. Foto: Potschka
Im Sommer 2025 begrüßten Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen (2.v.r.) und ihr Vorgänger Herbert Kihm (l.) Marcel Peisker für die ausgeschiedene Mandy Kaufmann als neues SPD-Mitglied im Ortsrat Sahlenburg. Jetzt schied Peisker auf eigenen Wunsch aus der SPD-Fraktion im Ortsrat aus. Foto: Potschka
Kommunalwahl 2026 steht an

"So etwas noch nicht erlebt": SPD-Austritt sorgt für Unruhe im Ortsrat Sahlenburg

von Jens Potschka | 17.11.2025

Ein überraschender Austritt sorgt für Unruhe im Ortsrat Sahlenburg: Marcel Peisker kehrt der SPD den Rücken und agiert fortan als parteiloser Einzelvertreter. Diese Entscheidung könnte die politische Landschaft erheblich beeinflussen.

Der Ortsrat Sahlenburg endet das politische Jahr mit einer personellen Zäsur: Ortsratsmitglied Marcel Peisker hat seinen Austritt aus der SPD-Fraktion erklärt und nimmt sein Mandat ab sofort als parteiloser Einzelvertreter wahr. Das gab Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen (CDU) zu Beginn der jüngsten Ortsratssitzung bekannt.

"Mit Datum vom 17. Oktober 2025 hat mich das Ortsratsmitglied Marcel Peisker darüber informiert, dass er aus persönlichen Gründen der SPD-Fraktion nicht mehr angehören möchte", sagte Bönnen. Die Verwaltung habe das Vorgehen geprüft und bestätigt.

"Parteilich hat es sich ein bisschen verändert" 

Mit dem Austritt Peiskers sinkt die SPD-Präsenz im Ortsrat von zwei auf ein Mandat. Die Sozialdemokraten werden künftig allein durch Andreas Wichmann vertreten. Für Bönnen bleibt der Ortsrat dennoch arbeitsfähig: "Personell bleibt es so, wie wir uns hier kennen. Parteilich hat es sich ein bisschen verändert."

Andreas Wichmann ist zukünftig einziges Sahlenburger Ortsratsmitglied für die SPD. Foto: Gerdes

Wichmann hingegen reagierte deutlich: "Seit 24 Jahren mache ich Kommunalpolitik. So etwas habe ich noch nicht erlebt", erklärte der Sozialdemokrat. Er betonte, dass es durchaus üblich sei, sich nach vielen Jahren politisch neu zu orientieren - aber nicht wenige Wochen nach einer Wahl: "Wenn man das Mandat nicht im Sinne derer ausüben möchte, durch die man es erhalten hat, kann man sich auch entscheiden, es nicht anzunehmen." Juristisch sei der Schritt in Ordnung, moralisch jedoch "fragwürdig".

"Eine sehr persönliche Entscheidung"

Aus den Reihen der CDU kam dagegen Zustimmung für Peiskers Schritt. Herbert Kihm sprach von einer "sehr persönlichen Entscheidung", die es zu respektieren gelte.

Der ehemalige Ortsbürgermeister Herbert Kihm (l.) und seine Nachfolgerin Claudia Bönnen. Archivfoto: Potschka

Peisker selbst zeigte sich bemüht, die Wogen zu glätten. Nach der Sitzung betonte er gegenüber cnv-medien.de, dass er bereits seit Jahren parteilos sei und nur über die SPD-Liste in den Ortsrat gekommen sei. "Ich kann mich einfach mit der Art und Weise, wie die SPD hier arbeitet, nicht identifizieren", sagte er. "Deshalb habe ich mich entschieden: Ich mache es allein weiter."

Auf CN/NEZ-Nachfrage, ob er sich künftig einer anderen Fraktion anschließen könnte, antwortete Peisker zurückhaltend: "Ich bin ab jetzt fraktionsloser Einzelkandidat. Für das laufende Jahr bleibt es so. Im kommenden Jahr sind Kommunalwahlen - da werde ich einfach schauen, wo man mich haben möchte."

Der Ortsrat Sahlenburg muss sich damit auf neue Mehrheitsverhältnisse und veränderte Dynamiken einstellen. Politisch könnte der Schritt vor allem im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 noch für Bewegung sorgen.

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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