Die Elbferry - hier am Anleger in Brunsbüttel - ist seit Mitte Dezember 2021 Geschichte. Archivfoto: Kramp
Die Elbferry - hier am Anleger in Brunsbüttel - ist seit Mitte Dezember 2021 Geschichte. Archivfoto: Kramp
Verkehr

Motto: "Kampf für eine Cuxhaven-Brunsbüttel-Linie nicht einfach so aufgegeben"

von Kai Koppe | 10.03.2026

Bernd Jothe und Hans-Jürgen Umland trommeln für eine Reaktivierung der Elbfähre.

Dem Rat haben sie den Rücken gekehrt - für eine Fährverbindung Cuxhaven-Brunsbüttel setzen sich Bernd Jothe und Hans-Jürgen Umland aber nach wie vor ein. Sang- und klanglos sei dieses Thema zu den Akten gelegt worden, kritisieren die ehemaligen Kommunalpolitiker von Bündnis 90/Die Grünen. Aus ihrer Sicht müsste es vor Ort allein aus wirtschaftlichen Erwägungen eine wesentlich größere Lobby für die Reaktivierung der Elbfähre geben.

Hans-Jürgen Umland plädiert dafür, in Sachen Fährverbindung noch einmal alles in die Waagschale zu werfen - nicht in zwei, drei oder fünf Jahren, sondern jetzt. In Norwegen seien zwei Fähren zu haben, so der Altenbrucher. Weil Fahrzeuge anderer Bauart den Strömungsverhältnissen auf der Elbe eher schlecht als recht gewachsen seien, biete sich hier eine einmalige, womöglich letzte Chance. Es sei also das Gebot der Stunde, "in die Puschen zu kommen", um sich diese Fahrzeuge zu sichern, unterstrich Umland im Gespräch mit unserer Zeitung.

"Die Ausgangslage hat sich geändert"

In der jüngeren Geschichte hat es mehrere Versuche gegeben, solch eine Fähre zu institutionalisieren. Der letzte Anlauf liegt fünf Jahre zurück; am 1. März 2021 nahm die Elbferry GmbH den Betrieb der Linie mit einer mit Flüssiggas betriebenen Doppelendfähre auf. Das Schiff bot Platz für rund 600 Passagiere, 28 Lkw und 150 Pkw und verkehrte täglich im Drei-Stunden-Takt. Nach neun Monaten allerdings war bereits Schluss: Beantragte Corona-Hilfen waren nicht gewährt worden, der LNG-Preis stieg und die Fahrgastzahlen waren streckenweise hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Die Ausgangslage habe sich inzwischen verändert, argumentieren Bernd Jothe und Hans-Jürgen Umland: Mit Kaufland und Weingärtner habe Cuxhaven zwei neue Besuchermagneten erhalten. Darüber hinaus hat die Offshore-Industrie vor Ort weiter an Bedeutung gewonnen (was weitere Direktverkehre von und nach Dänemark generieren könnte). Und: Auf der Parallelstrecke Glückstadt-Wischhafen ist die Auslastung mittlerweile so hoch, dass erhebliche Wartezeiten keine Seltenheit sind. "Wir sitzen alle im selben Boot", stellt Bernd Jothe mit Blick über den Tellerrand fest. Die Reederei FRS, die auf der ein Stück elbaufwärts gelegenen Linie investieren wolle, benötige für diesen Schritt Sicherheiten, wie sie auch für eine Wiederaufnahme des Fährbetriebs ab Cuxhaven gebraucht würden. Würde die Politik dafür bürgen, dass die Verbindung 20 Jahre lang besteht, würden Banken auch die nötigen Mittel vorschießen: Politischer Wille bahne einen Weg, argumentieren Jothe und Umland, die nicht verstehen können, warum die Wirtschaft so ruhig bleibt.

Warum schweigt die Wirtschaft?

"Warum kommt da nicht mehr Druck?", fragen die beiden vormaligen Ratsmitglieder, die überzeugt sind, dass eine Fähre in diesen Kreisen zumindest als Interimslösung befürwortet werden müsste. "Um die Zeit bis zur Fertigstellung der A20 zu überbrücken", so Jothe und Umland. Eine verlässliche Verbindung nach Schleswig-Holstein brauche es jedoch schon vor dem entfernt liegenden Fertigstellungsdatum. Für Bernd Jothe geht es dabei nicht allein um ökonomische Belange, sondern auch um eine Verbindung von Regionen in kultureller und sozialer Hinsicht. "Wir brauchen diesen Kontakt - unter anderem auch nach Hamburg und nach Dänemark." (kop)

Bernd Jothe (l.) und Hans-Jürgen Umland zählten schon in der Zeit ihrer Ratsmitgliedschaft zu den Vorkämpfern für eine Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbütrtel. Aus ihrer Sicht fehlt es heute am politischen Willen, die Elbefähr zu reaktivieren. Foto: Koppe

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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