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Die manövrierunfähige "Funny Girl" mit den Wulf-Schleppern 4 und 5 querab der Alten Liebe. Fotos: Reese-Winne
Die manövrierunfähige "Funny Girl" mit den Wulf-Schleppern 4 und 5 querab der Alten Liebe. Fotos: Reese-Winne
Am Ende kam noch eine "Aida"

Nach Antriebsausfall vor Helgoland: So erreichte der Schleppzug den Cuxhavener Hafen

von Maren Reese-Winne | 14.06.2026 Zuletzt aktualisiert: 22.06.2026 09:19 Uhr

Die Zuschauer auf der Alten Liebe konnten sich vorstellen, was die Passagiere der "Funny Girl" auf der langen Fahrt erlebt hatten: Sturmböen, Schauer, Wellengang. Kurz vor 22 Uhr wurde das Schiff am Sonnabend in den Amerikahafen bugsiert.

Den ganzen Tag über war es am Sonnabend (13. Juni 2026) schon am Festland ungemütlich genug gewesen, eine stramme Brise wehte über Cuxhavens Strände. Dazu kamen wiederholte kräftige Regenschauer.

Endlich wieder Festland in Sicht. Foto: Reese-Winne

Die Fahrgäste auf der "Funny Girl" der Reederei Adler & Eils, die bei dieser Herbststimmung für ihre Helgolandfahrt in Büsum an Bord gegangen waren (planmäßige Abfahrt 9.30 Uhr) hatten die Hochseeinsel nicht mal erreicht, als ein technischer Defekt die Besatzungsmitglieder veranlasste, sofort eine Rettungskette in Gang zu setzen.

Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, koordinierte die Hilfsmaßnahmen (Bericht hier).

Die "Funny Girl" konnte aus eigener Kraft nicht weiterfahren. In Cuxhaven soll die Reparatur erfolgen. Foto: Reese-Winne

Die Reederei hatte inzwischen entschieden, die "Funny Girl" in Cuxhaven reparieren zu lassen. Die Schlepper "Wulf 4" und Wulf 5" aus Cuxhaven befanden sich der "Funny Girl" am nächsten, als der Schiffsverband nach stundenlanger Fahrt in der Dämmerung den Bestimmungsort erreichte. Davor und danach fuhren der Seenotrettungskreuzer "Hans Hackmack" (während der Werftzeit der "Anneliese Kramer" ist er in Cuxhaven stationiert) und der durch das Bundesverkehrsministerium gecharterte Bergungsschlepper "Nordic".

Die "Nordic" blieb bis zum Schluss in der Nähe. Foto: Reese-Winne

Mit niedriger Geschwindigkeit lief der Schleppzug an der Alten Liebe vorbei. Zahlreiche Interessierte hielten dort den fortgesetzten Regenschauern stand, um das Manöver zu verfolgen. Die "Funny Girl" glitt noch am Steubenhöft vorbei, um danach in den Amerikahafen bugsiert zu werden, nahe den Docks der Mützelfeldtwerft.

Von der Alten Liebe aus wurde das Einlaufen des Havaristen und der Begleitschiffe verfolgt. Foto: Reese-Winne

Nach Angaben der Reederei sollten die Passagiere noch am Abend nach Büsum transportiert werden. Was das noch für ein Ritt werden könnte, war nur zu vermuten; immerhin sind an diesem Wochenende die A7 mit dem Elbtunnel und die Köhlbrandbrücke voll gesperrt.

Während Havarist und Schlepper die Hafeneinfahrt ansteuerten, tauchte am Horizont schon die "Aida Perla" auf. Foto: Reese-Winne

Für die Minuten später aus Richtung Altenbruch auftauchende seewärts gehende "AidaPerla" dürften die Ausflügler kein Auge mehr gehabt haben. Ganz anders die Schaulustigen auf der "Alten Liebe", die noch blieben, um zu verfolgen, wie das riesige Kreuzfahrtschiff die noch vor der Hafeneinfahrt liegende "Nordic" und kurz danach die Aussichtsplattform passierte.

"Hans Hackmack", "Nordic" und "AidaPerla". Foto: Reese-Winne

Der Gegensatz zwischen der rund 68 Meter langen "Funny Girl", unverkennbar ein Seebäderschiff aus der Eils-Familie mit den charakteristischen Aufbauten, und der 300 Meter langen "AidaPerla" mit ihren 18 Decks und den verglasten Panoramaaufzügen am Heck hätte größer nicht sein können. Vermutlich können die Passagiere die widrigen Bedingungen auf See bei der Schiffsgröße gut aushalten. Auf der aktuellen Reise wird das Schiff Ziele rechts und links des Ärmelkanals ansteuern.

Den Moment warteten die Zaungäste noch ab. Foto: Reese-Winne
Die 300 Meter lange "AidaPerla" fährt Richtung Ärmelkanal. Foto: Reese-Winne

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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