Manövierunfähiges Helgoland-Seebäderschiff hat Cuxhavener Hafen erreicht
Bei stürmischem Wetter fiel beim Seebäderschiff "Funny Girl" auf dem Weg nach Helgoland die Antriebsanlage aus. Retter mussten das manövrierunfähige Schiff auf den Haken zu nehmen. Das Wetter führt am Sonntag auch zu Fahrplanänderungen ab Cuxhaven.
Für rund 70 Menschen an Bord eines Seebäderschiffes auf dem Weg von Büsum nach Helgoland ist ihre Seereise am Sonnabend, 13. Juni 2026, mit einem Schleppeinsatz der Seenotretter und weiterer Schiffe zu Ende gegangen. Der Seenotrettungskreuzer Hermann Marwede der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nahm die manövrierunfähige "Funny Girl"der Reederei Adler & Eils zunächst auf den Haken, um sie zu sichern.
Gegen 12.45 Uhr hatte die Besatzung der "Funny Girl" den Seenotrettern technische Probleme an Bord des gut 68 Meter langen Seebäderschiffes gemeldet. Bei westlichen Winden bis sieben Beaufort (etwa 60 km/h Windgeschwindigkeit) und vorhergesagten bis zu drei Metern Seegang trieb die "Funny Girl" manövrierunfähig rund vier Seemeilen östlich von Helgoland. Zudem erhielten die Seenotretter die Information, dass eine chronisch kranke Passagierin möglicherweise medizinische Hilfe benötigt.
Die von der DGzRS betriebene deutsche Rettungsleitstelle See, das Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, koordinierte die Hilfsmaßnahmen für die "Funny Girl". Im Helgoländer Südhafen legte unverzüglich der Seenotrettungskreuzer "Hermann Marwede" ab. Der vom Bundesverkehrsministerium gecharterte Bergungsschlepper "Nordic" und das Einsatzschiff der Bundespolizei "Bad Düben" befanden sich in der Nähe des Havaristen und standen sicherheitshalber standby, bis die Seenotretter eintrafen.
Die "Hermann Marwede" nahm die "Funny Girl" zunächst auf den Haken. Die Reederei des Seebäderschiffes entschied, den Havaristen in Cuxhaven reparieren zu lassen. Die "Nordic" übernahm den Schleppanhang mit Ziel Außenelbe-Reede. Dorthin hat die Reederei den Schlepper "Wulf IV" beauftragt, den Havaristen zu übernehmen und in den Hafen zu bringen.
Die "Hermann Marwede" begleitete den Schleppverband, um sofort eingreifen zu können, falls unterwegs medizinische Hilfe notwendig sein oder sich die Lage anderweitig ändern sollte. Laut verschiedenen Schiffstrackerportalen befindet sich der Seenotrettungskreuzer inzwischen wieder im Helgoländer Hafen. Die "Hans Hackmack" fuhr mit bis in den Cuxhavener Hafen. Die "Funny Girl" ließ sich nicht orten, vermutlich wegen Blackouts, ihre Begleitschiffe jedoch schon.
Nach Angaben von Adler & Eils reagierte die Besatzung umgehend nach Eintreten des Vorfalls und leitete die vorgesehenen Sicherheits- und Meldeverfahren ein. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für die Fahrgäste oder die Besatzung bestanden.
In Cuxhaven werde das Schiff einer technischen Untersuchung unterzogen, um die genaue Ursache des Vorfalls festzustellen. Alle Fahrgäste an Bord würden betreut und ihre Weiter- bzw. Rückreise organisiert. Auch für die auf Helgoland wartenden Fahrgäste seien Ersatzlösungen eingerichtet worden, sodass eine Rückreise noch am Sonnabend ermöglicht werden könne.
Die Reederei bedankte sich bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Behörden und Partnern für die schnelle und professionelle Unterstützung sowie insbesondere auch bei ihren Mitarbeitenden für das umsichtige Handeln.
Nach Angaben der Reederei fällt die Funny Girl voraussichtlich bis Montag auf der Strecke Büsum-Helgoland aus.
Für Sonntag, 14. Juli, kündigt die Reederei Cassen Eils außerdem auf ihrer Homepage aufgrund der vorhergesagten Windgeschwindigkeiten Fahrplanänderungen auf den Strecken Cuxhaven-Helgoland und Cuxhaven-Neuwerk an: Der Katamaran "Nordlicht" fährt nicht. Gebuchte Fahrgäste können ab 9.30 Uhr mit der "Helgoland" vom Fährhafen aus zur Insel starten. Rückfahrt: 15.30 Uhr ab Helgoland Südhafen (eine Stunde früher als üblich).
Die Fahrten mit der "Flipper" nach und von Neuwerk sind für Sonntag komplett abgesagt.
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