Seit 14 Jahren betreibt Birgit Berends gemeinsam mit ihrem Mann das Pinguin Museum im Lotsenviertel von Cuxhaven. Im November 2024 soll die Einrichtung geschlossen werden. Foto: Potschka
Seit 14 Jahren betreibt Birgit Berends gemeinsam mit ihrem Mann das Pinguin Museum im Lotsenviertel von Cuxhaven. Im November 2024 soll die Einrichtung geschlossen werden. Foto: Potschka
Besondere Pinguin-Population 

Weltweit größte Sammlung: Pinguin-Museum in Cuxhaven schließt seine Türen

von Jens Potschka | 24.10.2023

Die wohl weltweit größte Pinguin-Population der besonderen Art gibt es mitten in Cuxhaven. Denn dort ist das einzige Pinguin-Museum Deutschlands beheimatet. Jetzt sind die Tage der Einrichtung gezählt. I

Seit 2009 präsentiert das Pinguin-Museum am Eingang zur Schillerstraße auf rund 130 Quadratmetern die wohl weltweit größte Pinguin-Sammlung. Etwa 4000 ganz verschiedene Pinguin-Artikel sind dort in Vitrinen, auf Regalen und Auslagen zu bestaunen. Die Pinguin-Varianten im Museum sind schier unerschöpflich. Es gibt Pinguin-Schachspiele, Tee-Eier, Fingerhüte, Lampen und natürlich vieles mehr. Stolz sind die Museumsbetreiber auch auf die Präparate echter Pinguine sowie einem Pinguin-Skelett.

Sammelleidenschaft im Teenageralter geweckt

Seit mittlerweile 14 Jahren wird die Einrichtung von Birgit Berends und ihrem Mann Stefan Kirchhoff nebenberuflich betrieben. Den Grundstein für das Museum legte Berends bereits in ihren Teenagerjahren. Sie ließ sich zu Geburtstagen und an Weihnachten immer wieder Pinguin-Artikel ganz unterschiedlicher Art von Familienmitgliedern und Freunden schenken. Ihre Sammelleidenschaft war geweckt. 

Die Cuxhavenerin vervollständigte ihre Sammlung immer weiter. Zudem unternahm sie mit ihrem Mann auch Reisen zu den echten Pinguinen. Birgit Berends und Stefan Kirchhoff hatten mehrfach das Glück, Pinguine in freier Wildbahn beobachten zu können. Sie reisten nach Neuseeland, Südafrika, in die Antarktis und auf die Falklandinseln. Natürlich entstanden auch hieraus Vorträge für die interessierten Museumsgäste. Selbst Deutschlands einziger Pinguin-Forscher Dr. Klemens Pütz referierte schon im Cuxhavener Museum.

Im Jahr 2006 erzielte Birgit Berends laut rekord-institut.org den offiziellen Weltrekord für die größte Pinguin-Sammlung mit 2520 Exemplaren. Bis zum Jahr 2021 ist die ohnehin schon umfangreiche Sammlung auf 21.114 Objekte angewachsen. Jetzt soll sie nach und nach verkleinert werden. Am 2. November 2024 wollen Birgit Berends und ihr Mann das Museum schließen. Seit 2017 betreibt der Verein Pinguinfreunde Cuxhaven e.V. das Museum. Ziel und Zweck des Vereins ist die Förderung von Tier- und Umweltschutz.

Pinguine können käuflich erworben werden

"Seit mittlerweile 14 Jahren haben wir unser Museum fast jeden Tag geöffnet. Nach dieser langen Zeit sehen wir uns wieder nach etwas mehr Freiheit. Alles hat eben seine Zeit, die Zeit des Museums ist für uns Ende des kommenden Jahres vorbei", informiert Birgit Berends im Gespräch mit unserem Medienhaus.

Ihre umfangreiche Sammlung will sie ab sofort sukzessive verkleinern. Interessierte Besucherinnen und Besucher, die ihren Lieblingspinguin in dem Museum entdeckt haben, können die Inhaber gerne persönlich ansprechen und fragen, ob sie das Objekt ihrer Begierde käuflich erwerben können.

Zudem hat Birgit Berends zwei Interessenten an der Hand, die eventuell einen Großteil der Sammlung für eine wie auch immer geartete Weiterführung des Museums an einem anderen Ort übernehmen möchten. Doch das sei alles noch längst  nicht in trockenen Tüchern, erklärte die diplomierte Mathematikerin, die hauptberuflich bei einem Schiffsmakler angestellt ist.

Neue Sonderausstellung "Kitsch as Kitsch can" in Vorbereitung

Das Pinguin-Museum Cuxhaven ist aktuell noch bis einschließlich kommenden Montag, 30. Oktober, täglich außer Donnerstag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr geöffnet - letzter Einlass ist um 17.30 Uhr. Danach geht die Einrichtung in die Winterpause bis Ende Dezember.

Die Freunde des Museums dürfen sich danach auf eine neue Sonderausstellung freuen: Unter dem Titel "Kitsch as Kitsch can" wird es in der Einrichtung an der Schillerstraße 64 im Lotsenviertel sicherlich einiges zum Schmunzeln geben.

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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