So nah wie hier Arne Mickeleits Tochter (l.) auf Korsika werden nur wenige Menschen dem olympischen Feuer kommen. Fotos: privat
So nah wie hier Arne Mickeleits Tochter (l.) auf Korsika werden nur wenige Menschen dem olympischen Feuer kommen. Fotos: privat
Vorfreude auf Gäste aus aller Welt

Olympia in Paris - und der Cuxhavener Arne Mickeleit ist ganz nah dran

von Maren Reese-Winne | 22.07.2024

Am Freitag beginnen die Olympischen Spiele in Paris und wahrscheinlich wird kein Cuxhavener näher dran sein als Arne Mickeleit. In seinem Wohnort werden die olympischen Hockey-Wettbewerbe ausgetragen. Was läuft, so wenige Tage vor Beginn der Spiele?

Arne Mickeleit ist vielen Lesern auch bekannt durch die Weihnachts-Grußbrücke. In seinem Wohnort Colombes (etwa 80.000 Einwohner) werden die olympischen Hockeywettbewerbe mit deutscher Beteiligung bei den Damen und den Herren ausgetragen. Seine Antwort, als wir ihn fragten, ob er uns mit hautnahen Informationen versorgen könnte: "Ich bin Feuer und olympische Flamme! Aber mit Belieben!"

Als Handballer hat er sich einst selbst schon mal mit französischen Olympioniken der "Barjots" (französische Weltklassemannschaft der 90er) gemessen, jetzt sieht er voller Vorfreude, aber auch mit gewissen Ängsten, was Verkehr und Sicherheit angeht, den Ereignissen entgegen.

Olympisches Feuer auf dem Weg nach Paris

Das olympische Feuer auf seinem Weg nach Paris hat er mit seinen Kindern auf Korsika bereits gesehen, ein  gelungener Vorgeschmack. "Die Übergabe der Flamme ist ja echt immer ein Gänsehautmoment und selbst so weit von Paris entfernt war viel los. Auch der Rest Frankreichs freut sich auf die Spiele. Die Flamme kam mit dem Dreimaster ,Belem' von Griechenland über Ajaccio (Korsika) aufs Festland und die Ankunft in Marseille war auch medial ein absolutes Event." An diesem Mittwoch soll das Feuer durch seine Nachbarschaft in Colombes - einen Ort mit großer olympischer Geschichte - getragen werden.

 Vor 100 Jahren größtes Stadion der Welt

Aber auch zu Hause wird die Spannung jetzt greifbar: "Hier in Colombes ist die Vorfreude wirklich riesengroß. Nach genau 100 Jahren kommen die Spiele wieder zurück. Damals war unser Stadion ,Yves du Manoir' das größte Stadion Frankreichs, und das bis in die Nachkriegszeit. Hier wurde sogar das Finale der Fußballweltmeisterschadt 1938 gespielt (Italien gegen Ungarn, 4:2). 1924 waren hier auch die Leichtathleten aktiv." Dass Tennisstar Alexander Zverev gesagt hat, sollte er vorzeitig bei Olympia ausscheiden, würde er sich gerne Hockey in Colombes anschauen, wurde dort natürlich bewusst aufgenommen.

Fünf Paraden treffen aufeinander

Arne schreibt weiter: "Die Vorfreude wurde auch konkret, als am 22. Juni in der ganzen Stadt fünf Paraden organisiert wurden. Jede hatte eine Farbe der olympischen Ringe und eine Botschaft. Wir waren grün und warben für die Natur. Ein Kumpel aus Australien war rot, eine Freundin aus Südfrankreich blau, eine andere aus Algerien schwarz und zwei Freundinnen (auch aus Südfrankreich) gelb.

Am Ende haben sich alle fünf Paraden getroffen, um in einem extrem tollen, lauten, wunderschönen Zusammentreffen schon im Juni die olympischen Spiele zu feiern! Und das bei strömendem Regen! Und keiner hatte schlechte Laune, es war ein tolles Fest von 10.30 bis nachts um 1 Uhr. Das gibt es sonst nur am Nationalfeiertag. Man konnte tagsüber alle Sportarten der hiesigen Clubs ausprobieren und es gab Konzerte und Showeinlagen. 

Das Stadtmuseum hat auch bis Oktober eine Ausstellung über die Spiele von damals und speziell über Feldhockey in der Welt und hier.

Überall Baustellen seit drei Jahren

Colombes mit seinen 80.000 Einwohnern ist total in die riesige parisische Megalopole, die sich ,Île de France' nennt, eingebaut. Auf jedem Quadratkilometer leben rund 11.000 Einwohner. Mehrere Jahre hat der Ort auf die Spiele hingearbeitet. Das sieht man auch an den Baustellen seit drei Jahren. Und das war und ist dann die Kehrseite und sehr nervenaufreibend.

Auch der Nachbarort Clichy hat sich schön gemacht

Ich arbeite in Clichy, einer anderen Vorstadt, und dort werden die britischen Sportler beherbergt. Auch die Stadt hat sich hergemacht, mit britischen, französischen und europäischen Wimpeln zwischen den Platanen auf den schönen Alleen geschmückt und man freut sich einfach auf die Menschen aus aller Welt und dass man ihnen zeigen kann, wie toll es hier ist. Wie in Duhnen wurde auch hier ein Fotospot gebaut mit einem überdimensionalen Schriftzug "CLICHY".

Mit meinem Fahrradclub machen wir jedes Jahr zwei Rundfahrten in der Region, eine große und eine kleinere, wo wir von Konzert zu Konzert fahren (mit fünf Stops/Bands) und dann abends grillen mit Musik. Dieses Jahr waren wir über 120 Fahrradfahrer, mehr als je zuvor. Einfach klasse! Es wurde natürlich schon ein wenig olympisch ausgerichtet. Auf jeden Fall macht es Spaß und Freude - und auch ein bisschen Angst -, an die Spiele zu denken. Persönlich viel viel Vorfreude. Ich habe übrigens fast die ganze Zeit Urlaub."

Arne Mickeleit hat sich für fast die gesamten Spiele Urlaub genommen.
Parade in Vorfreude auf die Spiele: Arne Mickeleits Stadtteil bekam die Farbe Grün zugewiesen und vertrat damit die Natur.
Auch im Vorort-Zug ist alles für Olympia geschmückt.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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