Pädagogische Woche 2026 in Cuxhaven steht bevor: Das ist das Programm
In Cuxhaven diskutieren Experten über die Zukunft der Bildung und beleuchten sowohl Chancen als auch Grenzen von Digitalisierung, Reformen und Kreativität im Unterricht. Ein vielseitiges Programm verspricht spannende Einblicke.
Unter dem Motto "Pädagogische Wende: Auf den Unterricht besinnen!" lädt der Bezirksverband Lüneburg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von Montag bis Freitag, 9. bis 13. November 2026, zur 81. Pädagogischen Woche ins Hotel Seelust nach Cuxhaven-Duhnen ein. Die traditionelle Fortbildungswoche beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen im Bildungswesen und der Frage, wie guter Unterricht in Zukunft gestaltet werden kann. Auf dem Programm stehen täglich Vorträge am Vormittag sowie Arbeitsgruppen am Nachmittag.
Eröffnet wird die Pädagogische Woche am Montag, 9. November, um 15 Uhr. Die Vorsitzende des GEW‑Bezirksverbandes Lüneburg, Karina Krell, erwartet dazu Gäste aus Politik und Bildungswesen. Die Kunstlehrerin Franziska Sopha von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Buxtehude stellt eine Ausstellung mit Werken ihrer Schüler vor. Den ersten inhaltlichen Impuls gibt Dr. Stefanie Johns, Professorin für Kunstpädagogik an der Justus-Liebig-Universität Gießen. In ihrem Vortrag geht sie der Frage nach, welche Bedeutung ästhetische Bildungsprozesse für die Persönlichkeitsentwicklung haben und welche Möglichkeiten Unterricht eröffnet, wenn er Raum für Kreativität, eigene Erfahrungen und neue Perspektiven lässt. Für das kulturelle Rahmenprogramm sorgt Michael Zachcial, Gründer der Gruppe "Die Grenzgänger".
Die aktuelle Bildungsdebatte im Mittelpunkt
In den folgenden Tagen stehen unterschiedliche Aspekte der aktuellen Bildungsdebatte im Mittelpunkt. Am Dienstag, 10. November, beschäftigt sich Dr. Ralf Lankau, Professor an der Hochschule Offenburg, mit Digitalisierung, Kompetenzorientierung und der zunehmenden Ausrichtung von Unterricht an messbaren Ergebnissen. Dabei geht es auch um die Frage, ob die zahlreichen Bildungsreformen, der Einsatz digitaler Technik und Künstlicher Intelligenz tatsächlich zu besseren Lernergebnissen führen oder möglicherweise in die falsche Richtung weisen.

Am Mittwoch, 11. November, richtet Julian Daubaris von der Universität Erfurt den Blick auf die Grenzen der Digitalisierung. Sein Vortrag beschäftigt sich mit der Frage, welche Bereiche von Bildung, Erziehung und Unterricht sich grundsätzlich nicht digitalisieren lassen. Dabei rückt insbesondere die Rolle der Lehrkräfte als verantwortliche und professionelle Gestalter des Unterrichts in den Mittelpunkt.
Am Donnerstag, 12. November, widmet sich Dr. Karl-Heinz Dammer, Professor im Ruhestand an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, den sogenannten "Future Skills" und anderen Schlagworten der aktuellen Bildungsdebatte. Er untersucht, welche Vorstellungen und Interessen sich hinter Begriffen wie "4C" oder "Deeper Learning" verbergen und wie solche Konzepte als vermeintlich alternativlose Reformansätze vermittelt werden.
Die Bedeutung von Utopien für die Bildungspolitik
Den Abschluss der Vortragsreihe bildet am Freitag, 13. November, Dr. Anne-Dore Stein, Seniorprofessorin an der Evangelischen Hochschule Hessen in Darmstadt. Sie beschäftigt sich mit der Bedeutung von Utopien für die Bildungspolitik und vertritt die These, dass es gerade angesichts der Widersprüche im Bildungssystem konkrete Zukunftsvorstellungen braucht, die durch gemeinsames Handeln Wirklichkeit werden können.
Ergänzt wird das Programm durch ein umfangreiches Angebot an Arbeitsgruppen. Von Dienstag bis Donnerstag finden jeweils von 14 bis 18 Uhr insgesamt 20 Arbeitsgruppen statt. Die Themen reichen von ästhetischer Bildung, Theater und kreativem Schreiben über Bewegung, soziales Lernen und Ganztag bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit standardisierten Leistungstests und datenbasierter Schulpolitik.
Auch das kulturelle Programm ist Teil der Pädagogischen Woche: Am Mittwoch, 11. November, tritt um 20 Uhr der Kabarettist Sebastian Schnoy im Hotel Seelust auf. Mit seinem Programm "Die Vereinigten Träume von Europa" wirbt er mit Humor und einem Blick auf die europäische Geschichte für einen geeinten Kontinent. Der Eintritt kostet 20 Euro, ermäßigt zwölf Euro.
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