Gebürtiger Cuxhavener: BSW nominiert Constantin Schreiber für Bundesversammlung
Der gebürtige Cuxhavener Constantin Schreiber will nach seiner Tätigkeit für Axel Springer eigentlich ins arabische Fernsehen zurück. Doch nun kommt eine politische Komponente ins Spiel, die für Überraschung sorgen dürfte.
Der Journalist und frühere "Tagesschau"-Sprecher Constantin Schreiber soll Sachsen in der Bundesversammlung bei der Wahl des neuen Bundespräsidenten vertreten. Die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag hat Schreiber auf Platz vier ihrer am Mittwoch (4. November 2026) veröffentlichten Kandidatenliste nominiert.
Schreiber war von 2021 bis 2025 Sprecher der "Tagesschau"-Ausgabe um 20 Uhr. Im September 2025 begann er dann seine Arbeit als "Global Reporter" für das Medienhaus Axel Springer. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass er das Unternehmen bis Ende des Jahres verlassen werde.
Constantin Schreiber will ins arabische Fernsehen zurück
Zuletzt hatte der Journalist erklärt, ins arabische Fernsehen zurückkehren zu wollen. Zweimal im Monat werde er "Islam Talk" moderieren, eine Sendung auf dem ägyptischen Sender Azhari TV. Bereits in der Vergangenheit hatte Schreiber für arabischsprachige Fernsehformate gearbeitet. Er hat zudem mehrere Bücher über den Islam geschrieben.

Bei der Bundesversammlung gehe es auch darum, die Meinungsvielfalt abzubilden, sagte der sächsische BSW-Fraktionsvorsitzende Ronny Kupke der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Schreiber stelle sich gesellschaftlichen Konflikten und scheue nicht vor kontroversen Debatten zurück. Ursprünglich hatte das BSW Sachsen den Generalsekretär der Bundespartei Oliver Ruhnert auf Listenplatz vier gesetzt. Ruhnert habe zugestimmt, seinen Platz für Schreiber zu räumen, so Kupke.
Es geht um die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier
Die Bundesversammlung wird am 30. Januar 2027 in Berlin zusammenkommen, um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu bestimmen. Die CSU unterstützt eine Kandidatur von Ilse Aigner. Auch mehrere einflussreiche CDU-Politiker haben sich inzwischen offen für Aigner ausgesprochen, darunter alle drei ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten.
Constantin Schreiber hat auch eine Verbindung zur Elbe-Weser-Region: Der Journalist wurde 1979 in Cuxhaven geboren und wuchs anschließend in Wilhelmshaven auf. Sein Vater Arno Schreiber war in Cuxhaven zunächst Stadtdirektor, Kämmerer und Dezernent für Fremdenverkehr, bevor er 1985 als Oberstadtdirektor nach Wilhelmshaven wechselte. Schreiber blieb seiner Geburtsstadt verbunden und war auch in den vergangenen Jahren immer wieder zu Gast in Cuxhaven. (red/dpa)
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