Partnerschaftskomitee Cuxhaven-Vannes: Warum die EU grenzenlose Chancen ermöglicht
Die Europawahl steht vor der Tür und bietet den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Cuxhaven die Möglichkeit, die Zukunft Europas mitzugestalten. Wie wichtig die Unterstützung der EU in Sachen sozialem und kulturellem Austausch ist, weiß Helga Czonstke.
In einer Zeit, in der die europäische Integration immer wieder auf die Probe gestellt wird, ist es umso wichtiger, die positiven Aspekte der Europäischen Union hervorzuheben. Ein eindrucksvolles Beispiel, das ohne die Unterstützung und Vorzüge der EU kaum möglich wäre, ist die Arbeit der Partnerkomitees zwischen europäischen Städten. Das Partnerschaftskomitee Cuxhaven-Vannes organisiert unter anderem Arbeitsaustausche für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen Cuxhaven und der französischen Partnerstadt Vannes. Dabei erklärt Mitglied Helga Czonstke (70) Redakteurin Tamina Francke, wie die EU ihre Arbeit erleichtert und welche Chancen sich daraus für die jungen Menschen ergeben.
Frau Czonstke, können Sie kurz erklären, worum es dem Partnerschaftskomitee der Städte Cuxhaven und Vannes geht?
Unser Ziel ist es, den sozialen und kulturellen Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Cuxhaven und Vannes zu fördern, insbesondere durch Programme, die jungen Menschen die Möglichkeit bieten, in den jeweiligen Partnerstädten zu arbeiten und zu leben. So kümmert sich das Partnerschaftskomitee um die Organisation von Arbeitsaufenthalten für Jugendliche und junge Erwachsene aus beiden Städten.
Welche Aufgaben fallen da konkret für Sie an?
Wir unterstützen Schüler- und Erwachsenenaustausche und planen Aktivitäten. Wir koordinieren Reisen von Theater- oder Musicalgruppen, die in der jeweiligen Partnerstadt zu Gast sind. Wir planen Programme, sorgen für den Verpflegungsplan oder finden Gastfamilien und passende Jobs.
Wie genau profitieren Jugendliche und junge Erwachsene von diesen Arbeitsaufenthalten?
Die Arbeitsaufenthalte bieten den Teilnehmern die Chance, neue Erfahrungen zu sammeln, interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Sie arbeiten in Unternehmen oder Organisationen vor Ort und tauchen so in den Alltag der jeweiligen Stadt ein. Das erweitert nicht nur ihren Horizont, sondern stärkt auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Unabhängigkeit.
Erinnern Sie sich an eine bestimmte Begegnung, die Sie als "Erfolgsgeschichte" bezeichnen würden?
Da fallen mir viele ein. Vor allem meine ganz Persönliche. Als 16-Jährige bin ich selbst erstmals durch die Städtepartnerschaft mit dem Jugendorchester in Vannes gewesen und habe mich in die Bretagne verliebt. Das war meine erste Fahrt ins Ausland, die mich sehr geprägt hat. Seit 1983 bin ich deshalb selber als Organisatorin im Komitee tätig und ermögliche diese wertvolle Erfahrung anderen jungen Menschen.
Oder die Geschichte meiner heutigen Kollegin, die als Jugendliche mit Unterstützung des Partnerschaftskomitees neun Wochen in Vannes gelebt und verschiedene Jobs gemacht hat. Heute kann sie so gut Französisch sprechen, dass sie für ihre Firma erfolgreich Geschäftsbeziehungen nach Frankreich aufbauen konnte.
Das klingt wirklich bereichernd. Wie trägt die EU dazu bei, diese Partnerschaften und Arbeitsaufenthalte zu unterstützen?
Die EU spielt eine zentrale Rolle in der Förderung von Austauschprogrammen und grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Die freie Einreise innerhalb der EU-Länder ermöglicht es den Teilnehmern, ohne bürokratische Hürden in die Partnerstadt zu reisen und dort zu arbeiten. Darüber hinaus erhalten wir finanzielle Unterstützung von der EU für unsere Programme, die es uns ermöglicht, die Aufenthalte zu organisieren und durchzuführen. Auch die gemeinsame Währung oder die Anerkennung von internationalen Praktika an Universitäten oder am Arbeitsplatz tragen dazu bei, jungen Menschen neue Möglichkeiten zu eröffnen.
Das verdeutlicht die Bedeutung der EU für Ihre Arbeit. Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach, dass diese Verbindung erhalten bleibt?
Wir brauchen Europa. Durch den Austausch auf lokaler Ebene wird das Verständnis und die Verbundenheit zwischen den Menschen in verschiedenen Ländern gestärkt. Es trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen und ein gemeinsames europäisches Bewusstsein zu fördern.
Abschließend, was würden Sie den Menschen sagen, die noch Zweifel an der EU-Mitgliedschaft haben?
Ich würde ihnen raten, einen Blick darauf zu werfen, welche konkreten Vorteile die EU-Mitgliedschaft für sie persönlich und für ihre Gemeinschaft bringt. Die EU bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile und Reisefreiheit, sondern auch einen Rahmen für Zusammenarbeit und Solidarität zwischen den europäischen Ländern. Gerade für junge Menschen eröffnet die EU viele Möglichkeiten, ihre Zukunft zu gestalten und ihre Träume zu verwirklichen.
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