Das Ziel ist erreicht: Zinnowitz auf der Ostsee-Insel Usedom. Foto: Wersien
Das Ziel ist erreicht: Zinnowitz auf der Ostsee-Insel Usedom. Foto: Wersien
Nicht nur eine Urlaubsreise

Per Rad nach Usedom: Cuxhavener fährt 700 Kilometer und sammelt dabei für guten Zweck

von Maren Reese-Winne | 05.08.2025

Zu erleben gibt es viel auf einer Solo-Reise mit dem Rad, und damit ist nicht nur die Nähe zur Natur gemeint: Sven Wersien traf in den brandenburgischen Weiten auf Angela Merkel. Zusätzlich sammelte er auf seiner Tour Spenden für Cuxhavener Kinder.

Es sollte eine Tour von Küste zu Küste werden, so wie schon im vergangenen Jahr, als Sven Wersien schon mal nach Usedom geradelt war. Und plötzlich war der Gedanke da: Warum diese Fahrt nicht mit einer gemeinnützigen Aktion verbinden? Nach dem Vorbild der Sponsorenläufe suchte sich der Cuxhavener Unterstützerinnen und Unterstützer, die bereit waren, nach dem Ende der Fahrt einen bestimmten Geldbetrag pro Kilometer zu überweisen.

Bislang schon 2700 Euro überwiesen

Und angesichts der rund 2700 Euro, die bislang auf dem Spendenkonto eingegangen sind, dürfe bereits klar sein, dass die Einrichtungen des "Sozialen Herz Cuxhaven" (Hanel-Senioren-Stiftung, Kinderhospizverein Cuxhaven, Tierheim Cuxhaven, Begegnungszentrum Tante Emma) im nächsten Jahr wieder eine tolle Ostereiersuche für sonst im Leben weniger begünstigte Kinder im Schlossgarten veranstalten können; so, wie sich Sven Wersien das gedacht hat.  

Erfolgsmeldung im Stil historischer Reiseplakate: Nach 700 Kilometern im Sattel angekommen in Zinnowitz.

Spendenaktion mit dem Titel "WheelSmile"

Im privaten Rahmen, ausschließlich unter Freunden und Bekannten, machte der Berufsschullehrer seine Idee bekannt: Rund 560 Kilometer Strecke wollte er bei seiner zweigeteilten Tour zurücklegen: Von Cuxhaven über Bremen nach Minden und Münster, weiter per Zug nach Berlin und dann wieder per Rad über Bernau und Pasewalk nach Zinnowitz auf Usedom. Diese Route sollte ihm Stopps bei Familienmitgliedern und anderen Vertrauten wie seinem ersten Ausbilder in Bremen ermöglichen. Sven Wersien nannte das Projekt "WheelSmile" und entwarf mit KI-Hilfe (Künstliche Intelligenz) Bildmotive im Stil historischer Reiseplakate.  

Kleine Extras als Dank für die Beteiligung

Sponsorinnen und Sponsoren konnten sich für vier Kategorien entscheiden: "Gold", "Silber", "Bronze" und "Kupfer" und Sven Wersien auf seiner Tour virtuell begleiten. Je nach Spendenbetrag (fünf Cent bis 50 Cent pro Kilometer) gab es kleine Extras: Video-Rundgänge, eine Postkarte, ein Berlin-Video, ein kleines Mitbringsel.

Etappenziel Berlin und gleich eine Stadtrundfahrt im Regen: Mit dem Rad direkt bis vors Brandenburger Tor.

Und so wurde es dem Cuxhavener auf seinen Tagesetappen nicht langweilig: Der Gedanke, was er seinen "Followern" diesmal bieten könnte, war immer präsent. So zeigte er ihnen in Bremen seine erste Wohnung und den Ort, an dem er seine Frau kennengelernt hatte, stellte Altstadt-Perlen wie Liebenau oder Minden vor und fuhr per Rad zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Berlins: "Sie waren quasi live dabei", schmunzelt er. Nach dem Brandenburger Tor ging es natürlich auch zum Hotel Adlon, in dem er selbst mal gearbeitet hat.

Plötzlich kam Angela Merkel aus dem Laden

Pro Tag saß er neun bis zehn Stunden im Sattel seines "Gazelle"-E-Bikes - ein Zweit-Akku machte es möglich. Zu erleben gibt es viel auf so einer Solo-Reise, und damit ist nicht nur die bewusste Wahrnehmung der Natur gemeint: Völlig unerwartet traf Sven Wersien im brandenburgischen Joachimsthal auf Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel. Gut abgeschirmt durch ihre Personenschützer kam sie mit ihrer Einkaufstasche aus einem kleinen Laden, um dann in einer Limousine davonzufahren.

Sven Wersien - gut behelmt, aber nicht vor allen Wettereskapaden geschützt.

Zeitweilig verlief der Weg stundenlang abseits befestigter Straßen: "Von Bernau bis Pasewalk ging es fast 90 Kilometer nur durch dichten Wald", erzählt Wersien. Leider im strömenden Regen und mit Speichenbruch. Unzählige Seen und weiträumige Vogelschutzgebiete machten das Naturerlebnis komplett.

Ein paar ungeplante Abstecher gab es auch: "Aber die Erlebnisse beim Verfahren waren fast die schönsten", erzählt er. Eine kleine Fahrradfahrerkirche als Ort der Stille und der Begegnung machte ihm bewusst, was engagierte Menschen bewirken können.

Spendenbetrag kann aufgestockt werden

Nach einem Hüpfer per Fähre auf die Insel Usedom war das Ziel, der traditionsreiche Badeort Zinnowitz, ruckzuck erreicht. Bei seiner Schwiegermutter tankte Sven Wersien noch zwei Tage Kraft, bevor er per Zug zurück nach Cuxhaven fuhr. 

Nicht mit den geplanten 560, sondern mit 700 Fahrradkilometern in den Beinen: "Darüber habe ich die Sponsoren natürlich informiert und dafür auch keine Spenden erwartet." Umso mehr erfreut ihn das schon jetzt erreichte Ergebnis, das Interessierte gerne noch aufstocken können. Die Spendenverwaltung erfolgt durch das Kinderhospiz Cuxhaven-Bremerhaven e.V. (als Empfänger eintragen). Kontodaten: Stadtsparkasse Cuxhaven, IBAN DE11 2415 0001 0000 1244 12, Spendenzweck: WheelSmile Spende. Quittungen können ausgestellt werden. Die Spenden kommen zu 100 Prozent dem "Sozialen Herz" zugute. Die Reisekosten hat Sven Wersien selbst getragen. 

Das Ziel ist erreicht: Zinnowitz auf der Ostsee-Insel Usedom. Foto: Wersien

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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