Baustellen liegen Brach: Projekt-GmbH für Bauvorhaben in Cuxhaven ist wohl pleite
Nach unbestätigten Meldungen steckt nach der vorläufigen Insolvenz der Generalunternehmers Harfid auch eine nachgeordnete Projektgesellschaft finanziell in der Klemme: Die Harfid Cuxhaven GmbH tritt als Trägerin zweier Vorhaben in Döse auf.
"Noordsee Gaarden" und "Be Add 53° Nord" heißen die Projekte; auf den Baustellen in der Straße Hinter der Kirche geht es seit Monaten nicht mehr voran. Wie berichtet hatte eine Dachdeckerfirma bereits im vergangenen Sommer die Konsequenzen gezogen: Nachdem vereinbarte Abschlagszahlungen einfach nicht flossen, ließ der Handwerksbetrieb auf der Baustelle deponiertes Material wieder abholen. Wenige Wochen später wurde am Amtsgericht Essen ein Insolvenzverfahren gegen die Harfid GmbH eröffnet. Eine Sprecherin des Bauunternehmens beharrte zu diesem Zeitpunkt darauf, dass die Cuxhavener Projektgesellschaft nicht von der vorläufigen Insolvenz betroffen sei. Mit ähnlich lautenden Aussagen sollen auch besorgte Käufer beruhigt worden sein. Die Harfid Cuxhaven GmbH habe die zahlungsunfähige Harfid GmbH lediglich als Generalunternehmen beauftragt - nicht mehr und nicht weniger.
Warnung vor Dominoeffekt
Beobachter hatten allerdings schon damals vor Dominoeffekten gewarnt: "Zwar sind die Projektgesellschaften selbst nicht insolvent, betont die Kanzlei Jackwerth Rechtsanwälte auf ihrer Homepage. "Aufgrund wechselseitiger Verflechtungen besteht jedoch ein enormes Risiko, dass die Unternehmen davon infiziert werden". Letzteres ist offenbar im Falle der für die Döser Vorhaben zuständigen Gesellschaft passiert: Aus Branchenkreisen erhielt unser Medienhaus Mitte der Woche die Nachricht, dass die Harfid Cuxhaven GmbH in Essen Antrag auf Insolvenz gestellt habe.
Jüngste Bewegungen auf der Baustelle machen ebenfalls wenig Mut: Anrainer berichten davon, dass auf dem "Noordsee Gaarden"-Grundstück verbliebene Baucontainer abgeholt worden sind. Still ruht der See auf dem Areal nebenan - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Dort ist die Baugrube für das Vorhaben "Be Add 53° Nord" (Ferienwohnanlage mit Tiefgarage) voll Wasser gelaufen: Lebensgefährlich findet das der Döser Lars Mickeleit, der für die FDP-Fraktion im Stadtrat sitzt und im vorliegenden Fall an potenzielle Abenteurer denkt, die versuchen könnten, das wackelige Absperrgitter ringsum zu überwinden.
Schwarze Flüssigkeit ist ungefährlich
Einen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht kann die Stadt als Aufsichtsbehörde nicht feststellen: Das Gelände sei ordnungsgemäß umzäunt, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion. Gleichwohl werde die Situation beobachtet, so die Antwort aus dem Rathaus, wo man hinsichtlich einer pechschwarzen Flüssigkeit Entwarnung geben konnte: Die Substanz hatte sich vor wenigen Tagen im hinteren Bereich der "Nachbarbaustelle" ausgebreitet und die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich gezogen. Wie eine Sprecherin mitteilte, handelt es sich dabei um ungefährliches Material pflanzlichen Ursprungs.
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