Kontrolle im Bereich Mühlentrifft: Mit einem großen Personalaufgebot überprüfte der Zoll am Donnerstagvormittag Arbeiter auf einer Baustelle in Döse. Foto: Koppe
Kontrolle im Bereich Mühlentrifft: Mit einem großen Personalaufgebot überprüfte der Zoll am Donnerstagvormittag Arbeiter auf einer Baustelle in Döse. Foto: Koppe
Einsatz gegen Schwarzarbeit

Baustellen-Kontrolle in Döse: Zoll erwischt drei Arbeiter ohne erforderliche Papiere

von Kai Koppe | 06.08.2026

Bei der Überprüfung einer Baustelle in den Straßen Mühlentrift / Hinter der Kirche stellten Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) am Donnerstag mehrere Verstöße fest.

Sie kamen unangemeldet und mit einem durchaus beachtlichen Aufgebot: Mit circa 20 Bediensteten soll die an der Zweigstelle Bremerhaven angesiedelte Ermittlungseinheit am Donnerstagvormittag in Döse angerückt sein. Diese Zahl nannte ein Sprecher des Zolls im weiteren Tagesverlauf gegenüber unserem Medienhaus. Spekulationen, dass die Schwarzarbeitsermittler einen Tipp bekommen haben könnten, widersprach Jens Pietsch (Stabsstelle Kommunikation des Hauptzollamts Bremen). Auf der Grundlage einer eigenen Risikobewertung haben sich die Zöllner nach seinen Worten die fragliche Baustelle vorgenommen.

Aufenthaltstitel waren ein weiteres Thema

Und sie wurden fündig: Drei der vor Ort angetroffenen Bauarbeiter konnten nach Angaben des Sprechers keine Arbeitserlaubnis vorweisen. "Zwei davon wurden ohne Aufenthaltstitel angetroffen." Letztere sind ein Fall für die Ausländerbehörde, die bei derartigen Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht ein Verfahren einleitet. Der Zoll wird sich - wie der Sprecher sinngemäß andeutete - den Arbeits- beziehungsweise Auftraggeber der drei Beschäftigten vorknöpfen. Auf ihn könnten sich weitere Ermittlungsmaßnahmen konzentrieren. Die an der Mühlentrift tätigen Bauarbeiter (acht Leute, nach unbestätigten Angaben) waren unmittelbar vor Ort befragt worden. Vernommen wurden insbesondere die drei ohne Papiere. Für sie war der Arbeitstag bis auf Weiteres gelaufen.

Jähes Ende eines Arbeitstages

Wer erwischt werde, könne faktisch erst einmal nicht weiterarbeiten, hieß es seitens des Hauptzollamts, das im zurückliegenden Jahr 2025 im gesamten Bezirk 369 "Arbeitgeberprüfungen" (nicht nur auf Baustellen) durchführte. Dabei kam es zu rund 4500 Personenüberprüfungen, die nicht allein der Bekämpfung der unter dem Bereich Wirtschaftskriminalität zu verbuchenden (organisierten) Schwarzarbeit, sondern auch der Einhaltung der Mindestlohnbestimmungen galten.

Bauvorhaben hat eine lange Geschichte

Welche Auswirkungen die aktuell festgestellten Verstöße auf den Fortgang der Arbeiten auf der Döser Baustelle haben, ist zur Stunde noch offen. Das unter dem Namen "Be Add 53° Nord" vermarktete Bauvorhaben hing ursprünglich mit einem weiteren Projekt gleich nebenan zusammen. Nach der Insolvenz eines in Nordrhein-Westfalen beheimateten Bauträgers im Jahr 2022 stagnierten beide Vorhaben. Was das 20 Ferien-Apartments umfassende "Be Add 53° Nord" angeht, tat sich über mehrere Jahre hinweg gar nichts mehr.

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Kai Koppe

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