Der Mitarbeiter eines Bauhofs sprüht den Schriftzug "Rücksicht macht Wege breit" auf einen Feldweg. Hintergrund: Es kommt immer häufiger zu Konflikten zwischen Spaziergängern und Radfahrern. Foto: dpa/Bayer
Der Mitarbeiter eines Bauhofs sprüht den Schriftzug "Rücksicht macht Wege breit" auf einen Feldweg. Hintergrund: Es kommt immer häufiger zu Konflikten zwischen Spaziergängern und Radfahrern. Foto: dpa/Bayer
Verkehrssicherheit

Radfahrer und Fußgänger in Cuxhaven oft im Konflikt: Radverkehrskonzept kann helfen

von Tim Larschow | 12.11.2024

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad, aber die Infrastruktur wächst nicht schnell genug mit. Immer häufiger kommt es zu gefährlichen Situationen zwischen Radfahrern und Fußgängern. Das Radverkehrskonzept der Stadt Cuxhaven könnte Abhilfe schaffen.

Nicht nur Autos und Lastwagen erfassen und verletzen andere Verkehrsteilnehmer - auch Radfahrer und Fußgänger kollidieren nicht selten miteinander. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland bei Unfällen mit Radfahrern und Fußgängern 711 Personen schwer verletzt und 13 getötet.

Ein Leser (Name der Redaktion bekannt) beschwerte sich, dass an mehreren Stellen in der Stadt Radfahrer die Gehwege benutzen würden. Er sieht vor allem die Polizei in der Pflicht, mehr zu kontrollieren. Laut Statistiken des Statistischen Bundesamts sind aber auch Fußgänger häufig Unfallverursacher.

Der Konflikt zwischen Radfahrern und Fußgängern ist alt, dabei gibt es (vermeintlich) einfache Regeln für ein friedliches Miteinander: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) geht davon aus, dass sich die Zahl der Unfälle weiter dynamisch nach oben entwickeln wird, weil die Zahl der Radfahrer steigt.

Das Land Niedersachsen, Polizei und Landesverkehrswacht wollen eine Kampagne für sicheren Radverkehr fortsetzen. "Daher ist es umso wichtiger, dass die gemeinsame Radverkehrssicherheitskampagne ausgebaut und verstetigt wird", sagte der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) im Juli. Besagte Kampagne gibt es seit 2022. Sie wurde damals im Rahmen des Fahrradmobilitätskonzeptes vom niedersächsischen Verkehrsministerium gestartet.

Bis 2025 soll demnach der Anteil von Fahrrädern im Straßenverkehr von 15 auf 20 Prozent gesteigert und die Unfallzahl reduziert werden. Laut Ministerium will Niedersachsen so seinen Status als "Fahrradland" behaupten und weiter ausbauen. Alles unter dem Motto: "Mehr Miteinander… BITTE". Dafür stellte das Ministerium in diesem Jahr bis zu 400.000 Euro zur Verfügung, um unter anderem eine landesweite Plakat-Aktion zu finanzieren.

Das größte Problem ist laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer aber die Infrastruktur. Die Straßen seien auf den wachsenden Radverkehr nicht eingestellt. Gute Radwege würden überall fehlen.

Die Infrastruktur kommt nicht hinterher

Deshalb gibt es das 2022 beschlossene Radverkehrskonzept, welches für die Stadt Cuxhaven die Handlungsgrundlage für die Verkehrs- und Mobilitätsplanung bildet - das "Zukunftsnetz" wurde erarbeitet.

Unter anderem wurde im vergangenen Jahr die Straße Am Flockengrund als Fahrradstraße ausgewiesen und auf der Hauptroute zwischen Altenwalde und Holte-Spangen der Bau des gemeinsamen Geh- und Radweges an der K3 abgeschlossen. Im Brunnen- und im Brockeswalder Weg wurden beidseitig Radfahrstreifen angelegt.

Auch die Sanierung anderer Radwege sei vorangeschritten, Unebenheiten im Pflaster seien beseitigt und Asphaltdecken erneuert worden, so die Stadt. An einigen Stellen wurden Tempo 30 angeordnet und Fußgängerüberwege eingerichtet.

Auch 2024 hatte die Verwaltung nach eigenen Angaben zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs geplant. Unter anderem sollte die Deichstraße im Rahmen des Förderprojektes "Deichband" als Fahrradstraße umgestaltet werden. In diesem Zuge sollte auch die Situation an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Allee/ Deichstraße verbessert und der Radweg an der Konrad-Adenauer-Allee verbreitert werden. Alles Maßnahmen, die jetzt wohl erst im kommenden Jahr umgesetzt werden können. Der Maßnahmenkatalog ist noch lang, soll aber zukünftig dazu beitragen, Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern zu reduzieren.

Kontrollen meist im Rahmen ihrer Streife

Doch am Ende haben es Bürgerinnen und Bürger selbst in der Hand, sich an die Regeln zu halten und aufmerksam unterwegs zu sein. Menschen, die sich nicht an die Spielregeln halten, wird es immer geben. Die Polizei versucht aber so viel Präsenz wie möglich zu zeigen: "Die Kolleginnen und Kollegen führen die Kontrollen meist im Rahmen ihrer Streife durch. Es gibt aber auch Schwerpunktkontrollen, wo gezielt auf den Zweiradverkehr geachtet wird", sagt Stephan Hertz, Pressesprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven und ergänzt: "Die Polizei handelt hier bei Ordnungswidrigkeiten im sogenannten 'pflichtgemäßen Ermessen'. Im Vergleich zu einer Straftat beispielsweise besteht also ein gewisser Handlungsspielraum. Daher können die Verstöße mündlich verwarnt oder aber entsprechend mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren geahndet werden."

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Tim Larschow

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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