2. Baugebiet für Sahlenburg: Sozialquote im neuen Cuxhavener Wohnquartier überrascht
Sahlenburg steht vor einer Transformation: Ein zweites neues Wohnquartier mit 120 Wohnungen soll entstehen. Die Entscheidung fiel einstimmig, doch die Erhöhung der Sozialquote und der Schutz des Biotopverbunds bergen Überraschungen.
Sahlenburg wächst weiter. Nach langem Ringen um Bauflächen im Cuxhavener Ortsteil haben der Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität, Bau und Demografie und der Ortsrat Sahlenburg grünes Licht für das nächste große Wohnquartier gegeben. Beide Gremien billigten einstimmig den städtebaulichen Vertrag zur Überplanung und Erschließung des künftigen Bebauungsplans Nr. 234 "Südlich der Sahlenburger Chaussee”.
Auf 4,2 Hektar Acker- und Grünland im Bereich zwischen Campingplatz Zimdars, Bäckerei Itjen und Edeka will die Hamburger Quell Real Estate Wohnbau Cuxhaven GmbH ein neues Wohnquartier bauen. Ausschussvorsitzender Enak Ferlemann brachte die Stimmung im Rathaus auf den Punkt: "Wir haben ja lange genug gekämpft, dass das jetzt endlich einmal kommt, und das ist eine gute Sache."
Investor plant 120 Wohnungen
Geplant sind acht Mehrfamilienhäuser, acht Einfamilienhäuser, zehn Doppelhaushälften, 18 Reihenhäuser und zehn Kettenhäuser. Je nach Wohnungsgröße rechnet die Verwaltung mit bis zu 120 Wohneinheiten. Alle sollen dauerhaft bewohnt werden, Ferienwohnungen sind ausdrücklich ausgeschlossen. Bauamtsmitarbeiter Ronny Budach erläuterte den Mix aus Geschosswohnungsbau im Norden und Süden, Reihenhäusern im Osten und Kettenhäusern im Westen so: "Da ist eben dann für jede Lebenslage und für jeden Geldbeutel was dabei.”

Sozialquote steigt auf 25 Prozent
Ursprünglich sah der Vertragsentwurf vor, mindestens 15 Prozent der Geschosswohnungen als geförderten Wohnraum anzubieten. Die SPD-Fraktion um Gunnar Wegener beantragte im Bauausschuss eine Erhöhung: "Wir beantragen, im städtebaulichen Vertrag eine Quote von bis zu 25 Prozent für sozial geförderten Wohnungsraum aufzunehmen." Der Ausschuss stimmte der Ergänzung zu. Auch im Ortsrat fand der Vorstoß Rückhalt. CDU-Vertreter Jörg Itjen erklärte: "Das würden wir auch unterstützen.” Zusätzlich soll der Investor sich an den Kosten für zwei modernere Bushaltestellen an der Sahlenburger Chaussee beteiligen.
Waldabstand schützt Biotopverbund
Die Wallhecken rund um das Baufeld bleiben unangetastet, ebenso ein Waldstreifen zum Campingplatz. Die Waldbehörde des Landkreises stufte die Fläche als Wald nach niedersächsischem Waldgesetz ein, weshalb ein Abstand von 30 bis 40 statt der üblichen 100 Metern einzuhalten ist.
Für die Planer ein Glücksfall, wie Budach im Ortsrat betonte: Sahlenburg liegt wie ein Riegel zwischen zwei Freiflächen im Norden und Süden. "Das ist eigentlich die letzte Stelle, wo hier noch ein Biotopverbund möglich ist", so Budach. Rund ein Hektar im Süden des Plangebiets ist zusätzlich als Ausgleichsfläche vorgesehen. Ein Entwässerungskonzept soll die bekannten Nässeprobleme und die Starkregengefahr im Baugebiet auffangen.
Spielplatz und Kita gefordert
Aus beiden Gremien kam der Wunsch nach mehr Infrastruktur für Familien. Grünen-Ratsherr Norbert Welker vermisste im Entwurf einen Spielplatz. Im Ortsrat ging Ratsherr Manfred Wendl noch weiter und regte eine Kindertagesstätte an: "Wäre es da nicht auch sinnvoll, eine Kindertagesstätte anzudenken? Denn die nächste ist doch ein ganzes Stück entfernt."
Auch Tempo 30 auf der Chaussee und die Zufahrtssituation nahe der Bushaltestelle sorgten für Diskussion. Die Verwaltung sagte zu, beide Themen im weiteren Verfahren zu prüfen. Ortsbürgermeisterin Claudia Bönnen ließ abschließend über die Vorlage 125/2026 abstimmen. Das Ergebnis: einstimmige Zustimmung. Als Nächstes entscheidet der Verwaltungsausschuss, bevor das eigentliche Bebauungsplanverfahren beginnt. Parallel muss die Stadt den Flächennutzungsplan ändern, denn bislang gilt die Fläche als Landwirtschaftsgebiet.
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