Farben, Musik und pure Lebensfreude: Der farbenfrohe Umzug verwandelt den ganzen Ort in eine einzige große Festbühne. Foto: Tonn
Farben, Musik und pure Lebensfreude: Der farbenfrohe Umzug verwandelt den ganzen Ort in eine einzige große Festbühne. Foto: Tonn
Schützenfest in Cuxhaven

Schützenfest 2026 der Ritzebütteler Schützengilde: Jubel über ein volles Königshaus

31.08.2026

Drei Tage lang hat die Ritzebütteler Schützengilde rund um das Schützenhaus in Cuxhaven-Brockeswalde gefeiert. Beim Königsschießen wurde auch ein neuer König proklamiert.

Festliche Blasmusik, fröhliches Treiben und der traditionsreiche Königsschuss: Drei Tage lang hat die Ritzebütteler Schützengilde rund um das Schützenhaus ihr Schützenfest gefeiert. Das Gelände wurde dabei zu einem lebendigen Festplatz, auf dem Tradition, Geselligkeit und Schützenbrauchtum zusammenkamen.

"In einer Zeit, in der so viele Herausforderungen unsere Gesellschaft prägen, ist es wichtiger denn je, als Gemeinschaft zusammenzustehen", sagte Präsident Michael Sepcke. Den Auftakt bildete der Eröffnungsabend auf dem Krönungsplatz am Schützenhaus. Für die musikalische Begleitung sorgten die Kehdinger Blasmusikanten.

Am Sonnabend stand zunächst die Tradition im Mittelpunkt. Beim Gildemahl kamen Mitglieder und geladene Gäste zusammen. Sepcke verband seine Ansprache mit persönlichen Erinnerungen. Schon als Kind habe er an der Seite seines Vaters Schützenluft geschnuppert. "Diese Räume wurden zur zweiten Heimat", sagte er. Besonders persönlich fiel sein Dank an seine Tochter Katharina aus, die ihn während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit tatkräftig unterstützt hatte. "Papa war außer Gefecht, und du hast mit Tobias das Zepter in die Hand genommen und alles prima gemacht", würdigte Sepcke ihren Einsatz.

Die neue Königsfamilie (v.h.l.): Tobias Pfefferer (2. Vorsitzender), Rita Sepcke (2. Dame), Paolo da Silva (Kronprinz), (v.l.): Michael Sepcke (Präsident und Adjutant), Hans-Dieter Lecour (König), Inge Lecour (Königin und 1. Dame), Marion Plennis (Beste Dame). Nicht auf dem Bild Volkskinderkönig Philipp Kalkbrenner und Volkskönigin Lotta Hagedorn. Foto: Tonn

Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst vor Schloss Ritzebüttel. Die Kirchenband "Good News" stimmte "Let There Be Peace on Earth" an, Pastor Stefan Bischoff sprach über die Kraft des Glaubens. In einer Schweigeminute gedachten die Teilnehmer der verstorbenen Mitglieder der Schützengilde. Es sei eine kurze und intensive Zeitspanne des Totengedenkens, sagte Sepcke, die daran erinnere, dass das Leben endlich sei.

Anschließend setzte sich der Schützenzug vom Kösterfeldplatz in Döse in Richtung Brockeswalde in Bewegung. Voran marschierte der Spielmannszug der Ritzebütteler Schützengilde. "Preußens Gloria" erklang, die Orden blitzten in der Sonne, und entlang der Strecke jubelten Anwohner den Schützen zu.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Minimeisterschaft für die jüngsten Teilnehmer. Bei der Ermittlung des Volkskinderkönigs durften auch sie Schützenfestluft schnuppern. Der Nachwuchs zeigte mit Eifer und Begeisterung, dass die Tradition in guten Händen ist. Danach richteten sich die Blicke auf den Höhepunkt des Festes: das Königsschießen und die Proklamation auf dem Festplatz im Grünen des Waldes.

Als 2. Dame wurde Rita Specke ausgezeichnet, 1. Dame wurde Inge Lecour. Den Titel der Besten Dame sicherte sich Marion Plennis. Kronprinz wurde Paolo da Silva. Zum neuen König wurde Hans-Dieter Lecour proklamiert, an seiner Seite steht Königin Inge Lecour. Als Adjutant unterstützt Michael Sepcke das Königspaar. Auch der Nachwuchs hat neue Majestäten: Volkskinderkönig wurde Philipp Kalkbrenner, Volkskönigin wurde Lotta Hagedorn.

178 Jahre Schützenfest stehen für Erinnerungen, Begegnungen, Freundschaften, Erfolge und Niederlagen - und für Geschichten, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden. Drei Tage lang war Stickenbüttel bunt, laut, festlich und voller Begegnungen. Wenn Fahnen eingerollt, Instrumente verstaut und Uniformen abgelegt sind, bleibt vor allem die Vorfreude auf das nächste Schützenfest.

Von Heidi Giesecke und Joachim Tonn

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