Nach der Kommunalwahl 2026: So sieht der künftige Cuxhavener Stadtrat aus
Die Wählerinnen und Wähler haben über die künftige Zusammensetzung des Stadtparlaments entschieden: Die Kommunalwahl 2026 brachte überraschende Verschiebungen im Cuxhavener Stadtrat mit sich.
Bei der Kommunalwahl am Sonntag (13. September 2026) haben Wählerinnen und Wähler über die künftige Zusammensetzung des Stadtparlaments entschieden. Die Wahl hat zu Zugewinnen an den politischen Rändern geführt, davon abgesehen hat sich das Machtgefüge im Cuxhavener Stadtrat eher in Nuancen verschoben. Trotz leichter Verluste bleiben die Sozialdemokraten in der kommenden Wahlperiode stärkste politische Kraft.
"So schlechte Arbeit können wir also gar nicht gemacht haben, mit unserem Oberbürgermeister Uwe Santjer", kommentierte der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Gunnar Wegener, den Ausgang der Ratswahl. Die Sozialdemokraten blieben am vergangenen Sonntag zwar circa zwei Prozentpunkte hinter ihrem Ergebnis von 2021 zurück, konnten ihre Führungsrolle im Gremium aber mit insgesamt 13 Sitzen behaupten.
Sie verteidigten ferner ihren Vorsprung vor der CDU, die zehn Mandatsträger in den neuen Rat entsenden kann. In Anbetracht der Auseinandersetzung mit dem ehemaligen Fraktionsmitglied Oliver Ebken (der Streit hatte weite Teile der auslaufenden Ratsperiode überschattet) sei der am Sonntag erzielte Erfolg umso höher einzuordnen, sagte Wegener. Eine von der CDU im Wahlkampf beschworene Wechselstimmung habe es aus seiner Sicht nicht gegeben.
CDU schaffte keine Kräfteumkehr
Die Christdemokraten hatten sich mehr erhofft. "Wir hätten uns gewünscht, das Verhältnis zu drehen", erklärte der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Thiemo Röhler am Montag. Ziel sei gewesen, die stärkste Fraktion zu stellen. Dass dies nicht gelang, ist aus Röhlers Sicht nur in Teilen mit den Entwicklungen auf überregionaler Ebene zu tun: Die Merz-Debatte habe den Wahlkampf sicherlich nicht befeuert. Andererseits könne man davon ausgehen, dass der erfolgreiche Wahlkampf des SPD-Oberbürgermeisters die CDU Stimmen auf Ratsebene gekostet habe. Letztlich habe seine Partei die eigenen Inhalte ("wir hatten, glaube ich, gute Punkte") vielleicht nicht energisch genug ausgespielt, so der Fraktionsvorsitzende.
Wichert lässt Frage zur politischen Zukunft offen
Andere ließen sich ihre Enttäuschung deutlicher anmerken: "Dieses Einzelergebnis tut weh", bekannte FDP-Ratsfraktionschef Günter Wichert - und bezog sich dabei zuallererst auf seine erfolglose Kandidatur als Oberbürgermeister. Was die Ratsebene anbelange: Dort zähle seine FDP zu den "ganz wenigen Parteien", die ihre Mandatsanzahl im Vergleich zur ausklingenden Periode gehalten habe. "Einen dritten Sitz zu holen, wäre hier aber eigentlich Pflicht gewesen", räumte Wichert ein, der nach dem Ergebnis von Sonntagabend nicht zur Tagesordnung übergehen möchte. Er müsse mit seiner Partei reden, und halte die Frage nach seiner persönlichen politischen Zukunft deswegen dezidiert offen.
Rüdiger Kurmann (Die Cuxhavener) hadert trotz Direktmandatsgewinn mit dem Ausgang der Kommunalwahl. Schwer nachvollziehbar bleibt für ihn, warum sich das respektable Ergebnis, das Alexander Bremer als OB-Kandidat der Wählergemeinschaft erzielte, nicht auf Ratsebene auswirkte. Dort verloren Die Cuxhavener die Hälfte ihrer Sitze; in den kommenden fünf Jahren werden sie nur noch mit Kurmann und Bremer im Stadtparlament vertreten sein.
Die Wählergemeinschaft gehört damit zu den größten Verlierern der Ratswahl - nach der Partei Die Demokraten, die (bislang ein Sitz) dem neuen Rat nicht mehr angehören werden. Neu zieht die Partei Volt mit der Abgeordneten Stefanie Renz ein. Die Linken sind künftig mit zwei Mandaten vertreten. Die AfD, die in der laufenden Wahlperiode im Stadtrat inhaltlich keine Rolle mehr spielte, zieht mit vier Vertretern ins künftige Stadtparlament ein. Rechnerisch stehen ihr sogar fünf Sitze zu. Mit nur vier Kandidaten kann sie den fünften allerdings nicht besetzen.
Bildung von Bündnissen eventuell komplizierter
Weil der Rat insgesamt vielfältiger wird, reicht es für manche Bündnisse nicht mehr: Rot-Grün wird keine Mehrheit haben, obgleich Bündnis 90/Die Grünen stabil blieben und die Zahl ihrer Mandate halten konnten. Auf die Frage nach den politischen Gestaltungsmöglichkeiten verwies Gunnar Wegener am Montag nach der Wahl auf die Verantwortung der demokratischen Mitte. "Oder man stellt seine politischen Ideen zur Abstimmung", fuhr er fort. Darüber müsse allerdings die neu gebildete SPD-Fraktion entscheiden.
Stichwort Konstitution: Die CDU-Fraktion wird sich schon am morgigen Dienstag aufstellen. "Wir stehen ab Dienstagabend für Gespräche zur Verfügung und werden sprechfähig sein", stellte Röhler in Aussicht.
CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.