Standesamt Cuxhaven 2025: Weniger Geburten, beliebte Hochzeitsorte und Namens-Trends
An welchen Orten in Cuxhaven wird am liebsten geheiratet? Welches waren die beliebtesten Vornamen und kann ich meinen Wunsch-Trauungstermin noch anmelden? Das klärt unser Blick auf die Cuxhavener Standesamtbilanz des Jahres 2025.
Das Zwischenhoch, das noch vor fünf Jahren gemeldet werden konnte, ist beendet: Die Zahl der in Cuxhaven geborenen Kinder ist im vergangenen Jahr auf einen Tiefststand gesunken. 452 Geburten - das sind 199 weniger als im Jahr 2021 (651). Verglichen mit der Zahl der Sterbefälle (842) bedeutet das eine Diskrepanz von 46 Prozent.
Das ist auch dem Standesamts-Chef Kai Thomas, Abteilungsleiter und stellvertretender Fachbereichsleiter, seit seinem Amtsantritt noch nicht untergekommen. Seit 2003 führt er die Statistik. Die Schere zwischen den beiden Werten klafft durch die Tatsache, dass nur 54 Prozent der Mütter im Standesamtbezirk, also in Cuxhaven, wohnen, noch weiter auseinander. Das ist bei den Sterbefällen anders: 78 Prozent der Verstorbenen (660 Personen) waren Cuxhavener.
23 Prozent der Mütter (103 Personen) besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, ähnlich wie in den Vorjahren. Bei den Verstorbenen lag der Anteil an Personen mit anderer Staatsangehörigkeit bei vier Prozent. Die Gesamtzahl der Todesfälle ist seit vier Jahren stabil.
Frühe Schließung macht sich in der Statistik bemerkbar
Einen kleinen Knick gab es bei den Eheschließungen. 366 geschlossene Ehen, das waren 4,5 Prozent weniger als 2024, aber so wenige wie seit 2007 nicht mehr. Dafür kann Kai Thomas konkrete Gründe ausmachen: "Der beliebte Leuchtturm Dicke Berta stand diesmal nur bis Ende August zur Verfügung." Sechs Monate Öffnungszeit statt der üblichen acht - das beeinflusst die Statistik. Auch das Feuerschiff Elbe 1 fiel wegen der langjährigen Sanierung fast durchgehend aus. Beides soll in diesem Jahr wieder anders werden.
Mit 101 Trauungen in sechs Monaten legten das ehrenamtliche Leuchtturm-Team und die Standesbeamtinnen und -beamten dennoch eine stattliche Leistung hin. Am häufigsten suchten Hochzeitspaare 2025 das Schloss Ritzebüttel auf, 100 heirateten im Trauzimmer des Rathauses, 13 in der Villa Gehben, eines im Schweizerhaus und eines auf der Elbe 1.
Dass der Trend wieder nach oben weisen wird, äußerte sich schon im Dezember beim Run auf besondere Hochzeitsdaten: Jeweils zwei Tage nach Beginn der Reservierungsfrist waren die Hochzeitsdaten 6.6.26 (Schloss) und 20.6.2026 (Dicke Berta) ausgebucht. Der letzte freie Termin für den 26.6.26 wurde am Mittwoch vergeben. Freie Termine gibt es noch für den 2.6.26, einen Dienstag. An dem Tag stehen nur das Trauzimmer oder das Feuerschiff zur Verfügung.
Namensrecht eröffnet neue Möglichkeiten
75 Prozent der Eheleute entschieden sich für einen gemeinsamen Familiennamen; in 81 Prozent der Fälle war es der des Ehemanns. Bei 93 Paaren (25 Prozent) behielten die Ehepartner ihre bisherigen Familiennamen bei. Seit dem 1. Mai vergangenen Jahres hielt das neue Namensrecht die Standesämter auf Trab. Ehepartnern und Kindern ist es seither zum Beispiel möglich, einen Doppelnamen zu führen, je nach Wahl mit oder ohne Bindestrich.
Bedeutsam ist eine Veränderung bei der sogenannten Einbenennung. Ein Beispiel: Mütter können für in die neue Ehe eingebrachte Kinder eine Namensänderung beantragen, damit sie wie ihre Mutter nach der Eheschließung denselben Namen wie der Ehemann tragen. Jedoch ist diese Entscheidung für das Kind bindend, während die Frau im Fall einer Trennung ihren alten Namen wieder annehmen kann. Anders zu heißen als ihr Kind, stellt für viele eine erhebliche Belastung dar. Das neue Namensrecht erlaubt nun auch für das Kind - allerdings nur für Volljährige - die Rückkehr zum alten Namen.
Wenn dann noch eines beständig ist im Arbeitsalltag, dann ist es das tägliche Geschäft mit den Kirchenaustritten. Zum Jahresende gab es noch mal besonders hohen Andrang. Die Austrittswilligen müssen ihre Entscheidung nicht erklären - viele wollen es aber. Fast immer geht es ums Geld.
Die Spitzenreiter bei den Vornamen
Und was sagt die Hitliste der beliebtesten Vornamen? Viele Klassiker der vergangenen Jahre haben sich wieder durchgesetzt. Beliebtester weiblicher Vorname war Emma (fünfmal vergeben), gefolgt von Emilia (4), Amira, Eva, Malia, Nora, Sophie und Yuna (jeweils 3). Bei den Jungennamen liegt Ben vorn (5), danach folgen Noah (4) sowie Elian, Elias, Henry, Malik, Michel, Oskar, Thilo und Tim (jeweils 3).