Hapag-Hallen in Cuxhaven vor Neustart: Pächter verabschiedet sich von der Gastronomie
Umstrukturierung bei der AFH-Tochter Eventkontor GmbH bedeuten nach Angaben aus dem Bereich der Muttergesellschaft nicht, dass der Veranstaltungsort aufgegeben würde.
Sie sind ein historisches Kleinod, eine unter Künstlern wie Publikum gleichermaßen geschätzte Eventlocation. Veranstaltungsort sollen die Cuxhavener Hapag-Hallen definitiv bleiben, strukturell wird die Betreibergesellschaft, die das Ensemble auf der Grundlage eines Pachtvertrags nutzt, einige Veränderungen vornehmen. Dass das gastronomische Angebot eingestellt und das Catering in Zukunft über selbständige Partner abgewickelt wird, scheint bereits beschlossene Sache zu sein.
Die Nachricht, dass es bei der Pächtergesellschaft Eventkontor Cuxhaven GmbH Kündigungen gegeben habe, hatte in dieser Woche zu Spekulationen geführt. Betroffen sind nach Informationen unseres Medienhauses vier festangestellte Kräfte. Auch für die 31 Aushilfen, die abendweise im Kuppelsaal hinter der Bar oder im Service gearbeitet haben, soll es bis auf Weiteres keine Verwendung geben.
Kooperationen mit Gastronomen angestrebt
Den Mitarbeitern, die aktuell freigestellt sind, sei jedoch von anderen Cuxhavener Gastronomen ein Angebot gemacht worden: Darauf wies Norbert Plambeck am Donnerstag im Namen der Alter Fischereihafen GmbH hin. Die Projektgesellschaft für die Entwicklung des gleichnamigen Hafens ist die hundertprozentige "Mutter" des Eventkontors, das in der Vergangenheit sowohl als Dienstleister als auch als Veranstalter (zuletzt mit dem Indoorfestival "Hapags Rockt!") aufgetreten war.
Die Eventkontor GmbH bestehe fort; auch würden in den Hapag-Hallen weiterhin Veranstaltungen stattfinden. "Aber wir wollen nicht länger kochen, kellnern und servieren", erläuterte Plambeck auf Nachfrage. Solche Aufgaben wolle man, falls erforderlich, anderen übertragen. Veranstaltungsbezogen könnte es dann zu Kooperationen mit lokalen Gastronomen kommen. Auf solche Aspekte wolle man die bisherige Vereinbarung mit dem Eigentümer des Ensembles, der Hafengesellschaft Niedersachsen Ports, anpassen, sei diesbezüglich aber noch im Gespräch.
Aus Plambecks Sicht birgt der eingeschlagene Weg Potenziale. So sei unter anderem vorgesehen, die Hallen mit neuem Elan für Veranstaltungen, unter anderem im Bereich Kreuzfahrt, zu nutzen. Der Initiator des Sanierungsprojektes ließ dabei keinen Zweifel an der Bedeutung des Veranstaltungsortes. "Wir brauchen auch im Stadtzentrum eine Veranstaltungshalle."
Brandschutz ist nicht der ausschlaggebende Punkt
Ähnlich äußerte sich am Donnerstag auch die Kommune: "Als Stadtverwaltung haben wir großes Interesse daran, dass in den Hapag-Hallen weiterhin Veranstaltungen stattfinden", unterstrich Pressesprecher Marcel Kolbenstetter.
Nach seinen Worten hatte das Rathaus in dieser Sache Kontakt zu NPorts aufgenommen - allerdings bereits vor längerer Zeit und unter anderen Vorzeichen, als im Zuge der aktuell ins Kraut schießenden Gerüchte kolportiert wurde. So kann nach übereinstimmenden Aussagen von Stadt und Betreibergesellschaft keine Rede davon sein, dass die Veranstaltungslocation aus Brandschutzgründen einer ungewissen Zukunft entgegenblicke. Was das angeht, habe man "in fairem und freundlichem Austausch" vor geraumer Zeit eine Reihe von Verbesserungsmaßnahmen angestoßen. Vorrangig ging es dabei offenbar um technische Dinge, die den in die Halle integrierten Küchentrakt betreffen. Vieles davon, so Kolbenstetter, sei aktuell schon erledigt.