Trawler "Berlin" offiziell getauft: Taufe markiere den Beginn eines neuen Zeitalters
Der neue Trawler der Deutschen Fischfang-Union sei der Startschuss für ein neues Zeitalter in der Fischerei in Cuxhaven. Am Freitag fand im Steubenhöft die Taufe der neuen "Berlin" statt.
Mit dem Bau der "Berlin" mit dem Fischereizeichen "NC 107" ist der Deutschen Fischfang-Union (DFFU) nicht einfach nur ein Meilenstein innerhalb der Fischereiindustrie gelungen, sondern wurde der Fischerei der Startschuss für ein neues Zeitalter gegeben.
So beschrieb es Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer am Freitag bei der Taufe des neuen Hightech-Trawlers auf dem Steubenhöft. Dass an dieser Metapher etwas Wahres dran ist, bestätigten auch seine Vor- und Nachredner, denn in Sachen Modernität, Nachhaltigkeit und Effizienz sucht die "NC 107" in der Fischerei ihresgleichen.
"Endlich ist er da. Mit großer Vorfreude haben wir dem heutigen Tag entgegengefiebert. Die Taufe eines neuen Schiffes ist für die Eigentümer, die Reederei und die künftige Besatzung ein Höhepunkt", begrüßte DFFU-Geschäftsführer Samuel Rodriguez Ortega die mehreren hundert Gäste aus Politik, Fischerei und aller Welt.

Klares Bekenntnis zum Standort Cuxhaven
Zu Beginn wagte der Geschäftsführer eine Zeitreise in die über 100-jährige Tradition der DFFU in Cuxhaven. Nach 2018 begehen wir nun die zweite Tauffeier in nur sechs Jahren in Cuxhaven", sagte er. Damit habe die DFFU in dieser Zeit weit über 100 Millionen Euro am Standort Cuxhaven investiert. "Die Unternehmenserfolge sind nicht abgeflossen, sondern wurden von den Gesellschaftern wieder in das Unternehmen investiert." Diese Investitionen seien ein klares Bekenntnis der DFFU sowie der Alda-Gruppe zum Stammsitz und Standort Cuxhaven und ein weiterer Grundstein für eine auch zukünftig starke Fischerei in Cuxhaven. "Wir wünschen und erhoffen uns, dass unsere politischen Vertreter hier in Stadt und Land uns neben den sehr wichtigen zukunftsträchtigen Projekten wie Windenergie, Wasserstoff und Logistik auch weiterhin da behalten und sich weiterhin für unserer Belange einsetzen", so der Geschäftsführer.
Die "Berlin" setze neue Maßstäbe
Dass das neue Schiff ein wichtiger Baustein zur Standortsicherung ist, sieht auch Swantje Nilsson, Abteilungsleiterin Fischerei im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, so. Denn "die Berlin setzt Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz, effektiver Ressourcennutzung sowie Arbeits- und Lebensbedingungen an Bord. Gerade die Verwertung des ganzen Fisches und nicht nur der wirtschaftlich wertvollen Bestandteile ist ein sehr innovativer Ansatz, der einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz leistet", weiß Nilsson. All dies ebne den Weg zu einer emissionsarmen bis hin zu einer emissionsfreien Flotte.
Ein gemeinames Bestreben der Partner
Die letzte Rednerin, bevor die Flasche den neuen Namen des Trawlers besiegelte, war die Taufpatin Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. "Ich freue mich sehr, diese besondere Aufgabe einer Schiffstaufe übernehmen zu dürfen", sagte sie und fügte hinzu, dass sie eigentlich ganz neu im "Schiffsmetier" sei. Schließlich leite sie erst seit gut einem Jahr die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und habe als Ernährungswissenschaftlerin zuvor nur im Bereich Ernährung und Verbraucherinformation mit dem Thema Fisch zu tun gehabt. Die ausgesprochen gute Zusammenarbeit in allen Bereichen der Seefischerei habe sie sich aber direkt von ihren Mitarbeitern bestätigen lassen. Eine besonders starke Verbindung ergebe sich aber vor allem aus dem gemeinsamen Bemühen um eine nachhaltige und umweltverträgliche Fischerei, die Überfischung vermeidet und die Artenvielfalt schützt. "Ich denke daher, dass ein Schiff, das mit solch modernen und nachhaltigen Fangmethoden ausgestattet ist, viel dazu beiträgt, dieses Anliegen zu unterstützen."

Gemeinsame Schiffsbesichtigung nach Taufe
Nach zwei kräftigen Schwüngen der Präsidentin zerschellte die Flasche an der Bordwand des neuen Trawlers, der von nun an den Namen seines Heimathafens Cuxhaven über die Weltmeere tragen wird. Im Anschluss an die Taufe hatten die zahlreichen Gäste die Möglichkeit, das Schiff zu besichtigen. Im Festzelt sorgten währenddessen Essen, Getränke und der Shanty-Chor für Unterhaltung am Festland.
