Wachsen hier neue Dudelsackspieler für das Cuxland heran?
Cuxhaven/Nordholz. Zum ersten Mal hat die Pipe-Band "North Coast Area Pipes and Drums" am Sonnabend einen Schnuppertag für Dudelsackspieler und Trommler in spe veranstaltet - und war überrascht über das große Interesse.
"Wir mussten Leute vertrösten", verrät Bandgründer Sven Altenbeck, selbst überrascht über die Resonanz. In der Aula der Nordholzer Grundschule - ihrem Probenraum - begrüßten die Spielerinnen und Spieler elf Interessierte, und das in voller Ausstattung - mit Kilt, Kniestrümpfen und allem, was dazugehört. Die Gäste erhielten erstmal einen musikalischen Eindruck. Sven Altenbeck erklärte die Hintergründe jedes Stücks und berichtete parallel über den Probenablauf, Unterricht, Zeitaufwand und Kosten von Instrument und Ausstattung.
Hinter der Pipe-Band liegt eine anstrengende Zeit, bei der Erfindungsgeist notwendig war, um wenigstens hin und wieder das gemeinsame Üben aufrecht zu erhalten. Das funktionierte mal per Videokonferenz und manchmal auch draußen - irgendwo auf einem einsamen Parkplatz, wo zufällig vorbeikommende Passanten sicherlich ordentlich etwas zu staunen hatten, wenn sie die Dudelsacktruppe erblickten. Und die freut sich immer über Verstärkung, ob Mann oder Frau, jung oder alt. Immer montags können alle Interessierten zur Probe in der Aula hinzustoßen.
Kleine Lerngruppen für die unterschiedlichen Niveaus bilden
Als Bonus gab es an diesem Sonnabend Kaffee und Kuchen und Zeit zum Schnuppern und Ausprobieren. Wenn es auch nicht gleich mit dem Dudelsack war, was mit Corona zu tun hatte: "Wir haben genügend Übungsflöten bereit gelegt, die sich leichter desinfizieren lassen", erklärte Sven Altenbeck. Im Probenalltag achte er darauf, kleine Lerngruppen zu bilden, deren Mitglieder sich jeweils auf einem Niveau befänden: "Um es für alle spannend zu halten und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen." Die Trommlerinnen und Trommler üben in einem Extra-Raum.
Notenkenntnisse oder Erfahrung an anderen Musikinstrumenten werden übrigens nicht benötigt: "Ich hatte genügend Leute, die ohne Notenkenntnisse kamen und heute vom Blatt spielen." Für die ersten Male liegen Leihinstrumente bereit. "Wer sich dann entscheidet, dass er zu uns dazugehören will, sollte sich nach einem eigenen Instrument umschauen", rät Altenbeck. Eine Übungsflöte sei nicht teuer (Beginn bei etwa 45 Euro) und es biete sich immer die Gelegenheit, gebrauchte Instrumente von anderen zu übernehmen. Gleiches gelte für die Bestandteile der authentischen Uniform, die neu an die 1200 Euro kostet. "Und wenn die noch nicht vollständig ist, wird improvisiert."
Von selbst stellt sich der Erfolg nicht ein
Das Notenmaterial wird gestellt. Von selbst fliege der Erfolg allerdings nicht an, gibt Sven Altenbeck zu, der seit 32 Jahren Dudelsack spielt und als einer von vier Deutschen an der Tournee der schottischen Musikparade teilnehmen durfte: "Man muss Lust drauf haben und Zeit investieren." Eine Stunde Probezeit am Tag sollte es schon sein. Altenbeck selbst hat im Raum Düsseldorf schon als Kind Trommel in einem Spielmannszug gespielt. Nach seiner ersten Begegnung mit der schottischen Musik sei es sofort um ihn geschehen gewesen.
Nach seinem beruflich bedingten Wechsel in den Norden habe er hier einfach keine entsprechende Band gefunden. Die gründete er dann im September 2013 nach reiflicher Überlegung einfach selbst. Der Freude an der Musik frönt er außerdem in der Celtic Rock-Band "Callanish".
Die Spielleidenschaft der Workshop-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer ließ darauf schließen, dass auch bei einigen von ihnen der Funke übergesprungen sein könnte. Vielleicht hat der Kiltmaker bald einige neue Uniformen zu schneidern...
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