Seit Dienstagabend ist es amtlich: Der Kaufland-Schriftzug wird künftig über dem Eingang des ehemaligen Real-Gebäudes an der Konrad-Adenauer-Allee prangen. Die schwäbische Einzelhandelkette hat die bis dato im Besitz einer Fondsgesellschaft befindliche Immobilie gekauft. Foto: Koppe
Seit Dienstagabend ist es amtlich: Der Kaufland-Schriftzug wird künftig über dem Eingang des ehemaligen Real-Gebäudes an der Konrad-Adenauer-Allee prangen. Die schwäbische Einzelhandelkette hat die bis dato im Besitz einer Fondsgesellschaft befindliche Immobilie gekauft. Foto: Koppe
Ehemaliger Real-Standort

Was die Kaufland-Neueröffnung für die Einkaufssituation in Cuxhaven bedeutet

von Kai Koppe | 02.08.2023

Kaufland kommt - und wird das Angebot in Cuxhavens Innenstadt in jedem Fall bereichern. Wie Wirtschaftsförderung und Nachbarn einen Tag nach Bekanntwerden des Immobilien-Ankaufs die Lage bewerten.

Der Bereich Innenstadt/Bahnhof werde durch das von Kaufland angekündigte Engagement in jedem Fall belebt. Das betont Marc Itgen, Leiter der Cuxhavener Agentur für Wirtschaftsförderung, nachdem bei der Stadt am Dienstag ebenfalls die Nachricht eingegangen war, dass die zur Schwarz-Gruppe gehörende Einzelhandelskette die fast zwei Jahre brachliegenden ehemaligen Real-Standort erworben hat. "Gott sei Dank wird man dort in Zukunft wieder einkaufen können", sagte Itgen in einem Telefonat mit unserer Redaktion: In der Vergangenheit hatte die örtliche Wirtschaftsförderung nach eigenen Berichten nicht eben wenige Anfragen von Leuten bekommen, die einen im Zentrum Cuxhavens gelegenen Lebensmittelmarkt schmerzlich vermissten. "Die Erwartungen sind groß, denn dieser Markt wird benötigt. Natürlich wird Kaufland nicht gleich morgen dort aufmachen", dämpfte der Agenturleiter überzogene Erwartungen. Der Anstrich des Gebäudes - so Itgen diplomatisch - sei durch die zurückliegende Leerstandsphase nicht unbedingt besser geworden; in seinem Haus geht man davon aus, dass der neue Eigentümer renoviert, bevor die ersten Kaufland-Kunden am Standort Cuxhaven begrüßt werden.

Wirtschaftsförderung sieht keine Probleme für andere Standorte 

Dass Mitbewerber angesichts der Kaufland-Eröffnung um ihre Pfründe fürchten müssen, glaubt Itgen im Übrigen nicht. Die Abschnede, die durch Übernahme von Marktkauf durch die Firma Holling erst vor Kurzem eine Aufwertung erfahren hat, sei sehr gut eingeführt, bediene bestimmte Kunden-Erwartungen und bilde darüber hinaus einen Anlaufpunkt für Kundschaft von der Peripherie. "Insofern müssen wir uns keine Sorgen um andere Standorte machen", betonte der Agenturchef, der davon ausgeht, in ein oder zwei Wochen mehr über das Konzept sagen zu können, das der neue Player aus Neckarsulm an der Konrad-Adenauer-Allee fahren möchte.

Davon auszugehen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, dass das Kaufland-Angebot in Cuxhaven (analog zum Sortiment in anderen zur Kette gehörenden Filialen) einem SB-Warenhaus entspricht, das heißt, über einen reinen Lebensmittelversorger hinausgeht. Auch wird es nach Itgens Informationsstand Konzessionäre geben: "Untermieter", wie sie unter dem Real-Logo im Foyer des 12.000 Quadratmeter großen Gebäudes zu finden waren.

AFH GmbH hatte ebenfalls Interesse angemeldet

Am Ende wären sich Kaufland und die vor zwei Jahren zerschlagene Kette Real vielleicht gar nicht so unähnlich: Diese Vermutung äußerte (mit Blick auf Sortiment und Konzept) ein künftiger Nachbar von Kaufland in Cuxhaven. Jörg Staiger, Geschäftsführer der AFH GmbH, begrüßt die zu erwartende Belebung im Übergangsbereich zwischen "City" und Kaianlagen. "Kaufland passt zum Alten Fischereihafen", findet Staiger, der im CN-Gespräch keinen Hehl daraus machte, dass seine Gesellschaft ebenfalls Interesse an einer Übernahme der Immobilie gehabt hat. "Entscheidend war vermutlich der Kaufpreis", antwortete der AFH-Geschäftsführer auf die Frage, warum seine Gesellschaft in diesem Fall nicht zum Zuge gekommen sei. Davon abgesehen sei davon auszugehen, dass eine Kette wie Kaufland im Segment Einzelhandel andere Möglichkeiten habe als die AFH GmbH, sagte er - nicht ohne Aussagen über das "Wie" und "Warum" als pure Spekulation zu kennzeichnen.  In jedem Fall, so schloss Staiger, hoffe man auf gute Nachbarschaft, was aus seiner Sicht auch bedeuten kann, das Kaufland und die Hafenbetreiber gemeinsam über Synergieeffekte nachdenken. Letztere könnten unter anderem den Aspekt der Parkplätze betreffen, bestätigte der AFH-Geschäftsführer auf Nachfrage. 

Rückblick: Was bisher geschah

Anfang 2020 verkaufte der Metro-Konzern die 276 Märkte umfassende Supermarkt-Kette Real an den  Finanzinvestor SCP. Der Käufer kündigte an, einen Großteil der Real-Filialen veräußern zu wollen. Circa ein Jahr später, Ende Januar 2021,  wurde bekannt, dass  der "operative Geschäftsbetrieb" der Cuxhavener Real-Niederlassung zum 30. September desselben Jahres enden werde. Der Standort Cuxhaven war einer von mehreren im Bundesgebiet, die mangels Nachfolgelösung auf einer Schließungsliste landeten.   

Als Eigentümerin der Immobilie bemühte sich die GRR Group fortan darum, Nachmieter für das Gebäude zu finden. Im Juni 2022 gab GRR bekannt, mit drei Mietinteressenten verhandeln. Zum damaligen Zeitpunkt strebte die Eigentümerin an, nach einer Sanierung des Gebäudes im 2. Quartal 2023 neu zu eröffnen. 

Ab Anfang 2023 mehrten sich Verkaufsgerüchte, wobei kolportiert wurde, dass es mindestens zwei Kaufinteressenten gebe.

Am 1. August 2023 bestätigte die Kaufland Stiftung & Co. KG, die Immobilie erworben zu haben, um am Standort Cuxhaven eine Filiale zu eröffnen.

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