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Der Cuxhavener Hafen ist wichtigster Umschlagplatz für On- und Offshore-Windkraft-Komponenten in Deutschland. Werden die neuen US-Importzölle an dieser Stelle Spuren hinterlassen? Die Hafenwirtschaft macht sich aktuell wenig Sorgen. Foto: Wirtschaftsförderung
Der Cuxhavener Hafen ist wichtigster Umschlagplatz für On- und Offshore-Windkraft-Komponenten in Deutschland. Werden die neuen US-Importzölle an dieser Stelle Spuren hinterlassen? Die Hafenwirtschaft macht sich aktuell wenig Sorgen. Foto: Wirtschaftsförderung
USA erheben erhöhte Zölle

"Genau hinsehen": Was Trumps Strafzölle für Cuxhavens Wirtschaft bedeuten

von Kai Koppe | 03.04.2025 Zuletzt aktualisiert: 04.04.2025 12:49 Uhr

Während einige Branchen in Cuxhaven aufatmen, weil ihre Produkte von Trumps Strafzöllen verschont bleiben, stehen andere vor ungewissen Zeiten. Doch es könnten sich auch überraschende Chancen aus der aktuellen Situation ergeben.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht von einem "schweren Schlag", auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt vor negativen Folgen. Erschweren die von der US-Regierung errichteten Hürden auch das Geschäft örtlicher Firmen?

Gedanken machen müssen sich vorrangig Betriebe, die Handelsbeziehungen in die USA unterhalten beziehungsweise für den amerikanischen Markt produzieren. Cuxhavens Chef-Wirtschaftsförderer Jürgen von Ahnen sprach auf Nachfrage unserer Redaktion davon, dass sich das Zollpaket auf Unternehmen, "die international aufgestellt sind", auswirken könne. Auf die örtliche Situation bezogen grenzte er den Kreis mutmaßlicher Betroffener ein, indem er die Bereiche Biotechnologie und Offshore als Beispiele nannte. Noch aber, so von Ahnen, seien die Nachrichten aus Washington zu frisch, um Konsequenzen für lokale Betriebe im Detail ermessen zu können.

Jürgen von Ahnen ist Chef der Cuxhavener Wirtschaftsförderung. Foto: Larschow

HWG-Vorsitzender rät dazu, "genau hinzusehen"

Für die Cuxhavener Hafenwirtschaft hat der von US-Präsident Donald Trump proklamierte "Liberation Day" ("Tag der Befreiung") womöglich nur marginale Folgen: "Ich erkenne bisher keine gravierenden Auswirkungen", betonte Arne Ehlers in seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender der Cuxhavener Hafenwirtschaftsgemeinschaft (HWG) und bezog dabei sowohl das Windkraft-Segment als auch den nicht gen USA, sondern eher in Gegenrichtung erfolgenden Automobilumschlag ein. 

Arne Ehlers, Geschäftsführer von Blue Water Breb und neuer Vorsitzender der Hafenwirtschaftsgemeinschaft, freute sich über den ersten Rammschlag. Foto: Larschow

Ehlers sprach ferner von der Notwendigkeit, "genau hinzusehen", welche Güter tatsächlich von den Maßnahmen der amerikanischen Regierung betroffen sein werden. Einfuhraufschläge, die bei EU-Herkunftsländern im Umfang von 20 Prozent erhoben werden sollen, fallen keineswegs auf alle Importwaren an, die aus deutschen Landen über den großen Teich transportiert werden. Außen vor bleiben nach derzeitigem Stand Holz-Erzeugnisse oder Schnittholz - und nach jüngsten Meldungen auch Arzneimittel. Ob heimische Firmen, die im Pharma-Segment tätig sind, von dieser Ausnahmeregelung profitieren, ließ sich bislang nicht zweifelsfrei verifizieren: Die PHW-Gruppe war im Laufe des gestrigen Nachmittags für eine Anfrage nicht zu erreichen. Ein weiterer Hersteller, der die Vereinigten Staaten zu seinen Absatzmärkten zählt, bat um Verständnis, sich derzeit nicht zum Thema Strafzölle äußern zu wollen.

US-Präsident Donald Trump will Strafzölle aus Europa erheben. Foto: Evan Vucci/picture alliance/dpa/AP

IHK spricht von Belastung für die "exportorientierte norddeutsche Wirtschaft"

Anders die Industrie- und Handelskammer: Kirsten Kronberg (IHK Elbe-Weser) wies auf eine Stellungnahme ihrer für den Wirtschaftsraum Nord zuständigen Sektion hin, die als Dachverband auch für die Mitgliedsbetriebe zwischen Bremerhaven und Stade spricht. In deren Namen wertete IHK Nord-Vorsitzender Hagen Goldbeck die US-Importzölle als "falsches Signal" - für die transatlantischen Beziehungen "und vor allem für unsere exportorientierte norddeutsche Wirtschaft". Einseitige Strafzölle, so Goldbeck, schafften keine Lösungen, sondern zerstören Vertrauen.

"Letztendlich sind solche Zölle nichts anderes als ein Handelshemmnis", kommentierte Arne Ehlers (HWG), der im vorliegenden Fall allerdings den amerikanischen Konsumenten als den mutmaßlich Hauptleidtragenden ausmachte. Mit Blick auf die Interessen der heimischen Wirtschaft erinnerte der Cuxhavener an die Bemühungen um ein Transatlantisches Freihandelsabkommen, das die europäischen Belange gestärkt hätte. Am Druck der Straße sei TTIP jedoch vor knapp zehn Jahren gescheitert, bilanzierte der HWG-Vorsitzende, der nicht ausschließt, dass der derzeitige Kurs der US-Politik dazu führt, dass sich Ladungsströme verschieben. Der Hafenwirtschaft würden sich unter Umständen auch durch solch einen Prozess neue Chancen eröffnen.

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Kai Koppe

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