"Wellcome" in Cuxhaven: Gelebte Nachbarschaftshilfe für Familien
Das Projekt "wellcome" startet in Cuxhaven und bietet dringend benötigte Unterstützung für Familien nach der Geburt. Das Projekt ist auf Ehrenamtliche angewiesen. Zur Eröffnung kam auch Minister Dr. Andreas Philippi.
"Ein wunderbares Projekt kommt nach Cuxhaven", betont die Superintendentin im Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln. Man fange klein an und dann werde es immer mehr, so werde es hoffentlich auch bei den Ehrenamtlichen sein, die das Projekt "wellcome" unterstützen, meint Kerstin Tiemann.
Am Mittwoch (11. Februar 2026) fand im Lokschuppen die offizielle Eröffnung von "wellcome" in Cuxhaven statt. Das Projekt wird von der Diakonie Cuxland umgesetzt. Dazu war neben der Geschäftsführerin der wellcome gGmbH, Ilsabe von Campenhausen, auch der niedersächsische Minister für Soziale Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Andreas Philippi, erschienen.

Das Projekt soll Familien im ersten Jahr nach der Geburt unterstützen. Diese würden sich zunehmend stark belastet fühlen, so von Campenhausen. "Die Familien sollen erfahren: Wenn sie Hilfe brauchen, ist auch Hilfe da", betont sie. Ehrenamtliche sollen die Familien dort unterstützen, wo sie es benötigen. "Der Einsatz soll gelebte Nachbarschaftshilfe sein." Deutschlandweit gibt es bereits über 200 Kooperationen - 3400 Familien erhalten pro Jahr Hilfe durch wellcome, erzählt die Geschäftsführerin.

Minister Philippi ist Schirmherr
Wenn Eltern unausgeschlafen seien, könnten sie sich nicht gut um ein Kleinkind kümmern, meint Minister Dr. Andreas Philippi. Er freue sich, den vermutlich nördlichsten Standort des Projektes zu eröffnen. "Wellcome ist demokratiefördernd und demokratiestärkend", betont Philippi. Er hebt die Leistung der Ehrenamtlichen hervor, die ungeachtet von Herkunft, Einkommen oder der Familienkonstellation Familien entlasten. Für seine Schirmherrschaft bei dem Projekt bekommt der Minister eine Urkunde von Ilsabe von Campenhausen und Marit Kukat, Landeskoordinatorin von wellcome, überreicht.

Auch Birgit Wellhausen betont, dass die Grundlagen für die Zukunft bereits in den ersten Monaten geschaffen würden. An die Ehrenamtlichen gerichtet, sagt die Bereichsleiterin Beratung und Gemeinwesenarbeit der Diakonie Niedersachsen: "Ihr Engagement gibt Familien Halt und eröffnet Kindern Chancen."
Hemmschwelle oft hoch, um nach Hilfe zu fragen
Am Standort Cuxhaven wird Carmen Ewen die Koordination von "wellcome" leiten. Seit Mai 2025 arbeiten sie und Michaela Wachsmuth, Geschäftsführerin der Diakonie Cuxland, am Aufbau des Projektes. "Das Baby ist da, die Freude ist riesig - und nichts geht mehr", betont Wachsmuth. An diesem Punkt komme "wellcome" ins Spiel. Mütter hätten oft das Gefühl: 'Ich bin die Einzige, die es nicht hinbekommt‘, erzählt Ewen. Daher sei die Hemmschwelle, nach Hilfe zu fragen, oft hoch. "Wellcome" soll genau da ansetzen. "Hilfe anzunehmen ist eine Stärke und keine Schwäche", betont die Geschäftsführerin der wellcome gGmbH von Campenhausen.
