Im Hafen von Cuxhaven: Gewerbeaufsichtsamt nimmt Baustelle unter die Lupe
Eine Baustelle im Hafen von Cuxhaven war jetzt der Einsatzort für Mitarbeiter des Cuxhavener Gewerbeaufsichtsamts. Bei der Überprüfung stand das Thema Arbeitsschutz im Vordergrund.
Die Bauherren sprechen über den Fortgang der Arbeiten. Sven L. hört zu, hakt nach und blickt dabei an einem der riesigen Kessel empor. "Um prüfen zu können", wirft er ein, "müssen wir nachvollziehen können, was hier eigentlich passiert".
Die Baustelle an der Neufelder Straße: Auf einem viereinhalb Hektar großen Areal am Ostende des Neuen Fischereihafens wird seit Monaten gearbeitet, noch im Spätsommer - so der Plan - soll das künftige Holzheizkraftwerk ans Netz gehen.
"Gewerbeaufsicht", haben sich L. und sein Kollege Thorben H. an der Baustellen-Pforte vorgestellt und dabei positiv registriert, dass ein Sicherheitsdienst und mechanische Sperrvorrichtungen Unbefugten den Zutritt zum Gelände verwehren. Ohne Sicherheitsunterweisung, wird es später noch heißen, komme hier kein neues Gewerk rein. "Gut so!" - beim Bau der Anlage, die nach ihrer Fertigstellung im 24-Stunden-Betrieb Strom und Fernwärme liefern soll, werden gewaltige Lasten bewegt: Arbeitsschutz ist das Thema, dem die Kontrolleure des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes im Cuxhavener Elfenweg an diesem Tag nachgehen.
Stimmen die Prüfmarken, sind Absturzsicherungen vorhanden?
Eine Besonderheit dieser Baustelle ist, dass sich die Kubatur der neben der Bahnlinie errichteten Stahl-Konstruktion Schritt für Schritt ändert. Das entstehende Kraftwerk werde praktisch "von innen heraus" gebaut, erklärt L. und beschreibt, was das für den Ablauf der Arbeitsprozesse bedeutet: Gerüste, auf denen Arbeiter nach oben gelangen, müssen dem Baufortschritt angepasst werden.
Ob die Absturzsicherungen an den notwendigen Stellen vorhanden sind, gilt es in diesem Zusammenhang zu kontrollieren. Die Gäste in den neongelben Westen mit der Aufschrift "Gewerbeaufsicht" suchen ferner nach einer Plastikhülle am Fuß des Gerüsts, in der ein Prüfprotokoll steckt. Vergleichbare Freigaben müssen an Kränen und Arbeitsbühnen zu finden sein, auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass selbst an den Ketten, die den Zweck haben, Bauteile am Kranhaken festzumachen, ein kleines Etikett (die Prüfplakette) flattert.
"Tot zu prüfen" ist nicht der Anspruch des Gewerbeaufsichtsamts in Cuxhaven
Sven L. und Thorben H. wissen, wo sie hinsehen müssen. "Ich gucke zum Beispiel auch auf die Kennzeichen der Autos, die vorne an der Straße abgestellt sind", verrät L: Ob ein Notfallplan nur auf Deutsch oder auch in den Landessprachen der auf der Baustelle beschäftigten Nationalitäten vorliegt, ist hierbei die Frage - der an diesem Tag nicht weiter nachgegangen werden muss.
Das "fremde" Nummernschild, dass die Kontrolleure am Baustellen-Eingang aus den Augenwinkeln aus wahrgenommen hatten, gehört zu einem in Österreich zugelassenen Wagen. Überhaupt fällt das Fazit der Gewerbeaufsicht bei diesem Besuch positiv aus. Unter dem Strich haben die Mitarbeiter nichts zu beanstanden. "Natürlich", räumt H. abschließend ein, "können wir nur Stichproben machen". Den Rahmen für die Prüf-Intensität setzten nicht zuletzt die zur Verfügung stehenden Ressourcen. Davon abgesehen sei gar nicht vorgesehen, einem Bauherrn einen permanenten Aufpasser zu Seite zu stellen.
"Etwas tot zu prüfen" sei nicht beabsichtigt, betonen die beiden Aufsichtskräfte, die im Mängelfall durchaus Sanktionen aussprechen. Wünschenswerter sei jedoch, Probleme von vornherein zu besprechen. Im gegenseitigen Dialog, und am besten, bevor sie überhaupt auftreten. Nach jeder Kontrolle, das betonen L. (gelernter Handwerksmeister) und sein Kollege H. (Ingenieur), würden sie dennoch zufrieden in den Feierabend gehen. Haben sie doch aktiv etwas für den Schutz der Beschäftigten getan.